{"id":8034,"date":"2024-11-11T13:06:39","date_gmt":"2024-11-11T11:06:39","guid":{"rendered":"http:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8034"},"modified":"2024-11-11T13:06:41","modified_gmt":"2024-11-11T11:06:41","slug":"bitkom-digitalisierung-der-schulen-noch-vor-neuwahlen-klaeren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/bitkom-digitalisierung-der-schulen-noch-vor-neuwahlen-klaeren\/","title":{"rendered":"BITKOM: Digitalisierung der Schulen noch vor Neuwahlen kl\u00e4ren"},"content":{"rendered":"\n<p>Seit 2019 hat der Digitalpakt Schule mehr als f\u00fcnf Milliarden Euro f\u00fcr die Digitalisierung von Deutschlands Schulen bereitgestellt &#8211; etwa f\u00fcr die Ausstattung mit WLAN, Tablets oder Computern und f\u00fcr die Netzwerkadministration. Das Programm ist im Mai dieses Jahres trotz Verankerung im Koalitionsvertrag ohne Anschlussfinanzierung ausgelaufen. Die derzeit noch zur Verf\u00fcgung stehenden Gelder verfallen Ende des Jahres.\u202fDie versprochene Anschlussfinanzierung steht in der aktuellen politischen Situation so auf dem Spiel wie nie zuvor. Ohne eine dauerhafte Finanzierung werden viele Schulen und Schultr\u00e4ger gezwungen sein, begonnene Digitalisierungsprojekte zu stoppen oder zur\u00fcckzudrehen. Es fehlt nach wie vor an moderner technischer Ausstattung, digitalen Lehrmitteln und Tools sowie den entsprechenden Fortbildungen und Strategien, um Deutschlands Schulen in die digitale Welt zu holen. Ohne die schnellstm\u00f6gliche Verankerung des Digitalpakt 2.0 stehen nicht nur die Schulen und Schultr\u00e4ger vor massiven Unsicherheiten, damit steht auch insgesamt die Zukunftsf\u00e4higkeit des deutschen Bildungssystems auf dem Spiel, warnt ein breites B\u00fcndnis aus Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, Lehrkr\u00e4ften, Eltern, Schultr\u00e4gern, Digitalwirtschaft und Zivilgesellschaft anl\u00e4sslich der morgen startenden Statuskonferenz zum Digitalpakt Schule. Die Bundessch\u00fclerkonferenz, der Bundeselternrat, der Verband Bildung und Erziehung, der Deutsche St\u00e4dte- und Gemeindebund, der Digitalverband Bitkom, der Deutsche Philologenverband, der Verband Bildungsmedien und die Initiative D21 fordern die Bundesregierung und L\u00e4nder auf, eine moderne digitale Bildung zur Priorit\u00e4t zu machen. Die Bundesregierung muss nach dem Bruch der Ampelkoalition noch vor den Neuwahlen den finanziellen Rahmen f\u00fcr einen Digitalpakt 2.0, sowie den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen mit den L\u00e4ndern sicherstellen. Dazu braucht es ein breites politisches B\u00fcndnis \u00fcber die Parteigrenzen hinweg. Die Zukunftsf\u00e4higkeit unseres Bildungssystems ist von zentraler Bedeutung f\u00fcr Wirtschaft und Gesellschaft; der Digitalpakt 2.0 duldet daher keinen Aufschub bis weit ins neue Jahr. In der Bev\u00f6lkerung gibt es eine breite Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Finanzierung von Digitalisierungsma\u00dfnahmen an Schulen. 91 Prozent fordern, schnelle und stabile Internetverbindungen an Schulen dauerhaft staatlich zu f\u00f6rdern. 85 Prozent w\u00fcnschen sich eine F\u00f6rderung von IT-Ger\u00e4ten wie Tablets und Laptops f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fclern, 81 Prozent von Wartung, Verwaltung und Reparatur der Ger\u00e4te. 67 Prozent w\u00fcnschen sich eine dauerhafte staatliche Finanzierung von Lehr- bzw. Lernprogrammen, wie zum Beispiel Lern-Apps an Schulen, 51 Prozent die F\u00f6rderung von Fort- und Weiterbildungsformate f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte zum Einsatz digitaler Technologien und Tools im Unterricht. Au\u00dferdem sind 42 Prozent der Meinung, die Anschaffung von IT-Ger\u00e4ten f\u00fcr Lehrkr\u00e4fte sollte dauerhaft