Mehr als 1.000 Aussteller in fünf Messehallen, über 400 Fachvorträge in sechs Foren und die Schirmherrschaft von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt — Europas größte Fachmesse für IT-Sicherheit – die it-sa in Nürnberg (27. bis 29. Oktober) erreicht in diesem Jahr neue Dimensionen.
Im Programm spiegelt sich, dass der öffentliche Sektor stärker in den Blick der Branche gerät. Mehrere Forenslots widmen sich den Compliance-Anforderungen aus NIS-2 und DSGVO, dem Schutz kritischer Infrastrukturen und der Frage, wie sich Sicherheitsprozesse auch in heterogenen IT-Landschaften automatisieren lassen. Ransomware-Angriffe auf Landkreise und Stadtwerke, kompromittierte Postfächer und gestohlene Meldedaten haben in den vergangenen Monaten erneut gezeigt, wie verwundbar kommunale IT-Infrastruktur ist. Die NIS-2-Richtlinie verschärft die Anforderungen an Betreiber wesentlicher Einrichtungen — darunter auch kommunale Eigenbetriebe in der Wasser- und Energieversorgung oder im Abfallmanagement.
Ein Thema, das gerade in Verwaltungen praktisch drängend ist, betrifft den Austausch sensibler Daten. Bescheide, Befunde und personenbezogene Unterlagen verlassen das Haus oft über Kanäle, die niemand zentral steuert oder überwacht. Das Münchner Unternehmen FTAPI stellt auf der it-sa dafür eine neue Infrastrukturstrategie vor. Statt einzelner Verschlüsselungswerkzeuge für einzelne Übertragungswege soll eine übergreifende Plattform den gesamten ausgehenden Datenverkehr kontrollierbar machen. FTAPI nennt den Ansatz „System of Exchange”. Geschäftsführer Ari Albertini erläutert ihn in einem Fachvortrag sowie in einem gemeinsamen Slot mit secunet zum Einsatz souveräner KI im Datenaustausch. FTAPI ist in Halle 7 am Stand 508 vertreten.
Einen anderen Zugang verfolgt der Jenaer Anbieter Enginsight unter dem Motto „Ich sehe was, was Du nicht siehst”. Die vollständig in Deutschland entwickelte Security-Operations-Plattform setzt an der Frage an, welche Systeme überhaupt angreifbar sind und welche Risiken zuerst behandelt werden müssen. An zwölf interaktiven Demo-Points lässt sich live nachvollziehen, wie Schwachstellen erkannt, im Kontext des betroffenen Systems bewertet, behoben und anschließend erneut geprüft werden. „Eine Geschäftsführung muss nicht jedes technische Detail kennen”, sagt CEO Mario Jandeck. Sie müsse aber wissen, welche Risiken für die Organisation relevant seien und worauf sie ihre Entscheidungen stützen könne. Gemeinsam mit fünf Partnerunternehmen deckt Enginsight am Stand das Spektrum von der Beratung über die Implementierung bis hin zu Managed Security Services ab. Die Stände befinden sich in Halle 7A unter den Nummern 7A-112 und 7A-120. (DEKOM, 26.10.2026) Mehr Infos hier…