{"id":7678,"date":"2024-04-22T15:20:00","date_gmt":"2024-04-22T13:20:00","guid":{"rendered":"http:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=7678"},"modified":"2024-05-29T11:36:19","modified_gmt":"2024-05-29T09:36:19","slug":"energiewende-auf-der-kippe-fachkraefte-werden-zum-engpass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/energiewende-auf-der-kippe-fachkraefte-werden-zum-engpass\/","title":{"rendered":"Energiewende auf der Kippe: Fachkr\u00e4fte werden zum Engpass"},"content":{"rendered":"\n<p>W\u00e4hrend in anderen Wirtschaftszweigen Tausende von Arbeitspl\u00e4tzen abgebaut werden, k\u00e4mpft der Energiesektor verzweifelt um qualifiziertes Personal. Eine aktuelle Analyse von LinkedIn enth\u00fcllt, dass es sowohl in Deutschland als auch weltweit an qualifizierten Fachkr\u00e4ften mangelt, um die vereinbarten Klimaziele zu verwirklichen. Inmitten der Energiekrise gewinnt der Ausbau erneuerbarer Energien zunehmend an Bedeutung. Doch stellt sich die Frage, ob ausreichend Fachkr\u00e4fte daf\u00fcr verf\u00fcgbar sind. Um die Ziele des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) im Bereich Wind- und Solarenergie bis zum Jahr 2030 zu erreichen und einen beschleunigten Ausbau dieser Energiequellen voranzutreiben, ist es unerl\u00e4sslich, auch die Anzahl der qualifizierten Fachkr\u00e4fte in diesen Bereichen zu erh\u00f6hen. Unternehmen stehen vor der Herausforderung, qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu rekrutieren, die den hohen Anforderungen gerecht werden k\u00f6nnen. Dies kann zu Verz\u00f6gerungen bei Projekten und h\u00f6heren Kosten f\u00fchren. Der Fachkr\u00e4ftemangel f\u00fchrt teilweise dazu, dass entscheidende Projekte nicht umgesetzt werden k\u00f6nnen, was wiederum die Fortschritte in Richtung Energiewende beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnte. \u201eDie Auswertung unserer Daten zeigt, dass weltweit und in allen Branchen gr\u00fcne Fachkr\u00e4fte fehlen. Unternehmen schaffen zwar zunehmend gr\u00fcne Arbeitspl\u00e4tze, aber es gibt schlicht nicht gen\u00fcgend qualifizierte Fachkr\u00e4fte, um diese Stellen zu besetzen und unseren Bedarf langfristig zu decken. Unsere Daten zeigen zwar, dass LinkedIn Mitglieder ihren Profilen zunehmend gr\u00fcne Kompetenzen hinzuf\u00fcgen, aber dies geschieht nicht schnell genug. Damit wir unsere Klimaziele erreichen k\u00f6nnen, m\u00fcssen klimapolitische Ma\u00dfnahmen von umfassenden Schulungs- und Ausbildungsprogrammen begleitet werden, die von Unternehmen aktiv gef\u00f6rdert werden\u201c, kommentiert Barbara Wittmann, Country Managerin bei LinkedIn DACH Ergebnisse der Untersuchung. Grunds\u00e4tzlich weist Deutschland im Bereich gr\u00fcner Fachkr\u00e4fte eine solide Basis auf: Mit einem Anteil von 16,8 % aller Berufst\u00e4tigen geh\u00f6rt Deutschland zu den L\u00e4ndern mit den h\u00f6chsten Anteilen an gr\u00fcnen Talenten \u2013 nur \u00d6sterreich (17,6 %) weist einen h\u00f6heren Anteil auf. Dennoch ist der Anteil der gr\u00fcnen Talente in Deutschland in den letzten f\u00fcnf Jahren im Durchschnitt nur um 5,0 % pro Jahr gestiegen. Im Vergleich dazu verzeichneten andere L\u00e4nder wie Frankreich (7,4 %), das Vereinigte K\u00f6nigreich (5,7 %) oder die USA (5,4 %) einen etwas st\u00e4rkeren Anstieg. Das bedeutet, dass, obwohl der Anteil gr\u00fcner Talente weltweit kontinuierlich w\u00e4chst, dieser Fortschritt nicht schnell genug erfolgt, um der steigenden Nachfrage der gr\u00fcnen Wirtschaft gerecht zu werden. Gleichzeitig verdeutlichen Daten von LinkedIn, dass es in der gr\u00fcnen Wirtschaft nicht nur an qualifizierten Fachkr\u00e4ften mangelt, sondern auch eine Unterrepr\u00e4sentation von Frauen im sogenannten gr\u00fcnen Talentpool besteht. Weltweit machen Frauen lediglich ein Drittel (33 %) der gr\u00fcnen Talente aus, wobei der Frauenanteil in Deutschland mit 25 % sogar noch geringer ist. Im Gesamten verf\u00fcgt in Deutschland nur etwa jede achte Frau (12,3 %) unter allen Arbeitnehmern \u00fcber gr\u00fcne F\u00e4higkeiten oder Berufserfahrung, verglichen mit gut einem F\u00fcnftel der M\u00e4nner (21,8 %). Mit einem Unterschied von 9,5 Prozentpunkten ist der gr\u00fcne Gender Gap in Deutschland nicht nur der gr\u00f6\u00dfte (gefolgt von den Vereinigten Arabischen Emiraten mit 8,4 %), sondern w\u00e4chst auch besonders schnell. Seit 2016 ist der gr\u00fcne Gender Gap in Deutschland um 2,9 Prozentpunkte gestiegen, verglichen mit einem Wachstum von 2,7 Prozentpunkten in Frankreich und 1,4 