Smarte Laternen im Regelbetrieb — Fuldas Weg zur Smart City
Am 26. Februar trifft sich in Mönchengladbach zum fünften Mal die Smart-City-Branche zum Summit Niederrhein. In der NEW Box im Nordpark diskutieren Entscheider aus Verwaltung und Wirtschaft aktuelle Fragen der städtischen Digitalisierung — von KI in der Verwaltung bis zu datenbasierter Stadtplanung. Während viele Städte – sowohl in der Region, als auch deutschlandweit – Smart-City-Anwendungen noch planen oder erproben, haben andere den Schritt in den Dauerbetrieb vollzogen. Das osthessische Fulda gehört dazu. Die Stadt hat ihr umfassendes Smart-City-Projekt aus der Pilotphase in den Regelbetrieb überführt. Im Rahmen des hessischen Landesprogramms zur Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien wurden 688 Straßenleuchten auf LED-Systeme umgerüstet und an das iLCS-Lichtmanagementsystem angebunden, das die Helligkeit auf den Hauptverkehrsachsen volladaptiv und in Echtzeit steuert. Die Einspareffekte gegenüber konventioneller Lampentechnik liegen bei 79 Prozent, gegenüber dauerhaft voll betriebenen LED-Anlagen bei 58 Prozent, gegenüber fix gedimmten LED-Systemen bei 34 Prozent. Generalunternehmer war Yunex Traffic, die Rhön-Energie Fulda verantwortete den Leuchtentausch. EBERO FAB übernahm die Integration der Steuerungstechnik und Sensorik — die technische Basis, auf der das Gesamtsystem arbeitet. Denn die Leuchten sind in Fulda weit mehr als Lichtquellen. An den 688 Standorten sind Sensoren für eine Reihe städtischer Aufgaben montiert. Verkehrssensoren erfassen Verkehrsströme in Echtzeit; die Daten werden über die städtische Urban Data Platform ausgewertet und steuern die Lichtsignalanlagen — einschließlich Weitergabe an die Lichtsignalanlagenzentrale Hessen von Hessen Mobil. Parkraumsensoren überwachen die Auslastung von Stellflächen in Echtzeit und sollen Parksuchverkehr und CO₂-Ausstoß reduzieren. Temperatur- und Luftfeuchtigkeitssensoren liefern Daten zu Hitzeinseln im Stadtgebiet. Bodenfeuchtesensoren wurden im Grünflächenmanagement eingesetzt, um Bewässerungsplanung mit Wetterdaten zu verknüpfen. Füllstandsensoren in Altpapier- und Altglascontainern ermöglichen bedarfsgerechtere Leerungsintervalle und zeigen Bürgern freie Kapazitäten an. Übertragen wird alles per LoRaWAN; das Rückgrat bildet eine Datenplattform nach DIN SPEC 91357, die der Stadt die volle Datenkontrolle sichert. Das Fuldaer Modell zeigt: Wer Straßenbeleuchtung erneuert und die Infrastruktur dabei konsequent für Sensorik mitdenkt, schafft an bestehenden Standorten eine Plattform für zahlreiche städtische Anwendungen — ohne zusätzliche Masten oder Leitungswege. Dass das im Regelbetrieb funktioniert, hat Fulda bereits belegt. (DEKOM, 23.02.2026) Ganzer Artikel hier…
