{"id":8069,"date":"2024-11-18T14:23:43","date_gmt":"2024-11-18T12:23:43","guid":{"rendered":"http:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8069"},"modified":"2024-11-18T14:23:44","modified_gmt":"2024-11-18T12:23:44","slug":"welttoilettentag-sanitaerversorgung-zentral-fuer-umwelt-gesund-und-frieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/welttoilettentag-sanitaerversorgung-zentral-fuer-umwelt-gesund-und-frieden\/","title":{"rendered":"Welttoilettentag: Sanit\u00e4rversorgung zentral f\u00fcr Umwelt, Gesund und Frieden"},"content":{"rendered":"\n<p>Mit dem Welttoilettentag am 19. November betonen die Vereinten Nationen die hohe Bedeutung der Sanit\u00e4rversorgung f\u00fcr die menschliche Gesundheit, f\u00fcr den Umweltschutz und vor allem f\u00fcr den Schutz der kostbaren Ressource Wasser. In diesem Jahr steht der Welttoilettentag unter dem Motto Toilets \u2013 a place for Peace. \u201eEine gute Sanit\u00e4rversorgung sichert den Menschen Privatsph\u00e4re und stellt vor allem f\u00fcr M\u00e4dchen und Frauen eine wichtige Grundvoraussetzung f\u00fcr Schule, Bildung und Arbeitsm\u00f6glichkeiten dar\u201c, so Dr. Lisa Bro\u00df, Sprecherin der Bundesgesch\u00e4ftsf\u00fchrung der Deutschen Vereinigung f\u00fcr Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall. \u201eMit dem Schutz der Gew\u00e4sser vor Verunreinigung sichert die Sanit\u00e4rversorgung aber auch die knappe Ressource Wasser und tr\u00e4gt damit wesentlich zur Vermeidung von Konflikten bei. Auch darum ist Toilets \u2013 a place for Peace ein sehr treffendes Motto f\u00fcr den UN-Welttoilettentag.\u201c W\u00e4hrend weltweit trotz erheblicher Anstrengungen und Investitionen in den vergangenen Jahrzehnten noch immer knapp 3,5 Mrd. Menschen keinen Zugang zu einer angemessenen Sanit\u00e4rversorgung haben, sieht die Situation in Deutschland deutlich besser aus. Der Anschlussgrad der Bev\u00f6lkerung an die \u00f6ffentliche Kanalisation liegt mittlerweile bei 97,3 %, das Abwasser von 96,8 Prozent der Bev\u00f6lkerung wird in zentralen Kl\u00e4ranlagen behandelt. Weitere 2,7 Prozent der Bev\u00f6lkerung behandeln ihr Abwasser in Kleinkl\u00e4ranlagen. Die Entlastung der Gew\u00e4sser von N\u00e4hrstoffen, vor allem Phosphor und Stickstoff, ist gewaltig. J\u00e4hrlich halten die deutschen Kl\u00e4ranlagen rund 315.000 Tonnen Stickstoff sowie knapp 50.000 Tonnen Phosphor zur\u00fcck und sch\u00fctzen so die Fl\u00fcsse und Seen sowie auch die Nord- und Ostsee vor Eutrophierung, einem \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Wachstum von Algen und Wasserpflanzen. Analog zu Deutschland sind in den meisten Industriestaaten fast alle Bewohner an Kanalisation und Abwasserbehandlung angeschlossen. Technologien zur Entfernung von Arzneimittelr\u00fcckst\u00e4nden aus dem Abwasser sind hingegen noch kaum verbreitet. Die verschiedensten Arzneimittelr\u00fcckst\u00e4nde k\u00f6nnen in den Gew\u00e4ssern nachgewiesen werden. Pharmaindustrie und Wasserwirtschaft sind hier gefordert, gemeinsam L\u00f6sungen zum Schutz der Gew\u00e4sser vor entsprechenden Eintr\u00e4gen zu entwickeln. Die Europ\u00e4ische Union verfolgt genau diesen Ansatz. Sie setzt bei der aktuellen Novellierung der EU-Kommunalabwasserrichtlinie auf eine Kombination von Lenkungswirkung \u00fcber eine Erweiterte Herstellerverantwortung und Nachr\u00fcstung von gr\u00f6\u00dferen Kl\u00e4ranlagen mit einer sogenannten vierten Reinigungsstufe zum Abbau von Arzneimittelr\u00fcckst\u00e4nden. Bis 2045 m\u00fcssen alle Kl\u00e4ranlagen mit mehr als 150.000 Einwohnerwerten \u00fcber eine vierte Reinigungsstufen zum R\u00fcckhalt von Arzneimittelr\u00fcckst\u00e4nden und anderer anthropogener Spurenstoffe verf\u00fcgen. Dazu kommen mehrere hundert Kl\u00e4ranlagen mit mehr als 10.000 Einwohnerwerten nach einem risikobasierten Ansatz. Risikobasiert bedeutet konkret, dass die Belastung mit Spurenstoffen aus Kl\u00e4ranlagen ein Risiko f\u00fcr die menschliche Gesundheit oder die Umwelt darstellt. Finanziert werden soll dieser Ausbau \u00fcber die Erweiterte Herstellerverantwortung. Die Arzneimittelindustrie sowie Kosmetikhersteller sollen mindestens 80 Prozent der Kosten f\u00fcr Investition und Betrieb \u00fcbernehmen \u2013 und damit auch einen Anreiz haben, ihre Produkte umwelt- und wasserfreundlich zu designen. Die Vereinten Nationen fordern einen angemessenen Zugang zu Sanit\u00e4reinrichtungen. In Deutschland und anderen europ\u00e4ischen Staaten ist dieser im privaten Bereich weitestgehend gegeben. Nachholbedarf sieht die EU aber im \u00f6ffentlichen Raum. Die novellierte Kommunalabwasserrichtlinie fordert jetzt f\u00fcr alle Siedlungsgebiete mit mehr als 10.000 Einwohnern einen kostenlosen und insbesondere f\u00fcr Frauen sicheren Zugang zu Sanit\u00e4reinrichtungen im \u00f6ffentlichen Raum. In allen Siedlungsgebieten mit 5.000 Einwohnern soll eine ausreichende Zahl von kostenlosen sanit\u00e4ren Einrichtungen in \u00f6ffentlichen Geb\u00e4uden zur Verf\u00fcgung stehen. Der Welttoilettentag wurde erstmals 2001 von der Welttoilettenorganisation ausgerufen. 2013 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen einstimmig den 19. November den Welttoilettentag als Welttag der Vereinten Nationen erkl\u00e4rt. Bereits seit 2010 ist der Zugang zur Sanit\u00e4rversorgung ein von den Vereinten Nationen anerkanntes Menschenrecht, gleiches gilt f\u00fcr die Versorgung mit Trinkwasser. Sowohl Trinkwasserversorgung als auch Zugang zu Sanit\u00e4rversorgung sind zugleich wesentliche Elemente der Ende 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedeten Sustainable Development Goals.<\/p>\n\n\n\n<p>(DWA, 19.11.2024) <a href=\"https:\/\/de.dwa.de\/de\/presseinformationen-volltext\/welttoilettentag-sanitaerversorgung-zentral-fuer-umwelt-gesund-und-frieden.html\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Welttoilettentag am 19. November betonen die Vereinten Nationen die hohe Bedeutung der Sanit\u00e4rversorgung f\u00fcr die menschliche Gesundheit, f\u00fcr den Umweltschutz und vor allem f\u00fcr den Schutz der kostbaren Ressource Wasser. 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