{"id":7815,"date":"2023-12-04T15:00:00","date_gmt":"2023-12-04T13:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=7815"},"modified":"2024-06-27T15:01:10","modified_gmt":"2024-06-27T13:01:10","slug":"nicht-fuer-alle-anwendungsfaelle-wird-trinkwasser-benoetigt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/nicht-fuer-alle-anwendungsfaelle-wird-trinkwasser-benoetigt\/","title":{"rendered":"\u201eNicht f\u00fcr alle Anwendungsf\u00e4lle wird Trinkwasser ben\u00f6tigt\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Deutschland verliert durch die globale Erw\u00e4rmung jedes Jahr etwa 2,5 Kubikkilometer Wasser. Das geht aus dem neuen Monitoringbericht zur &#8222;Deutschen Anpassungsstrategie an den Klimawandel&#8220; hervor, den Umweltbundesamt (UBA) und Bundesumweltministerium Ende November vorgestellt haben. Hochgerechnet auf 20 Jahre entspricht das der Wassermenge im Bodensee. Die Ressource Wasser wird auch in unseren Breiten zunehmend knapp. Nachhaltiges Wassermanagement und Wassersparsamkeit werden immer wichtiger. Umso dramatischer erscheinen die enormen Trinkwasserverluste von 1,3 Milliarden Litern, die hierzulande tagt\u00e4glich durch marode Leitungen und kaputte Rohre ungenutzt im Erdreich versickern. Dar\u00fcber haben wir uns mit Carsten Schweneker, CEO der auf Infrastrukturtechnologie, Logistik- und Smartcity \u2013 L\u00f6sungen spezialisierten EBERO AG, unterhalten. Im zweiten Teil unseres Interviews erkl\u00e4rt Schweneker, welche Ma\u00dfnahmen jetzt von N\u00f6ten sind und was zuerst getan werden sollte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was muss eine Kommune jetzt machen, um die Trinkwasserversorgung in den Griff bekommen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Carsten Schweneker:<\/strong> Aus meiner Sicht sind zun\u00e4chst zwei Dinge wichtig. Erstens muss der Frage nachgegangen werden, wo die Verluste entstehen. Das ist nicht so einfach wie es klingt.&nbsp; Daf\u00fcr ben\u00f6tigt man Sensoriken und Analyseger\u00e4te. Wir haben diese Instrumente auch im Programm aber sie werden sehr wenig nachgefragt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Woran liegt das?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><strong>Carsten Schweneker:<\/strong> <\/a>Man muss sehen, dass Wasserknappheit hierzulande bislang kein nennenswertes Problem war. In anderen L\u00e4ndern rund um den Erdball sieht das deutlich anderes aus. S\u00fcdeurop\u00e4ische L\u00e4nder etwa, die ohnehin \u00fcber wenig Wasser verf\u00fcgen, haben l\u00e4ngst permanente Monitorings etabliert. Wo Wasser knapp ist, werden Wasserverluste restriktiver beobachtet und analysiert. Defekte Leitungen werden schnell instandgesetzt \u2013 oder wo notwendig durch neue ersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Also mehr Transparenz?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Carsten Schweneker: <\/strong>Es gibt Leitungen \u2013 etwa in K\u00f6ln &#8211; die sind zum Teil weit \u00fcber 100 Jahre alt und immer noch dicht und funktionst\u00fcchtig. Da besteht dann tats\u00e4chlich kein Grund die auszuwechseln. Aber auch das wei\u00df man nat\u00fcrlich nur, wenn man Kenntnis \u00fcber den aktuellen Zustand des Leitungsnetzes hat. Aufschluss dar\u00fcber erh\u00e4lt man eben nur durch regelm\u00e4\u00dfiges Monitoring.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Laut Umweltbundesamt ist der relative Wasserverlust in Deutschland im weltweiten Vergleich am gr\u00f6\u00dften und schnellsten\u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Carsten Schweneker: <\/strong>Ein ganz wichtiger Punkt, der die Frage nach dem k\u00fcnftigen Wasserbedarf und der k\u00fcnftig verf\u00fcgbaren Wassermenge aufwirft. Hier wird es schon in naher Zukunft erhebliche Verwerfungen geben. Der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) geht davon aus, dass die klimatischen Bedingungen in der Region Unterweser in 30 Jahren denen der Stadt Toulouse in S\u00fcdfrankreich \u00e4hneln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Welche Ma\u00dfnahmen macht das erforderlich?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Carsten Schweneker: <\/strong>Der OOWV baut dort tats\u00e4chlich Transportleitungen in neue Brunnen. Einfach vor dem Hintergrund, dass es das heute noch zur Verf\u00fcgung stehende Wasser in dieser Region in Zukunft nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden sein wird. &nbsp;Deshalb werden heute schon neue Quellen erschlossen, aus denen das Wasser dann \u00fcber l\u00e4ngere Distanzen dorthin transportiert werden kann, wo es gebraucht wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Werden Ressourcen knapp, ist Sparsamkeit von N\u00f6ten\u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Carsten Schweneker:<\/strong> In der Tat liegt in Einsparungen nat\u00fcrlich ein weiterer wichtiger Hebel. Nicht f\u00fcr alle Anwendungsf\u00e4lle wird Trinkwasser ben\u00f6tigt. Man kann sehr wohl Regenwasser nehmen, um zu duschen und man kann Regenwasser nehmen, um die Toilettensp\u00fclung zu betreiben, den Garten zu bew\u00e4ssern und das Auto zu waschen usw. F\u00fcr solcherlei Nutzungen braucht es schlicht kein Trinkwasser. Das l\u00e4sst sich prima \u00fcber den Preis steuern. H\u00f6here Preise f\u00fcr teureres Trinkwasser lassen sich durch sparsame Nutzung kompensieren.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Das gilt nicht nur f\u00fcr die einzelnen Haushalte, sondern z. B. auch f\u00fcr die Bew\u00e4sserung \u00f6ffentlicher Gr\u00fcnanlagen und B\u00e4ume.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Carsten Schweneker:<\/strong> Letztere spenden Schatten und sorgen f\u00fcr ein gutes Mikroklima in den Innenst\u00e4dten. Allerdings stellt die Bew\u00e4sserung w\u00e4hrend Hitzeperioden eine Herausforderung dar. Hier gibt es eine Vielzahl technologsicher M\u00f6glichkeiten \u2013 z. B. automatische Tr\u00f6pfchenbew\u00e4sserung \u2013 die gegen\u00fcber der herk\u00f6mmlichen Bew\u00e4sserung mit Gie\u00dfw\u00e4gen, Stativregnern oder dem Schlauch, erhebliches Einsparpotenzial haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vielen Dank.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland verliert durch die globale Erw\u00e4rmung jedes Jahr etwa 2,5 Kubikkilometer Wasser. 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