{"id":8016,"date":"2024-10-21T13:01:28","date_gmt":"2024-10-21T11:01:28","guid":{"rendered":"http:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8016"},"modified":"2024-10-21T13:44:09","modified_gmt":"2024-10-21T11:44:09","slug":"waermeplanung-stellt-kommunen-vor-enorme-herausforderungen-heizungsfachleute-bieten-unterstuetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/waermeplanung-stellt-kommunen-vor-enorme-herausforderungen-heizungsfachleute-bieten-unterstuetzung\/","title":{"rendered":"W\u00e4rmeplanung stellt Kommunen vor enorme Herausforderungen &#8211; Heizungsfachleute bieten Unterst\u00fctzung"},"content":{"rendered":"\n<p>F\u00fcr alle St\u00e4dte und Gemeinden in Deutschland ist die Kommunale W\u00e4rmeplanung (KWP) eine gesetzliche Pflichtaufgabe \u2013 mit dem Ziel, die W\u00e4rmeversorgung \u2013 unter weitgehendem Verzicht von Erd\u00f6l und Erdgas &#8211; bis 2045 klimaneutral zu machen. Diese Herausforderung gelingt nicht von heute auf morgen. Sie erfordert genaue Kenntnis der Bedingungen vor Ort und strategisches Vorgehen. Beides soll die Kommunale W\u00e4rmeplanung erm\u00f6glichen. Im Prinzip handelt es dabei um ein strategisches Planungsverfahren mit dem die Kommunen die M\u00f6glichkeiten, f\u00fcr die klimaneutrale Transformation der W\u00e4rmeversorgung vor Ort ausloten. Vergleichbar mit einer Inventur, beleuchtet die Kommunale W\u00e4rmeplanung dabei den aktuellen Status Quo, ermittelt den tats\u00e4chlichen W\u00e4rmebedarf der Geb\u00e4ude und soll aufdecken, welche lokalen Potenziale f\u00fcr die W\u00e4rmeerzeugung unter maximaler Einbindung erneuerbarer Energien zur Verf\u00fcgung stehen. Auf dieser Basis formulieren die Verwaltungen Ziele f\u00fcr die W\u00e4rmewende und entwickeln entsprechende Strategien und Ma\u00dfnahmen, um die Ziele zu erreichen. Dar\u00fcber zu entscheiden haben letztlich die Stadt- und Gemeinder\u00e4te. Einen Teil der Ma\u00dfnahmen kann die Kommune direkt ansto\u00dfen, andere werden durch die Stadt- oder Gemeindewerke oder weitere Marktteilnehmer verwirklicht. Die Kommunale W\u00e4rmeplanung ist keineswegs trivial \u2013 sie erfordert jede Menge Know-how und bindet viele Ressourcen. Die Heizungsfachleute vor Ort, darunter die Heizungsbauer und Schornsteinfeger vor Ort, stehen den Planungsteams in den St\u00e4dten und Gemeinden dabei mit Rat und Tat zur Seite und unterst\u00fctzen die Kommunen bei der W\u00e4rmeplanung von der Konzeption bis zur Umsetzung. Worauf St\u00e4dte und Gemeinden bei ihren Planungen besonders achten m\u00fcssen, erkl\u00e4rt Andreas M\u00fcller, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Technik beim Zentralverband Sanit\u00e4r Heizung Klima, im DEKOM-Interview:&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Herr M\u00fcller, Sie haben als Zentralverband den Blick auf ganz Deutschland, wie sehen Sie den Fortgang der Energiewende und der Kommunalen W\u00e4rmeplanung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Andreas M\u00fcller:<\/em><\/strong><a> <\/a><em>Wir stehen voll und ganz hinter den klimapolitischen Zielen der Bundesregierung. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen die Ma\u00dfnahmen letztlich f\u00fcr alle Beteiligten wirtschaftlich, also bezahlbar sein. Die Kommunale W\u00e4rmeplanung ist prinzipiell ein gutes Verfahren, die W\u00e4rmeversorgung vor Ort auf den Pr\u00fcfstand zu stellen, um zu schauen, wie man zur Klimaneutralit\u00e4t kommt, damit auch alle die erforderlichen Ma\u00dfnahmen akzeptieren. Die Akzeptanz aller Akteure und Betroffenen ist in diesem Zusammenhang ganz wichtig.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Worin sehen Sie die H\u00fcrden f\u00fcr die Kommunen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Andreas M\u00fcller:<\/em><\/strong><em> Die Herausforderungen zur Umsetzung der Kommunalen W\u00e4rmeplanung sind enorm \u2013 personell, zeitlich, finanziell \u2013 als Fachleute unterst\u00fctzen wir gerne die Planungs-Teams vor Ort.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was sollte die Kommunale W\u00e4rmeplanung vor allem mitbringen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Andreas M\u00fcller:<\/em><\/strong><em> Wichtig sind in erster Linie eine m\u00f6glichst breite Beteiligung aller Akteure und eine realistische und transparente Umsetzung der Kommunalen W\u00e4rmeplanung. Nur so l\u00e4sst sich die, f\u00fcr die W\u00e4rmewende vor Ort notwendige Akzeptanz aller Betroffenen erreichen.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was ist f\u00fcr Sie einer der gr\u00f6\u00dften Knackpunkte?