Schweizer Post: Nachtlogistik beschleunigt Infrastrukturprojekte
Die deutschen Kommunen stehen vor einer infrastrukturellen Mammutaufgabe. Um Energie- und Wärmewende sowie den flächendeckenden Breitbandausbau zu schaffen, müssen sie Milliarden-Investitionen aus Sondervermögen rasch in konkrete Baumaßnahmen umsetzen. Ab 2026 erwarten Experten einen deutlichen Anstieg bei gleichzeitigen Das Problem ist absehbar: Viele gleichzeitige Projekte überlasten die Städte logistisch. Der öffentliche Raum ist begrenzt, die herkömmliche Baustellenführung stößt an ihre Grenzen. Wenn die Zahl der Baustellen zwangsläufig steigt, entscheidet die intelligente Steuerung der Materialströme darüber, ob der Verkehr kollabiert oder fließt. In verdichteten Stadtgebieten fehlt schon heute der Raum für umfangreiche Materiallager. Große Rohrsegmente oder Kabeltrommeln blockieren Verkehrsflächen, vergrößern den Bauraum und verlängern die Sperrzeiten für Anwohner und Gewerbe. Wenn sich die Projektdichte erhöht, wird dieser Engpass zum Nadelöhr für die gesamte Infrastrukturstrategie. Der entscheidende Hebel zur Beschleunigung liegt in der Abkehr von der Vorratsanlieferung hin zur bauabschnittsgerechten Versorgung. Nur so viel Material anliefern, wie der jeweilige Arbeitsschritt erfordert. Das hält die Baustelle beweglich und minimiert die Beeinträchtigungen im urbanen Raum. Ein zukunftsweisendes Modell für diese Herausforderung kommt aus der Schweiz. Dort setzt die Schweizer Post verstärkt auf smarte Baulogistik-Konzepte, die Belieferung und Bauausführung zeitlich entkoppeln. Das zentrale Element: nächtliche Materialzustellung. Während der Verkehr ruht, werden die Baustellen für den kommenden Arbeitstag bestückt. Moderne Technik ermöglicht autonomes Entladen mit digitaler Dokumentation. Das Bauteam kann morgens ohne Verzögerung und ohne zusätzlichen Lieferverkehr direkt starten. Was in der Schweiz bereits funktioniert, könnte für deutsche Kommunen zum Modell werden – spätestens, wenn 2026 die Projektdichte anzieht und die klassische Tageslogistik an ihre Kapazitätsgrenzen stößt. Die Umstellung auf Nachtlogistik und getaktete Belieferungen erfordert allerdings ein Umdenken. Kommunen müssen Logistik als strategisches Instrument zur Bauzeitverkürzung begreifen – nicht als nachgelagerte Hilfsfunktion. Nächtliche Einsätze verursachen zwar zusätzliche Kosten, doch der gesamtwirtschaftliche Nutzen durch reduzierte Stauzeiten und schnellere Projektabschlüsse überwiegt deutlich. Wer jetzt die Strukturen schafft, ist vorbereitet, wenn ab 2026 die Projektdichte steigt. Die Konsequenz für Kommunen: Wer die Infrastruktur der Zukunft bauen will, muss die Logistik neu denken. (DEKOM, 26.01.2026) Mehr Infos hier…
