VKU fordert politische Strategie zur PFAS-Vermeidung und Herstellerverantwortung

Am 12. Januar traten die neuen PFAS-Grenzwerte im Rahmen der novellierten EU-Kommunalabwasserrichtlinie offiziell in Kraft. Für die kommunalen Abwasserentsorger erfordert deren Einhaltung eine enorme technologische und finanzielle Kraftanstrengung. In einer aktuellen Stellungnahme mahnt der Verband eine klare Vermeidungsstrategie an und fordert die konsequente Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung. Da die Entfernung der sogenannten Ewigkeitschemikalien in den Klärwerken technisch hochkomplex ist, dürfe die Entsorgungswirtschaft nicht zum Reparaturbetrieb für industrielle Versäumnisse werden. Der VKU drängt darauf, den Eintrag dieser Stoffe bereits an der Quelle zu stoppen und die Kosten für die notwendige vierte Reinigungsstufe nach dem Verursacherprinzip zu verteilen. Die kommunale Wasserwirtschaft steht vor der Herausforderung, Investitionen in Milliardenhöhe zu stemmen, um die strengen Grenzwerte für PFAS und andere Spurenstoffe dauerhaft einzuhalten. Um eine massive Belastung der Endverbraucher über die Abwassergebühren zu verhindern, sieht die EU-Richtlinie vor, dass die Hersteller der relevanten Produkte – primär aus den Bereichen Pharma und Kosmetik – zur Finanzierung herangezogen werden. Der VKU betont, dass ein bloßes Verbot einzelner Stoffgruppen nicht ausreiche, solange die rechtlichen Mechanismen zur Kostenbeteiligung nicht rechtssicher und flächendeckend greifen. Die Wasserwirtschaft fordert daher, dass die Herstellerverantwortung nicht nur auf dem Papier besteht, sondern über einen nationalen Fonds die tatsächlichen Kosten für Bau und Betrieb der Reinigungsstufen abdeckt. Dieser Ansatz stößt in der Industrie jedoch auf erheblichen Widerstand. Die betroffenen Herstellerverbände, insbesondere aus der pharmazeutischen Industrie wie Pharma Deutschland, sehen die Ausgestaltung der Herstellerverantwortung in der Richtlinie äußerst kritisch. Die Branche warnt davor, dass die einseitige Belastung von Pharma- und Kosmetikunternehmen die Produktion am Standort Europa gefährde und zu Versorgungsengpässen bei essenziellen Medikamenten führen könne. Aus Sicht der Verbände ist die Fokussierung auf diese beiden Sektoren wissenschaftlich nicht hinreichend begründet, da auch andere Industrien für Mikroschadstoffe im Abwasser verantwortlich seien. Zudem wird kritisiert, dass die Preisbindung im Gesundheitssektor eine Weitergabe der zusätzlichen Kosten unmöglich mache. Während der VKU somit auf den Schutz der Gewässer und die Gebührenstabilität pocht, mahnt die Industrie eine fairere Lastenverteilung an, die über die jetzt betroffenen Branchen hinausgeht. (DEKOM, 12.01.2026) Mehr Infos hier…

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