Dormettingen im Zollernalbkreis, rund 1.100 Einwohner, stellt die Weichen für eines der größten Batteriespeicherprojekte in Süddeutschland. Am Rand des Gewerbegebiets Schwaderäcker soll ein Speicher mit 60 Megawatt Leistung entstehen, gebaut und betrieben von Noveria Energy aus Villingen-Schwenningen. Die Anlage wird an die bestehende 110‑kV‑Infrastruktur angebunden und macht eine kleine Gewerbefläche an der Kreisstraße zum Energiestandort mit überregionaler Strahlkraft.
Im Etat für 2026 schlägt vor allem der Ausbau des Gewerbegebiets zu Buche. Rund 2,6 Millionen Euro veranschlagt die Gemeinde für Erschließung und Straßenanbindung – der mit Abstand größte Investitionsposten im Plan. Dormettingen geht damit in Vorleistung: Die Ausgaben sollen durch den Verkauf weiterer Gewerbeflächen langfristig wieder in die Kasse fließen, kurzfristig ist eine Kreditaufnahme nötig. Die Pachteinnahmen aus dem Speicherprojekt und zusätzliche Gewerbesteuerzahlungen sind in den Finanzüberlegungen fest einkalkuliert, auch wenn sich Umfang und zeitlicher Verlauf erst mit den Verträgen konkretisieren werden.
Politisch ist das Projekt eingebettet in die Zusammenarbeit des Verwaltungsverbands Oberes Schlichemtal, dem Dormettingen angehört. Nach intensiven Debatten um die Verbandsführung setzen die beteiligten Gemeinden darauf, Planungs- und Infrastrukturfragen stärker gemeinsam zu bearbeiten – der Großspeicher in Schwaderäcker ist eines der ersten Vorhaben, an dem sich diese neue Arbeitsteilung konkret zeigt.
Für Dormettingen bedeutet das: Die Gemeinde stellt die Fläche bereit, investiert in Erschließung und Anbindung und holt sich für Netzanschluss und Projektumsetzung Partner an den Tisch, die über kommunale Grenzen hinausdenken. So wird der Batteriespeicher zur Schnittstelle von drei Ebenen: Er ist Teil der Energiewende im Land, ein Schlüsselprojekt der örtlichen Gewerbeentwicklung und ein Testfall dafür, wie kleine Kommunen große Infrastrukturvorhaben im Verbund organisieren. Genau diese Verbindung macht Dormettingen für viele Bürgermeisterinnen und Bürgermeister interessant, die vor ähnlichen Entscheidungen stehen – nur selten mit einem Projekt dieser Größenordnung. (DEKOM, 17.03.2026/Dormettingen, 26.02.2026) Mehr Infos hier…