{"id":7807,"date":"2023-11-20T14:58:00","date_gmt":"2023-11-20T12:58:00","guid":{"rendered":"http:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=7807"},"modified":"2024-06-24T14:59:01","modified_gmt":"2024-06-24T12:59:01","slug":"enormer-wasserverlust-durch-marode-wassernetze-versorger-muessen-auch-investieren-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/enormer-wasserverlust-durch-marode-wassernetze-versorger-muessen-auch-investieren-koennen\/","title":{"rendered":"Enormer Wasserverlust durch marode Wassernetze: \u201eVersorger m\u00fcssen auch investieren k\u00f6nnen\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Marode Leitungen, kaputte Rohre, veraltete Versorgungsnetze: T\u00e4glich versickern in Deutschland etwa 1,3 Milliarden Liter Trinkwasser ungenutzt im Boden. Angesichts zunehmender D\u00fcrreperioden auch in unseren Breitengraden und den damit einhergehenden allsommerlichen Wassersparapellen vieler B\u00fcrgermeisterinnen und B\u00fcrgermeister \u2013 eigentlich nur schwer nachvollziehbar.\u00a0 Dazu, wie es so weit kommen konnte, was jetzt dringend getan werden muss und wie Kommunen k\u00fcnftig nachhaltiger mit der wertvollen Ressource Wasser umgehen k\u00f6nnen, haben wir ein zweiteiliges Interview mit Carsten Schweneker, CEO der auf Infrastrukturtechnologie, Logistik- und Smartcity &#8211; L\u00f6sungen spezialisierten EBERO AG, gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herr Schweneker, jeden Tag versickert hierzulande Trinkwasser in einer Menge mit der f\u00fcnf Millionen Haushalte versorgt werden k\u00f6nnten. Das klingt nach enormen Verlusten. Hat das bisher niemand gemerkt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor dem Hintergrund, dass Deutschland immer ein sehr wasserreiches Land war hat das im Grunde genommen nie jemanden gro\u00df interessiert. Die Verbraucher nicht, weil die Wasserpreise bislang eher moderat und bezahlbar waren und die Entscheidungstr\u00e4ger in den Kommunen nicht, weil die Sanierung des Trinkwassersystems einfach sehr teuer ist und es ja auch ohne weiterhin funktioniert. Letztlich hat ja nie jemand gesagt, ich kriege kein Wasser.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Im Sommer wird Wasser zunehmend knapp \u2013 da hat sich offenbar etwas ver\u00e4ndert in den letzten Jahren?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ja, das \u00e4ndert sich ja gerade massiv durch die Klimaver\u00e4nderung und die damit einhergehende Verschiebung des Regenaufkommens. Auf lange Trockenphasen folgen Starkregenereignisse. Das viele Wasser in den Niederschlagsphasen k\u00f6nnen wir gar nicht halten, wobei das auch Teil der L\u00f6sung w\u00e4re. Stattdessen muss das Wasser weggeleitet werden. Daf\u00fcr braucht es auch Pumpen. Ein wichtiger Punkt, der mir in der \u00f6ffentlichen Diskussion h\u00e4ufig zu kurz kommt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Inwiefern?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ohne Pumpen funktionieren Wasserleitungen nicht. Hinter jedem Liter Wasser der in einen Haushalt flie\u00dft steht eine Pumpleistung und damit ein Energieverbrauch in nicht unerheblichem Ma\u00dfe. Wenn ich das Wasser einfach verrieseln lasse laufen meine Pumpen f\u00fcr verlorenes Wasser. Das ist dann doppelt umweltsch\u00e4digend. Zum einen ist das wertvolle Wasser verloren und zum anderen habe ich enormen Energieverbrauch f\u00fcr null Leistung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Sie haben eingangs schon mal die Entscheidungstr\u00e4ger in den Kommunen angesprochen. Wer ist denn \u00fcberhaupt f\u00fcr die Trinkwasserversorgungsnetze in Deutschland zust\u00e4ndig?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Wasserversorgungsnetze und die Aufsicht dar\u00fcber sind in kommunaler Hand. Die Kommunen haben im Rahmen der Daseinsvorsorge die Aufgabe daf\u00fcr zu sorgen, dass die Bev\u00f6lkerung Wasser erh\u00e4lt. Wie sie das l\u00f6st ist ihr weitgehend selbst \u00fcberlassen. Sie kann die Wasserversorgung \u00fcber ein Stadtwerk l\u00f6sen, sie kann einen Wasserversorgungsverband gr\u00fcnden oder sich einem solchen Verband anschlie\u00dfen. Gelder f\u00fcr Instandhaltung und Ert\u00fcchtigung der Wasserleitungen m\u00fcssen nat\u00fcrlich die Kommunalpolitiker bewilligen und bereitstellen. Sie entscheiden am Ende auch \u00fcber die H\u00f6he des Wassergeldes &#8211; und da beginnt dann eigentlich auch immer schon die Problematik.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Warum?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ich kenne wenig Politiker, die sich trauen die Geb\u00fchren f\u00fcr Wasser zu erh\u00f6hen. Entgelterh\u00f6hungen sind unpopul\u00e4r und kommen bei den W\u00e4hlern selten gut an. Politiker suggerieren der Bev\u00f6lkerung lieber, dass sie die Preise im Griff haben. Wenn aber Investitionen in die Versorgungsnetze dauerhaft ausbleiben, kommt es eben zu Sch\u00e4den und Wasserverlusten in den enormen Ausma\u00dfen, \u00fcber die wir hier gerade reden. Insofern m\u00fcssen Wasserverb\u00e4nde und Versorgungsunternehmen in die Lage versetzt werden so zu wirtschaften, dass sie auch investieren k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Also h\u00f6here Geb\u00fchren\u2026?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Will man die maroden Leitungen wieder auf Vordermann bringen, wird man nicht umhinkommen, die auch die Wassergelder auf den Pr\u00fcfstand zu stellen und ggf. zu erh\u00f6hen. Wobei man sich hier im marginalen Bereich bewegt. Die Rede ist von vielleicht zwei, drei Cent pro Kubikmeter Wasser, die daf\u00fcr schon ausreichen w\u00fcrden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche konkreten Ma\u00dfnahmen Kommunen und Wasserverb\u00e4nde jetzt ergreifen und umsetzen m\u00fcssen, welche Technologien und Verfahren daf\u00fcr zur Verf\u00fcgung stehen und wie der Wasserbedarf der Gegenwart gedeckt werden kann, ohne den Wasserbedarf k\u00fcnftiger Generationen zu gef\u00e4hrden &#8211; erfahren Sie im zweiten Teil unseres Interviews mit EBERO AG &#8211; CEO Carsten Schweneker in der n\u00e4chsten Ausgabe des DEKOM Anfang Dezember. &nbsp;<\/strong>(DEKOM, 20.11.2023) <a href=\"https:\/\/www.ebero.com\/\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Marode Leitungen, kaputte Rohre, veraltete Versorgungsnetze: T\u00e4glich versickern in Deutschland etwa 1,3 Milliarden Liter Trinkwasser ungenutzt im Boden. 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