{"id":8127,"date":"2024-12-16T13:14:10","date_gmt":"2024-12-16T11:14:10","guid":{"rendered":"http:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8127"},"modified":"2024-12-16T13:14:10","modified_gmt":"2024-12-16T11:14:10","slug":"22-prozent-der-schutzsuchenden-in-deutschland-sind-syrerinnen-und-syrer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/22-prozent-der-schutzsuchenden-in-deutschland-sind-syrerinnen-und-syrer\/","title":{"rendered":"22 Prozent der Schutzsuchenden in Deutschland sind Syrerinnen und Syrer"},"content":{"rendered":"\n<p>Der \u00fcber Jahre andauernde Krieg in Syrien und die damit verbundene Fluchtmigration hat sich deutlich auf die Bev\u00f6lkerung in Deutschland ausgewirkt. Zum Jahresende 2023 waren hierzulande rund 712 000 syrische Schutzsuchende im Ausl\u00e4nderzentralregister (AZR) registriert, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. Syrerinnen und Syrer machten damit 22 % der insgesamt 3,17 Millionen Schutzsuchenden aus und waren nach ukrainischen Staatsangeh\u00f6rigen (31 %) die zweitgr\u00f6\u00dfte Gruppe. Ein Gro\u00dfteil der syrischen Schutzsuchenden lebt schon seit L\u00e4ngerem in Deutschland: Von den zugewanderten syrischen Schutzsuchenden kam gut die H\u00e4lfte (52 %) nach dem Ausbruch des Krieges in Syrien in den Jahren von 2014 bis 2016 erstmals nach Deutschland. 12 % der syrischen Schutzsuchenden sind in Deutschland geboren. Schutzsuchende sind Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4nder, die sich nach Angaben des AZR unter Berufung auf v\u00f6lkerrechtliche, humanit\u00e4re oder politische Gr\u00fcnde in Deutschland aufhalten. Der \u00fcberwiegende Teil der syrischen Schutzsuchenden verf\u00fcgte \u00fcber einen humanit\u00e4ren Aufenthaltstitel und somit \u00fcber einen anerkannten Schutzstatus (624 000 oder 88 %). In den meisten F\u00e4llen handelte es sich dabei um einen Schutzstatus f\u00fcr Fl\u00fcchtlinge nach der Genfer Fl\u00fcchtlingskonvention (279 000 oder 39 % aller syrischen Schutzsuchenden) oder um subsidi\u00e4ren Schutz (240 000 oder 34 %). Der subsidi\u00e4re Schutz greift ein, wenn weder der Fl\u00fcchtlingsschutz noch die Asylberechtigung gew\u00e4hrt werden k\u00f6nnen und im Herkunftsland ernsthafter Schaden droht.\u00a0 Bei weiteren knapp 81 000 syrischen Schutzsuchenden war der Schutzstatus noch offen (11 %). Rund 7 000 (1 %) hatten einen abgelehnten Schutzstatus, etwa weil der Asylantrag abgelehnt wurde oder sie ihren Schutzstatus verloren hatten. Bei 90 % der rund 624 000 syrischen Schutzsuchenden mit anerkanntem Schutzstatus war dieser befristet. Auch im Jahr 2024 haben Syrerinnen und Syrer Schutz in Deutschland gesucht: Das Bundesamt f\u00fcr Migration und Fl\u00fcchtlinge verzeichnete f\u00fcr den Zeitraum von Januar bis November dieses Jahres 72 000 entsprechende Erstantr\u00e4ge auf Asyl. Syrische Staatsangeh\u00f6rige stellten in diesem Zeitraum jeden dritten Erstantrag auf Asyl. Sie waren damit die gr\u00f6\u00dfte Gruppe unter den insgesamt 217 000 Menschen, die in diesem Zeitraum in Deutschland erstmals Asyl beantragten. F\u00fcr die gesamte Europ\u00e4ische Union (EU) liegen die Daten bis einschlie\u00dflich September vor: In diesem Zeitraum gingen laut EU-Statistikbeh\u00f6rde Eurostat 111 000 Erstantr\u00e4ge auf Asyl von Syrerinnen und Syrern ein. Auch EU-weit waren sie damit die gr\u00f6\u00dfte Gruppe unter den Asylsuchenden (16 %). Mehr als die H\u00e4lfte (52 % bzw. 57 000) dieser Antr\u00e4ge wurden in Deutschland gestellt. Insgesamt gab es von Januar bis September 2024 EU-weit knapp 686 000 Erstantr\u00e4ge auf Asyl. Deutlich gr\u00f6\u00dfer als die Zahl der syrischen