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Andreas M\u00fcller:<\/em><\/strong><em> Ein gro\u00dfes Problem der KWP ist, dass sie viel Zeit f\u00fcr Planung und Umsetzung erfordert, dass die Konkretisierung und bauliche Umsetzung der Ma\u00dfnahmen meist nochmals viel Zeit in Anspruch nehmen. Daher empfehlen wir die dezentral, individuell zu l\u00f6senden Gebiete fr\u00fch auszuweisen, damit die B\u00fcrger eine konkrete Orientierung bekommen, damit es mit der W\u00e4rmewende voran geht \u2013 vom Staat gibt es jetzt ja auch attraktive F\u00f6rdermittel.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Worauf ist dabei aus Ihrer Sicht ganz besonders zu achten?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Andreas M\u00fcller:<\/em><\/strong><em> Eine zukunftsfeste bzw. -f\u00e4hige Kommunale W\u00e4rmeplanung macht aus, dass sie l\u00f6sungsorientiert einem transparenten, realit\u00e4tsnahen und systemoffenen Planungsprozess unterliegt. Denn das Ziel muss sein, herauszufinden, mit welchen m\u00f6glichst hohen Anteilen erneuerbarer Energien k\u00fcnftig W\u00e4rme erzeugt und genutzt werden kann. Dabei kommen \u00f6kologische und wirtschaftliche \u00dcberlegungen zum Tragen, ob etwa hochinvestive W\u00e4rmenetze f\u00fcr ein Wohngebiet und die B\u00fcrger praktikabel, d.h. finanzier- und bezahlbar gebaut werden k\u00f6nnen, oder ob besser dezentral geheizt werden soll. Insofern sind W\u00e4rmenetze nicht immer und \u00fcberall automatisch die beste L\u00f6sung. Auch W\u00e4rmepumpen sind nicht alternativlos. Es gibt eine Reihe weiterer GEG-konformer Effizienzl\u00f6sungen wie Biomasseheizungen, W\u00e4rmepumpen-Hybrid-L\u00f6sungen mit fl\u00fcssigen und gasf\u00f6rmigen Brennstoffen, Einzelraumfeuerungsanlagen mit Holz etc.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gleichwohl wird meist die Fernw\u00e4rme favorisiert \u2013 macht das Sinn?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Andreas M\u00fcller:<\/em><\/strong><em> W\u00e4rmenetze sind unter bestimmten Voraussetzungen Teil der L\u00f6sung, z.B. in kompakten st\u00e4dtischen Wohngebieten mit hohem W\u00e4rmebedarf und einer hohen W\u00e4rmedichte oder wenn sie \u201enur\u201c erweitert werden m\u00fcssen. Werden die Leitungswege zu lang oder w\u00fcrde es um neue W\u00e4rmenetze z.B. in l\u00e4ndlichen Gebieten gehen, dann braucht man hohe Anschlusszahlen damit sich alles amortisiert. Oft fehlt dann z.B. industrielle Abw\u00e4rme als Erneuerbare Energie.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ist ein Anschlusszwang an die Fernw\u00e4rme ein probates Mittel f\u00fcr deren Umsetzung?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Andreas M\u00fcller:<\/em><\/strong><em> Anschluss- und Benutzungszw\u00e4nge f\u00fcr W\u00e4rmenetze kommen mehr und mehr aus der Mode. Die Kommunen verzichten zunehmend darauf, weil sie ja am Ende von den B\u00fcrgern die Akzeptanz und Zustimmung f\u00fcr getroffene Entscheidungen ben\u00f6tigen. Sie sagen: Die B\u00fcrger wollen frei entscheiden. Au\u00dferdem m\u00fcssen die W\u00e4rmel\u00f6sungen von sich aus wirtschaftlich, also f\u00fcr alle Seiten finanzierbar sein.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vielen Dank!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Hilfreiche Hinweise, Tipps und weitergehende Informationen zum Einstieg in die kommunale W\u00e4rmeplanung hat die Allianz Freie W\u00e4rme jetzt in einem kompakten Praxisleitfaden mit KWP-Check und anderen Tools zusammengestellt. <a href=\"https:\/\/www.freie-waerme.de\/service\/downloads\/\">Zum Download hier\u2026<\/a> (DEKOM\/ZVSHK, 21.10.2024)&nbsp; <a href=\"https:\/\/www.zvshk.de\/\">Mehr Infos zum ZVSHK hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr alle St\u00e4dte und Gemeinden in Deutschland ist die Kommunale W\u00e4rmeplanung (KWP) eine gesetzliche Pflichtaufgabe \u2013 mit dem Ziel, die W\u00e4rmeversorgung \u2013 unter weitgehendem Verzicht von Erd\u00f6l und Erdgas &#8211; bis 2045 klimaneutral zu machen. Diese Herausforderung gelingt nicht von heute auf morgen. Sie erfordert genaue Kenntnis der Bedingungen vor Ort und strategisches Vorgehen. Beides [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-8016","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8016","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8016"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8016\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8026,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8016\/revisions\/8026"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8016"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8016"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8016"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}