Beengte Verhältnisse: Jeder neunte Deutsche lebt in einer überbelegten Wohnung

Fast jeder neunte Mensch in Deutschland lebte 2025 in einer Wohnung, die für die Zahl der Bewohner zu wenig Zimmer hatte. Laut Statistischem Bundesamt lag die Überbelegungsquote bei 11,7 Prozent — ein kontinuierlicher Anstieg gegenüber 10,2 Prozent im Jahr 2020. Die Zahlen stammen aus der Erhebung zu Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC), die als Unterstichprobe in den Mikrozensus integriert ist. Der Befund trifft bestimmte Gruppen deutlich härter als den Durchschnitt. Erwachsene mit ausländischer Staatsangehörigkeit lebten mit 30,8 Prozent knapp fünfmal so häufig in überbelegten Wohnungen wie deutsche Staatsangehörige ab 18 Jahren (6,7 Prozent). Armutsgefährdete Menschen kamen auf 27,4 Prozent. Unter Haushalten mit Kindern lag die Quote bei 17,6 Prozent, besonders betroffen waren Alleinerziehende (29,6 Prozent) und Familien mit mindestens drei Kindern (32,1 Prozent). Minderjährige insgesamt kamen auf 19,0 Prozent; ältere Menschen ab 65 Jahren lebten mit 3,1 Prozent am seltensten beengt. Das Gefälle zwischen Stadt und Land ist erheblich. In größeren Städten lebten 16,9 Prozent der Menschen in überbelegten Wohnungen, in ländlichen Gebieten nur 5,5 Prozent — ein Faktor drei. Für Kommunen ist das eine direkt steuerungsrelevante Größe: Wo Menschen auf engem Raum zusammenleben, steigt der Druck auf Infrastruktur, Sozialdienste und kommunale Wohnungspolitik. Im EU-Vergleich liegt Deutschland mit 11,7 Prozent unter dem EU-Durchschnitt von 16,8 Prozent. Das Spektrum reicht von Rumänien (40,4 Prozent) und Lettland (38,9 Prozent) am oberen Ende bis Zypern (2,2 Prozent) und die Niederlande (4,1 Prozent) am unteren. (DESTATIS, 11.05.2026) Ganzer Artikel hier…

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