Studie zu Start-up –Finanzierungen: Nur 18 Start-ups aus NRW erhielten Risikokapital!

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Der Abstand der Gründerszene in NRW zu der in Berlin und Bayern bleibt groß. Das zeigt eine Studie der Unternehmensberatung Ernst & Young. Demnach erhielten in Berlin zwischen Januar und Ende Juni 114 Start-ups Risikokapital, in Bayern immerhin 43 – und in NRW lediglich 18. Das bevölkerungsreichste Bundesland liegt damit hinter Hamburg (22) nur auf Platz vier. Beim Investitionsvolumen liegt NRW mit 54 Millionen Euro sogar nur auf Rang fünf, hinter Berlin (1,5 Milliarden Euro), Bayern (213 Mio. Euro), Hamburg (178 Mio. Euro) und Baden-Württemberg (67 Mio.). Insgesamt haben Deutschlands Start-ups im ersten Halbjahr 2017 mehr als doppelt so viel Geld durch Finanzierungsrunden eingenommen wie im Vorjahreszeitraum. Der Gesamtwert ist von 972 Millionen auf 2,16 Milliarden Euro gestiegen. Gleichzeitig ist auch die Zahl der Finanzierungsrunden nach oben gegangen: Sie stieg um sechs Prozent auf 264. Damit übertraf das Finanzierungsvolumen auch den bisherigen Rekordwert, der im ersten Halbjahr 2015 erzielt wurde: Damals waren bei 155 Finanzierungsrunden insgesamt 1,95 Milliarden Euro in deutsche Jungunternehmen geflossen. Berlin konnte im ersten Halbjahr den Titel als Deutschlands Start-up-Hauptstadt verteidigen. Berliner Start-ups vereinten im ersten Halbjahr ein Investitionsvolumen von knapp 1,5 Milliarden Euro auf sich, das entspricht 68 Prozent des gesamten Investitionsvolumens in Deutschland. Dahinter folgen Bayern (213 Millionen Euro) und Hamburg (178 Millionen Euro). Ausschlaggebend für den deutschlandweit starken Anstieg des Investitionsvolumens waren vor allem zwei Mega-Deals: Im Mai war der südafrikanische Investor Naspers mit 387 Millionen Euro bei dem Berliner Essenslieferdienst Delivery Hero eingestiegen. Und ebenfalls im Mai sammelte der Berliner Auto-Großhändler Auto1 insgesamt 360 Millionen Euro von verschiedenen Investoren ein. Das sind Ergebnisse des Start-up-Barometers der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY (Ernst & Young). Die Studie beruht auf einer Analyse der Risikokapitalinvestitionen in Deutschland. Die Studienautoren bescheinigen dem Standort Deutschland ein insgesamt gutes Investitionsklima für Start-ups – wenn auch mit großen regionalen Unterschieden. Hauptkritikpunkt bleibt, ein fehlendes Risikokapitalgesetz:  „Die geringen Möglichkeiten der steuerlichen Verrechnung von Verlusten aus fehlgeschlagenen Investitionen sind ein Nachteil des Start-up-Standorts Deutschland im Wettbewerb mit anderen Regionen. Hinzu kommen die nach wie vor hohe bürokratische Hürden und hohe Gründungskosten, die Deutschland im internationalen Vergleich wenig attraktiv machen“, so das Fazit der Studie.

Klaus Lennartz: „Leider hat Finanzminister Schäuble das im Koalitionsvertrag vereinbarte Wagnis-Kapitalgesetz blockiert. Gründungen und Investitionen werden so nach wie vor gebremst. Wir müssen aufpassen, dass wir hier nicht den Anschluss an Länder wie Frankreich und Großbritannien verlieren, die bezogen auf das Sozialprodukt wesentlich mehr in Risikokapital investieren.“

Besonders alarmierend ist für Lennartz der drastische Rückgang des Investitionsvolumens in Start-ups aus dem Energiebereich.  Hier flossen mit 31 Millionen Euro  in den ersten sechs Monaten des Jahres 2017 nur noch halb so viele Investitionen wie im Vorjahreszeitraum (61 Millionen Euro).

Lennartz: „Gerade für die Energieregion Rhein-Erft ist das eine fatale Entwicklung – insbesondere in Hinblick auf den bevorstehenden tiefgreifenden Strukturwandel. Für Industrie und Mittelstand in unserer Region gehen von Innovationen im Energiebereich, etwa bei Speichertechnologien, intelligenter Netzsteuerung oder E-Mobilität schon jetzt wichtige Impulse aus – künftig wird die Prosperität dieser Bereiche entscheidend für die Entwicklung der gesamten Region sein.  Deshalb muss hier dringend gegengesteuert und die Ansiedlung von Gründern und Innovatoren aus und für den Energiesektor an Rhein und Erft forciert werden. Neben dem leichteren Zugang zu Kapital gehört dazu die Schaffung der benötigten Infrastruktur – angefangen bei entsprechenden Räumlichkeiten – etwa der Einrichtung eines speziell auf Energie-Start-ups ausgerichteten Gründungs- oder Start-up-Zentrums bis hin zu entsprechenden Bildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten.“  (ernst & Young, 06.07.2017) Ganzer Artikel hier…  EY-Start-up Barometer Juli 17 hier…

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