{"id":8098,"date":"2024-12-09T12:13:34","date_gmt":"2024-12-09T10:13:34","guid":{"rendered":"http:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8098"},"modified":"2024-12-09T12:13:35","modified_gmt":"2024-12-09T10:13:35","slug":"mittelstand-anhaltende-konjunkturflaute-aber-weniger-kostensorgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/mittelstand-anhaltende-konjunkturflaute-aber-weniger-kostensorgen\/","title":{"rendered":"Mittelstand: Anhaltende Konjunkturflaute, aber weniger Kostensorgen"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Mittelstand befindet sich weiterhin in einem schwierigen Konjunkturumfeld. Die Kostensituation der Unternehmen hat sich jedoch etwas entspannt. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage der DZ BANK und des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) unter mehr als 1.000 mittelst\u00e4ndischen Unternehmen.\u00a0 \u201eB\u00fcrokratie und Fachkr\u00e4ftemangel bleiben die gr\u00f6\u00dften Probleme des Mittelstands. Hier ist die Politik gefordert, nach der Bundestagswahl m\u00f6glichst rasch L\u00f6sungen aus einem Guss zu schaffen, damit die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt. Ma\u00dfnahmen gegen die ausufernde B\u00fcrokratie und gegen den Fachkr\u00e4ftemangel m\u00fcssen ganz oben auf der Agenda der k\u00fcnftigen Bundesregierung stehen, auch weil erste Babyboomer in Rente gehen\u201c, erkl\u00e4rt BVR-Pr\u00e4sidentin Marija Kolak. \u201eDas ausgebliebene Wirtschaftswachstum macht nicht nur den gro\u00dfen Konzernen zu schaffen, sondern auch den mittelst\u00e4ndischen Unternehmen. Vor allem die Industriebetriebe leiden unter einer mangelnden Nachfrage aus dem In- und Ausland\u201c, so Uwe Berghaus, Firmenkundenvorstand der DZ BANK. \u201eViele Unternehmen zeigen sich nach dem Wahlsieg Trumps zudem besorgt \u00fcber h\u00f6here US-Z\u00f6lle. Insgesamt ist das ein gef\u00e4hrlicher Mix, der die Planungssicherheit in der deutschen Wirtschaft beeintr\u00e4chtigt.\u201c\u00a0 Vor diesem Hintergrund wurde die Gesch\u00e4ftslage von den Umfrageteilnehmern so verhalten beurteilt, wie seit der Hochphase der Corona-Krise im Fr\u00fchjahr 2020 nicht mehr. Der Lage-Saldo ist im Herbst zum dritten Mal in Folge gesunken, wenn auch nur leicht von zuvor 27 auf nun 26 Z\u00e4hler. Im Vergleich zum Fr\u00fchjahr hat sich die Gesch\u00e4ftslage in fast allen Gr\u00f6\u00dfenklassen verschlechtert. Nur kleine Mittelst\u00e4ndler mit weniger als 20 Besch\u00e4ftigten bewerteten ihre Lage besser. Auch die Gesch\u00e4ftserwartungen haben sich angesichts der hohen wirtschaftspolitischen Unsicherheiten eingetr\u00fcbt. Der Saldo der Prozentanteile von optimistischen und pessimistischen Erwartungen liegt bereits seit \u00fcber drei Jahren unter seinem langj\u00e4hrigen Mittelwert. Seit dem Fr\u00fchjahr ist er von +2 auf -7 Punkte im Herbst erneut gesunken. Allein im Ern\u00e4hrungsgewerbe und in der Elektroindustrie sind die Erwartungen noch mehrheitlich optimistisch. B\u00fcrokratiebelastung und der Fachkr\u00e4ftemangel stehen weiterhin an der Spitze der aktuellen Problemfelder des deutschen Mittelstands. W\u00e4hrend die B\u00fcrokratie knapp 82 Prozent der Befragten derzeit Sorgen bereitet und das Rekordniveau aus der Fr\u00fchjahrsumfrage damit nahezu gehalten wurde, hat sich die Sorge um den Fachkr\u00e4ftemangel etwas beruhigt. Nach 75 Prozent der Befragten im Fr\u00fchjahr bereitet der Fachkr\u00e4ftemangel aktuell \u201elediglich\u201c noch 67 Prozent der Mittelst\u00e4ndler Sorgen.