Zu Besuch in Jena – Vorzeigestadt in Mitteldeutschland

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Gemeinsam mit Lehrkräften der beiden Hürther Gymnasien informierte ich mich Mitte September vor Ort über die Besonderheiten und das Konzept des Carl-Zeiss Gymnasiums in Thüringens Vorzeigestadt Jena, das als eine der besten Schwerpunktschulen für MINT- Fächer (MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik)   in ganz Deutschland gilt.  Hier konnten viele Anregungen und Erkenntnisse für eine Stärkung und zielgerichtete Förderung der für die Zukunftsfähigkeit unseres Landes so wichtigen naturwissenschaftlichen Kompetenzen gewonnen werden. Einzelheiten dazu, was der Rhein-Erft-Kreis und die Stadt Hürth von dem Jenaer Modell lernen können und wie sich MINT-Talente (MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) an unseren Schulen noch besser fördern ließen, erfahren Sie  in der nächsten Ausgabe meines Infodienstes. Insgesamt hat mich die Stadt Jena sehr beeindruckt. Sie gilt nicht von ungefähr als Vorzeigestadt Thüringens und ganz Mitteldeutschlands. Jena ist eine  junge Universitätsstadt  mit der bundesweit höchsten Akademikerdichte. Die Wirtschaft boomt, es gibt jede Menge hochwertiger  Arbeitsplätze – nirgendwo in den neuen Bundesländern gibt’s weniger Arbeitslose, der Zuzug von Studenten, jungen Gründern und hochqualifizierten Fachkräften ist ungebrochen. Warum ich Ihnen all das erzähle? Weil es durchaus Parallelen zu  der Situation hier in Hürth und dem Rhein-Erft-Kreis gibt. Auch Jena hatte große Strukturbrüche zu bewältigen – das Carl-Zeiss-Kombinat – bescherte der Region um Jena schon zu DDR Zeiten relativen Wohlstand. Mit der Einheit wurde das Kombinat aufgespalten – tausende Jenenser verloren ihre Arbeit – viele von ihnen hochqualifizierte Fachkräfte. Einige wanderten gen Westen ab, andere – und das ist für Jena heute ein Segen – machten sich mit ihrer Expertise selbständig und bildeten das Fundament für den hochspezialisierten Mittelstand der Jena so viele hochwertige Arbeitsplätze beschert. Aus den ehemaligen Carl-Zeiss-Werken – ist die Jenoptik AG mit derzeit rund 4000 Beschäftigten geworden und aus Jena eines der weltweit bedeutendsten Zentren der optischen Industrie. Jenas Erfolgsgeschichte können wir hier in Hürth und im Rhein-Erft-Kreis unter anderen Vorzeichen fortschreiben.  Was für Jena die Optik ist, ist für uns in der Region der Mix  von Energie, Industrie, Chemie  und Digitalisierung. Unser Handwerk und unser Mittelstand florieren.  Hier bei uns gibt es deutschlandweit eine der höchsten Dichten an Hiddenchampions. Diese wirtschaftliche Stärke wird dazu führen, dass wir die auf uns zukommenden technologischen Veränderungen zukunftsfähig für unsere Region gestalten. Damit wir, unsere Kinder und Enkelkinder auch künftig in Wohlstand leben und wir wirtschaftlich  wieder die Nummer 1 Europa werden –  was wir schon mal waren.