staatlich gef\u00f6rdert werden, 39 Prozent w\u00fcnschen sich die Bereitstellung von Sondergeldern zur Erprobung innovativer digitaler Formate im Unterricht. Nur ein Prozent der Deutschen ist der Meinung, es sollten keine Ma\u00dfnahmen zur Digitalisierung an Schulen staatlich gef\u00f6rdert werden. Das sind Ergebnisse einer repr\u00e4sentativen Umfrage unter 1.005 Personen in Deutschland ab 16 Jahren im Auftrag des Digitalverbands Bitkom. Die H\u00e4ngepartie um den Digitalpakt 2.0 dauert bereits zwei Jahre. Bereits im Oktober 2023 hatte das B\u00fcndnis in einer Pressekonferenz vor den Folgen einer fehlenden Anschlussfinanzierung gewarnt und einen gemeinsamen Forderungskatalog vorgestellt. Neben der F\u00f6rdersumme ist aktuell unter anderem weiterhin unklar, wann die Verhandlungen fortgesetzt werden und welchen F\u00f6rderrahmen ein Digitalpakt 2.0 einschlie\u00dfen soll. Zuletzt hatte die damalige Bundesministerin f\u00fcr Bildung und Forschung, Bettina Stark-Watzinger den Bundesl\u00e4ndern Ende August ein Angebot \u00fcber die F\u00f6rdersumme des Digitalpakt 2.0 gemacht, welches die L\u00e4nder aufgrund der Anforderung des Bundes, mindestens 50 Prozent zur Gesamtf\u00f6rdersumme beizutragen, kritisierten. Fabian Sch\u00f6n, Generalsekret\u00e4r der Bundessch\u00fclerkonferenz, sagt:\u202f\u201eAls Sch\u00fcler*innen erleben wir t\u00e4glich die Herausforderungen einer unzureichenden Digitalisierung an unseren Schulen. Der Digitalpakt 2.0, der eine Verbesserung der aktuellen Situation verspricht, wird durch politische Streitigkeiten zwischen Bund und L\u00e4ndern blockiert. Wir fordern, dass die Entscheidungstr\u00e4ger einen Kompromiss finden, um endlich einen gerechten Zugang zu digitaler Bildung f\u00fcr alle zu gew\u00e4hrleisten und die ungleiche Verteilung von technischen Ressourcen zu beheben. Die Zukunft unserer Bildung h\u00e4ngt von einer stabilen, gleichen und fortschrittlichen digitalen Infrastruktur\u202fab.\u201c \u201eBildung ist der Schl\u00fcssel zur Zukunft und muss mit der digitalen Entwicklung Schritt halten, um Kindern bestm\u00f6gliche Chancen zu bieten. Der Digitalpakt 2.0 ist entscheidend, um das Bildungssystem international zu st\u00e4rken und in eine zukunftsf\u00e4hige Gesellschaft zu investieren&#8220;, erkl\u00e4rt der Vorsitzende des Bundeselternrates Dirk Heyartz. \u201eDamit Kinder sicher und verantwortungsvoll in der digitalen Welt agieren k\u00f6nnen, muss Medienkompetenz als fester Unterrichtsbestandteil verankert werden. Daf\u00fcr m\u00fcssen Lehrkr\u00e4fte aber technisch ausgestattet und geschult werden.\u201c Prof. Dr. Susanne\u202fLin-Klitzing, Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, erkl\u00e4rt: \u201eDie H\u00e4ngepartie um den Digitalpakt 2.0 ist unertr\u00e4glich! Lehrkr\u00e4fte, Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler sind auf funktionierende, moderne Arbeitsmittel angewiesen. Dazu geh\u00f6rt aktuelle Soft- und Hardware, aber auch deren kontinuierliche, professionelle Wartung. Doch wie soll das sichergestellt werden, wenn eine entsprechende Mittel-Planung unm\u00f6glich ist? Auch die L\u00e4nder werden in der Zwischenzeit mit n\u00f6tigen Investitionen zur\u00fcckhaltend sein, wenn sie nicht wissen, ob ihnen dies sp\u00e4ter auch als \u201afrisch\u2018 investiertes L\u00e4ndergeld angerechnet werden kann oder nicht!\u201c Der stellvertretende Bundesvorsitzende des Verband Bildung und Erziehung Tomi Neckov kommentiert: \u201eWir haben erst am Freitag eine repr\u00e4sentative Studie vorgestellt, aus der hervorgeht, dass es in zehn Prozent der Schulen in Deutschland keinen einzigen Klassensatz an digitalen Endger\u00e4ten gibt. Im Vergleich zum Vorjahr hei\u00dft das, dass es keine Ver\u00e4nderung bei diesem entscheidenden Zukunftsthema gibt. Diese von politisch Verantwortlichen provozierte Stagnation ist in Wahrheit ein R\u00fcckschritt, weil wir mit dem Fortschritt in Gesellschaft und Wirtschaft nicht mithalten k\u00f6nnen. Nichts zeigt so deutlich, wie wichtig ein Digitalpakt 2.0 ist &#8211; auch, um endlich Planungssicherheit f\u00fcr Schulleitungen zu gew\u00e4hrleisten.