\u00a0 Die anhaltend schwache Konjunktur sorgt daf\u00fcr, dass der geplante Personalabbau der Mittelst\u00e4ndler in den n\u00e4chsten sechs Monaten den Personalaufbau \u00fcbertreffen soll. Der strukturelle Trend des Fachkr\u00e4ftemangels bleibt aber unver\u00e4ndert bestehen, wie auch die Ergebnisse einer Sonderfrage zum demografischen Wandel nahelegen. Demnach wird bei \u00fcber 50 Prozent der befragten Unternehmen in den n\u00e4chsten zehn Jahren ein gro\u00dfer Teil der Belegschaft in den Ruhestand gehen. Erfreulich ist, dass die Beeintr\u00e4chtigungen durch Lohn-, Energie-, Rohstoff- und Materialkosten an Bedeutung verloren haben, ebenso wie die Steuerbelastungen. Verschwunden sind diese Belastungen aber bei weitem noch nicht. Das Kostenniveau ist schlie\u00dflich tendenziell immer noch merklich h\u00f6her als vor den Krisen der vergangenen Jahre.\u00a0 Zuletzt beklagten 64 Prozent der Umfrageteilnehmer die Lohnkosten, was jedoch gegen\u00fcber dem Allzeit-Hoch vom Fr\u00fchjahr einen leichten R\u00fcckgang darstellt. Die Energiekosten belasteten noch 55 Prozent der Mittelst\u00e4ndler. W\u00e4hrend der Hochphase der Energiekrise waren es aber sogar 88 Prozent. Die Steuerbelastungen sowie die Rohstoff- und Materialkosten machten jeweils knapp jedem Zweiten befragten Unternehmen zu schaffen, was ebenfalls ein R\u00fcckgang gegen\u00fcber dem Fr\u00fchjahr ist. Die anhaltende wirtschaftliche Schw\u00e4chephase in Deutschland spiegelt sich auch in den Abschlussdaten der mittelst\u00e4ndischen Unternehmen wider. Nach aktuellem Datenstand ist der Bilanzqualit\u00e4tsindex im Jahr 2023 erneut gesunken, gegen\u00fcber dem Vorjahr um 1,2 Punkte auf 119,7 Punkte. Der Index befindet sich damit auf dem niedrigsten Stand seit 2014.\u00a0Wie bereits im Vorjahr trug auch 2023 vor allem der Dynamische Verschuldungsgrad zum R\u00fcckgang des Bilanzqualit\u00e4tsindexes bei. Die F\u00e4higkeit der mittelst\u00e4ndischen Unternehmen, Verbindlichkeiten aus dem Cashflow zu tilgen, hat weiter abgenommen. Positiv stimmt aber, dass die durchschnittliche Eigenkapitalquote der Mittelst\u00e4ndler nach einem R\u00fcckgang im Vorjahr 2023 wieder gestiegen ist, wenn auch nur moderat um 0,3 Prozentpunkte auf 29,0 Prozent. Die Kennzahl lag damit um deutliche 84,2 Prozent \u00fcber ihrem langj\u00e4hrigen Mittelwert der 2000er Jahre, was einmal mehr die hohen Bestrebungen der Unternehmen zur Sicherung ihrer Zahlungsf\u00e4higkeit verdeutlicht. (BVR, 09.12.2024) <a href=\"https:\/\/www.bvr.de\/Presse\/Mittelstand\/Mittelstand_Anhaltende_Konjunkturflaute_aber_weniger_Kostensorgen\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Mittelstand befindet sich weiterhin in einem schwierigen Konjunkturumfeld. Die Kostensituation der Unternehmen hat sich jedoch etwas entspannt. 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