Prozentpunkten im Vereinigten K\u00f6nigreich. Die Kluft zwischen den Geschlechtern in F\u00fchrungspositionen sei dieser Untersuchung zufolge sogar noch ausgepr\u00e4gter \u2013 es bildet sich eine sogenannte \u201eGreen Ceiling\u201c. In den Erneuerbaren Energien, einer der Branchen, die die gr\u00fcne Transformation ma\u00dfgeblich vorantreiben, liegt der Frauenanteil in F\u00fchrungspositionen weltweit bei 25 %, im Vergleich zu 31 % in anderen Branchen. Deutschland hinkt mit einem Frauenanteil von 18 % in F\u00fchrungspositionen im Bereich Erneuerbare Energien deutlich hinter dem weltweiten Durchschnitt zur\u00fcck. Der Anteil von Frauen in F\u00fchrungspositionen im Bereich erneuerbare Energien liegt in Frankreich bei 33 %, im Vereinigten K\u00f6nigreich bei 22 % und in den USA bei 25 %. &nbsp;\u201eDie gr\u00fcne Wirtschaft bietet bereits jetzt und langfristig sehr gute Karrierechancen, an denen auch Frauen und andere marginalisierte Gruppen auf dem Arbeitsmarkt teilhaben sollten. Um die Green Ceiling einzurei\u00dfen und zu verhindern, dass der Gender Gap langfristig gesamtgesellschaftlich wieder st\u00e4rker w\u00e4chst, m\u00fcssen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dringend Barrieren abbauen und allen Arbeitnehmer*innen Zugang zur gr\u00fcnen Wirtschaft und zu gr\u00fcnen Jobs erm\u00f6glichen\u201d, sagte die Expertin. Eine immer bedeutendere Rolle bei der Erh\u00f6hung des Frauenanteils in den Unternehmensf\u00fchrungen kommt Headhuntern und Personalberatungsfirmen zu \u2013 und in allen Branchen und Bereichen in denen Frauen immer noch unterrepr\u00e4sentiert sind. Dazu z\u00e4hlt zweifellos die Energiewirtschaft. Die weitaus \u00fcberwiegende Zahl der Stadtwerke und kommunaler Versorgungsunternehmen sind hierzulande noch fest in M\u00e4nnerhand, wei\u00df Jonathan Lichter, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der auf die Personalberatung im Energiesektor spezialisierten <a href=\"https:\/\/www.callidus-energie.de\/de\/\">Callidus Energie<\/a>: \u201eVorst\u00e4nde in EVU sind h\u00e4ufig Ingenieure und das Studium der Ingenieurswissenschaften ist nach wie vor m\u00e4nnerdominiert &#8211; gerade in der Elektrotechnik, auch wenn sich da ein bisschen was tut.\u201c Bei Callidus Energie legen wir deshalb ein besonderes Augenmerk darauf, Frauen f\u00fcr F\u00fchrungspositionen im Bereich der Energiewirtschaft zu gewinnen, so Lichter weiter: \u201eWir sind mittendrin in einer gigantischen Transformation, die nicht zuletzt auch tief in die Unternehmenskultur hineinwirkt. Da geht es um Themen wie Hierarchieabbau, Offenheit f\u00fcr Innovationen und Empathie, um Talente zu entwickeln. Das sind alles sind alles Themen, die gerade Frauen sehr gut voranbringen k\u00f6nnen. Sowohl unterschiedliche Studien, als auch unsere Erfahrungen aus der Vermittlungspraxis belegen eindeutig, dass Unternehmen nachhaltig erfolgreicher sind, wenn mehr Frauen F\u00fchrungsverantwortung innehaben und so den Ausbau von Infrastruktur und Gesch\u00e4ft ma\u00dfgeblich pr\u00e4gen. So k\u00f6nnen weibliche F\u00fchrungskr\u00e4fte den Abbau starrer Hierarchien f\u00f6rdern und gleichzeitig die intrinsische Motivation der Mitarbeiterinnen wie Mitarbeiter entfachen.\u201c Mit anderen Worten: Es besteht ein dringender Handlungsbedarf, der nicht allein in der Verantwortung der Regierungen liegt, die F\u00f6rderung von Ausbildung, Umschulung und Weiterbildungen zu intensivieren. Auch Unternehmen und Arbeitnehmer sind aufgefordert, aktiv zu werden. Unternehmen sollten genau evaluieren, welche gr\u00fcnen F\u00e4higkeiten sie f\u00fcr die Realisierung ihrer Klimaziele ben\u00f6tigen, und potenzielle Qualifikationsl\u00fccken durch gezielte Weiterbildungsma\u00dfnahmen sowie kompetenzbasiertes Recruiting gezielt schlie\u00dfen. (Ingenieur\/DEKOM, 11.02.2024\/22.04.2024) <a href=\"https:\/\/www.ingenieur.de\/karriere\/arbeitsleben\/arbeitgeber\/linkedin-analyse-fachkraeftemangel-gefaehrdet-globale-klimaziele\/\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend in anderen Wirtschaftszweigen Tausende von Arbeitspl\u00e4tzen abgebaut werden, k\u00e4mpft der Energiesektor verzweifelt um qualifiziertes Personal. Eine aktuelle Analyse von LinkedIn enth\u00fcllt, dass es sowohl in Deutschland als auch weltweit an qualifizierten Fachkr\u00e4ften mangelt, um die vereinbarten Klimaziele zu verwirklichen. Inmitten der Energiekrise gewinnt der Ausbau erneuerbarer Energien zunehmend an Bedeutung. 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