\u201c Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Deutschen St\u00e4dte- und Gemeindebundes Andr\u00e9 Berghegger erkl\u00e4rt: \u201eDigitale Bildung ist f\u00fcr die Zukunft des Standorts Deutschland von entscheidender Bedeutung. Daher m\u00fcssen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler digitale Angebote nutzen k\u00f6nnen und die notwendige Ausstattung in den Schulen muss vorhanden sein. Die St\u00e4dte und Gemeinden sind auf Mittel aus dem Digitalpakt angewiesen. Ohne einen Digitalpakt 2 k\u00f6nnen wir keine Ersatzbeschaffungen f\u00fcr Endger\u00e4te vornehmen und den Support nicht finanzieren. Wir appellieren an Bund und L\u00e4nder, den Digitalpakt 2 endlich umzusetzen.\u201c \u201eChatGPT hat vor zwei Jahren Tatsachen geschaffen und KI an die Schulen gebracht. Sp\u00e4testens seitdem ist eine Fortsetzung des Digitalpakts l\u00e4ngst \u00fcberf\u00e4llig. Lehrende und Lernende ben\u00f6tigen eine verl\u00e4ssliche Infrastruktur und Hardware. Nur so k\u00f6nnen wir gemeinsam digitale Bildung weiterentwickeln und Didaktik, Technik und Inhalte f\u00fcr den bestm\u00f6glichen Lernerfolg verbinden. Auch wenn ein zweiter Digitalpakt erst mit einer neuen Regierung kommt, so muss er kommen. Die Zeit bis zu den Neuwahlen sollten Bund und L\u00e4nder die Verhandlungen soweit es nur geht, voranbringen, um keine Zeit zu verlieren\u201c, sagt Timm Lutter, Pr\u00e4sidiumsmitglied der Initiative D21 e.V. und Co-Leitung der AG Bildung. Christoph Pienko\u00df, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Verbands Bildungsmedien e. V., kommentiert: \u201eDie Schulen haben sich, auch mit Hilfe des Digitalpakts, l\u00e4ngst auf den Weg gemacht! Die Lehrkr\u00e4fte haben erkannt, welche p\u00e4dagogische Unterst\u00fctzung die digitalen Angebote der Unternehmen am Bildungsmarkt, was KI und individualisiertes Lernen und F\u00f6rdern bieten. Nun muss es weitergehen! Doch w\u00e4hrend die Spatzen die Unzul\u00e4nglichkeiten schulischer Bildung von den D\u00e4chern pfeifen, droht bei einer der wichtigsten Unterst\u00fctzungsma\u00dfnahmen weiterer Stillstand. \u00dcber alle Partei- und Zust\u00e4ndigkeitsgrenzen hinweg muss umgehend dem Digitalpakt 2.0 der Weg geebnet werden!\u201c \u201eEs droht eine milliardenschwere Investitionsruine in der deutschen Bildungslandschaft. Dabei k\u00f6nnen wir es uns weder gesellschaftlich noch wirtschaftlich leisten, bei der Digitalisierung der Schulen weiter hinterherzuhinken. Alltag und Arbeitsleben au\u00dferhalb der Schulgeb\u00e4ude sind l\u00e4ngst digital, Digital- und Medienkompetenzen daher zentraler denn je. Um diesem Bildungsauftrag nachzukommen, brauchen die Schulen aber endlich die Zusicherung f\u00fcr entsprechende Mittel \u2013 und das langfristig\u201c, so Bitkom-Pr\u00e4sident Dr. Ralf Wintergerst. (BITKOM, 11.11.2024) <a href=\"https:\/\/www.bitkom.org\/Presse\/Presseinformation\/Haengepartie-Digitalpakt-2-0\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 2019 hat der Digitalpakt Schule mehr als f\u00fcnf Milliarden Euro f\u00fcr die Digitalisierung von Deutschlands Schulen bereitgestellt &#8211; etwa f\u00fcr die Ausstattung mit WLAN, Tablets oder Computern und f\u00fcr die Netzwerkadministration. Das Programm ist im Mai dieses Jahres trotz Verankerung im Koalitionsvertrag ohne Anschlussfinanzierung ausgelaufen. 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