Rohlstorf wird Standort eines Großbatteriespeichers

2,8 Hektar Ackerfläche, 40 Meter Abstand zur nächsten 110-kV-Leitung, ein Bebauungsplan in Aufstellung: Die Gemeinde Rohlstorf im Kreis Segeberg erfüllt damit nahezu lehrbuchhaft jene Voraussetzungen, die im neuen Reifegradverfahren der Übertragungsnetzbetreiber künftig besonders stark gewichtet werden. Das Unternehmen Southside Battery GmbH plant hier einen großen Batteriespeicher mit 500 Megawattstunden Kapazität und 125 Megawatt Anschlussleistung. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 125 Millionen Euro. Die Inbetriebnahme ist für das Jahr 2030 vorgesehen, möglicherweise früher. Der entscheidende Faktor ist die Lage. Unmittelbar neben dem geplanten Batteriepark entsteht ein neues Umspannwerk, das an eine bestehende 110-kV-Leitung angebunden wird. Fläche und Netzinfrastruktur fallen damit räumlich zusammen – eine Konstellation, die Projektentwickler gezielt suchen und die im Reifegradverfahren insbesondere in der Kategorie Flächensicherung und Genehmigungsstand positiv bewertet wird. Die Gemeinde hat frühzeitig planungsrechtliche Voraussetzungen geschaffen. Mit nur einer Gegenstimme fasste die Gemeindevertretung die Aufstellungsbeschlüsse für Flächennutzungsplan und Bebauungsplan. Planungsrechtliche Klarheit ist damit bereits in einer frühen Projektphase gegeben – ein wichtiger Faktor im Wettbewerb um Netzanschlusskapazitäten. Die Investoren stellen Gewerbesteuereinnahmen von rund 50 Millionen Euro über einen Zeitraum von 30 Jahren in Aussicht. Die Pachteinnahmen für die Fläche sind bislang nicht öffentlich beziffert – auch sie können jedoch erheblich sein und sollten vertraglich sauber geregelt werden. Der rasch wachsende Markt hat einen strukturellen Grund. Die Kosten für Batteriespeicher sind in den vergangenen Jahren stark gefallen. Eine Megawattstunde Speicherkapazität kostete vor wenigen Jahren noch rund 900.000 Euro, heute liegt der Preis bei etwa 120.000 Euro. Was lange als wirtschaftlich schwierig galt, entwickelt sich damit zunehmend zu einem skalierbaren Infrastrukturgeschäft. (DEKOM, 10.03.2026) Mehr Infos hier…

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