Schutzsuchenden ist hierzulande die der Menschen mit syrischer Einwanderungsgeschichte. Laut Mikrozensus lebten 2023 in Deutschland knapp 1,3 Millionen Menschen, die selbst (82 %) oder deren beide Elternteile (18 %) aus Syrien eingewandert sind. Rund 214 000 von ihnen (17 %) besa\u00dfen die deutsche Staatsb\u00fcrgerschaft, etwa durch Einb\u00fcrgerung. Laut Einb\u00fcrgerungsstatistik wurden allein im Jahr 2023 gut 75 000 Syrerinnen und Syrer eingeb\u00fcrgert, sie machten mit 38 % den gr\u00f6\u00dften Anteil an allen Einb\u00fcrgerungen aus. Ein Gro\u00dfteil der selbst Eingewanderten kam laut Mikrozensus im Zuge der gro\u00dfen Fluchtbewegung ab 2014 nach Deutschland: 62 % sind zwischen 2014 und 2016 zugezogen. Im Schnitt lebten die aus Syrien Eingewanderten im Jahr 2023 seit 8,2 Jahren in Deutschland. Zum Zeitpunkt ihrer Einreise waren sie durchschnittlich 22,9 Jahre alt. Die meisten Menschen mit syrischer Einwanderungsgeschichte lebten in Nordrhein-Westfalen (374 000, 29 %). Gut jede zehnte Person (11 %) lebte in Niedersachsen, gefolgt von Bayern und Baden-W\u00fcrttemberg (je 9 %). Personen mit syrischer Einwanderungsgeschichte waren 2023 durchschnittlich 25,8 Jahre alt. Zum Vergleich: Personen mit Einwanderungsgeschichte insgesamt hatten ein Durchschnittsalter von 37,7 Jahren. 57 % aller Personen mit syrischer Einwanderungsgeschichte waren m\u00e4nnlich, 43 % weiblich. Auch aufgrund des vergleichsweise niedrigen Altersdurchschnitts waren 774 000 oder 61 % der 1,3 Millionen Personen mit syrischer Einwanderungsgeschichte ledig, 461 000 waren verheiratet (36 %). Rund 863 000 Menschen mit syrischer Einwanderungsgeschichte waren 2023 im erwerbsf\u00e4higen Alter von 15 bis 64 Jahren. Davon waren 42 % bzw. 362 000 Personen erwerbst\u00e4tig, 8 % bzw. 66 000 erwerbslos und die H\u00e4lfte (50 % bzw. 435 000) Nichterwerbspersonen, etwa weil sie noch in (Aus-)Bildung waren, weil sie krankheitsbedingt nicht arbeiten konnten oder weil sie keine Arbeitserlaubnis hatten. Der Anteil der Nichterwerbspersonen ist deutlich h\u00f6her als bei der Bev\u00f6lkerung mit Einwanderungsgeschichte insgesamt (27 %) oder der Bev\u00f6lkerung ohne Einwanderungsgeschichte (17 %) im jeweiligen Alter von 15 bis 64 Jahren. Ein Grund daf\u00fcr ist, dass sich ein hoher Anteil der Bev\u00f6lkerung mit syrischer Einwanderungsgeschichte aufgrund des niedrigen Durchschnittsalters noch in (Aus-)Bildung befindet. So waren 19 % aller 15- bis 64-J\u00e4hrigen mit syrischer Einwanderungsgeschichte noch in Schule oder Ausbildung. Zum Vergleich: Dies traf auf 11 % aller Personen mit Einwanderungsgeschichte bzw. 10 % aller Personen ohne Einwanderungsgeschichte in dieser Altersgruppe zu. Gut ein F\u00fcnftel der Personen mit syrischer Einwanderungsgeschichte im Alter zwischen 15 und 64 Jahren verf\u00fcgte 2023 \u00fcber einen berufsqualifizierenden Abschluss (22 % bzw. 190 000), davon besa\u00dfen 106 000 einen akademischen Abschluss. 59 % bzw. 513 000 Personen mit syrischer Einwanderungsgeschichte hatten keinen berufsqualifizierenden Abschluss. 19 % befanden sich noch in (Aus-)Bildung. (DESTATIS, 12.12.21024) <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2024\/12\/PD24_N062_12.html\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00fcber Jahre andauernde Krieg in Syrien und die damit verbundene Fluchtmigration hat sich deutlich auf die Bev\u00f6lkerung in Deutschland ausgewirkt. Zum Jahresende 2023 waren hierzulande rund 712 000 syrische Schutzsuchende im Ausl\u00e4nderzentralregister (AZR) registriert, wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt. 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