Die Sicherheit von Radfahrern im deutschen Straßenverkehr hat sich in den vergangenen zehn Jahren trotz politischer Bemühungen verschlechtert. Im Vorfeld der Nationalen Verkehrssicherheitskonferenz legt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) eine Bilanz vor, die diesen Trend mit konkreten Zahlen unterlegt. Laut endgültigem Ergebnis des Statistischen Bundesamtes wurden 2024 in Deutschland 445 Radfahrer im Straßenverkehr getötet — zwölf Prozent mehr als im Jahr 2014, als 396 Todesopfer verzeichnet wurden. Die Gesamtzahl der polizeilich erfassten Fahrradunfälle mit Personenschaden stieg im gleichen Zeitraum von rund 78.900 auf 93.300, ein Plus von etwa 18 Prozent. Das Bundesverkehrsministerium hatte sich im Nationalen Radverkehrsplan das Ziel gesetzt, die Zahl der getöteten Radfahrer von 2019 bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu senken. Von einer Annäherung an diesen Zielwert kann keine Rede sein. Häufigster Unfallgegner ist das Kraftfahrzeug, häufigste Unfallörtlichkeit sind Kreuzungen und Einmündungen. Die Ursache sieht der Verband vor allem in strukturellen Defiziten der Radwegeinfrastruktur. Lückenhafte Netze, fehlende Trennung vom Kfz-Verkehr und unzureichend gesicherte Knotenpunkte. Auf dem Land fehlen Radwege vielerorts vollständig. Dabei blieb laut der Erhebung „Mobilität in Deutschland“ der Radverkehrsanteil am Gesamtverkehr in den vergangenen Jahren bei elf Prozent stagnieren — weit entfernt von den Wachstumszielen, die Bund und Länder formuliert haben. Der ADFC fordert neben einer beschleunigten Nachrüstung gefährlicher Kreuzungen auch Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts sowie bundesweite Kampagnen zum Mindestüberholabstand. Auf der institutionellen Seite plädiert der Verband für einen Bund-Länder-Vertrag zur Radwegeinfrastruktur und eine verlässliche Bundesmittelfinanzierung des kommunalen Radwegebaus. Die Nationale Verkehrssicherheitskonferenz bietet nach Ansicht des ADFC die Gelegenheit, diese Weichenstellungen vorzunehmen. (DEKOM/ADFC, 09.04.2026) Ganze PM hier…