{"id":8182,"date":"2025-01-27T15:12:11","date_gmt":"2025-01-27T13:12:11","guid":{"rendered":"http:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8182"},"modified":"2025-01-27T15:12:12","modified_gmt":"2025-01-27T13:12:12","slug":"verzerrte-vergabeverfahren-energieberatende-fuehlen-bei-kommunaler-waermeplanung-uebergangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/verzerrte-vergabeverfahren-energieberatende-fuehlen-bei-kommunaler-waermeplanung-uebergangen\/","title":{"rendered":"Verzerrte Vergabeverfahren: Energieberatende f\u00fchlen bei kommunaler W\u00e4rmeplanung \u00fcbergangen"},"content":{"rendered":"\n<p>Mit dem Gesetz zur Dekarbonisierung der W\u00e4rmenetze werden die L\u00e4nder in die Pflicht genommen, ihre W\u00e4rmeversorgung Schritt f\u00fcr Schritt klimaneutral zu gestalten. Kommunen m\u00fcssen in den n\u00e4chsten Jahren W\u00e4rmepl\u00e4ne vorlegen, die aufzeigen, wie lokale Akteure den Umstieg auf Erneuerbare Energien organisieren k\u00f6nnen. Dabei spielt die Expertise von unabh\u00e4ngigen Energieberatenden eine zentrale Rolle \u2013 was bei der Vergabe von Konzepten f\u00fcr die W\u00e4rmeplanung leider immer noch \u00fcbersehen wird. Das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN e.V.) fordert deshalb faire Ausschreibungen und ein Umdenken auf Seiten der Kommunen. \u201eSo kann das nicht weitergehen: Gerade bei kleineren Kommunen sind Energieberatende im Team mit fachkundigen Kollegen kompetente Ansprechpartner f\u00fcr energieeffiziente Geb\u00e4ude, f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige W\u00e4rmeversorgung.\u201c, betont Dietmar Rieth, Landessprecher Rheinland-Pfalz des DEN. \u201eAnders als gro\u00dfe Akteure, wie Energieversorger oder Stadtwerke, die gerade oft den Zuschlag f\u00fcr die Erstellung von W\u00e4rmepl\u00e4nen bekommen, k\u00f6nnen wir die Kommune nah, unabh\u00e4ngig und kompetent begleiten \u2013 auch \u00fcber die W\u00e4rmeplanung hinaus.\u201c Energieberatende verf\u00fcgen n\u00e4mlich genau \u00fcber die Kompetenzen, die das Bauministerium f\u00fcr W\u00e4rmeplaner vorsieht: In Ihrem t\u00e4glichen Gesch\u00e4ft identifizieren Sie W\u00e4rmebedarfe, erarbeiten Sanierungsma\u00dfnahmen, koordinieren Investitionsentscheidungen verschiedener Akteure, stimmen sie aufeinander ab. Und dennoch werden unabh\u00e4ngige Energieberatende bei der Vergabe von W\u00e4rmeplanen nicht ber\u00fccksichtigt. Warum? Rieth verweist hier auf die Ausschreibepraxis der Kommunen: Diese formulieren ihre Anfragen so, dass kleinere fachkundige Akteure, Zusammenschl\u00fcsse von Ingenieur- und Fachb\u00fcros, ausgeschlossen werden. \u201eDa werden B\u00fcrogr\u00f6\u00dfen vordefiniert, Erfahrungen in der erst vor Kurzem als Strategie entwickelten kommunalen W\u00e4rmeplanung gefordert,\u201c so der erfahrende Energieberater, \u201eDie Kompetenz in den entscheidenden Bereichen, in der Bewertung von Geb\u00e4uden und W\u00e4rmebedarfen, f\u00e4llt hingegen kaum ins Gewicht.\u201c Durch so ein Vorgehen entsteht ein Ungleichgewicht das gro\u00dfe Akteure bevorzugt. Fachkundige Energieberatungsb\u00fcros bleiben auf der Strecke, haben keine Chance, ihre Expertise einzubringen. Diese Schieflage hat l\u00e4ngerfristig bedenkliche Effekte: Kommunen werden sich \u00fcber die n\u00e4chsten Jahrzehnte an die Anbieter von W\u00e4rmeplanungskonzepten binden, \u00fcber sie auch (gro\u00dffl\u00e4chig) Leistungen von Energieberatenden anfragen. Wenn prim\u00e4r Energieversorger oder Stadtwerke diese Aufgabe \u00fcbernehmen, Akteure also, die unter Umst\u00e4nden an der Art der W\u00e4rmeversorgung verdienen, zeichnen sich Interessenskonflikte ab. Eine sachgerechte Arbeit an den Geb\u00e4uden, an der Umgestaltung der W\u00e4rmenetze kann so nicht erfolgen. Damit nicht genug: Die durch die W\u00e4rmepl\u00e4ne angesto\u00dfene Organisation d\u00fcrfte auch den Kostendruck auf die Leistungen von Energie-Effizient-Experten erh\u00f6hen. Diese werden dann schlie\u00dflich \u00fcber (gro\u00dfe) W\u00e4rmeplaner angefragt. Es ist nicht abwegig anzunehmen, dass hier Anreize entstehen, Preise zu dr\u00fccken und Qualit\u00e4t zu mindern. Eine unabh\u00e4ngige und damit hochwertige, ehrliche Bewertung der Geb\u00e4ude, eine erfolgreiche W\u00e4rmewende kann so nicht stattfinden. Als Netzwerk unabh\u00e4ngiger Energieberatender fordert das DEN kommunale Entscheidungstr\u00e4ger dazu auf, die Kompetenz f\u00fcr die W\u00e4rmeplanung nicht allein bei gro\u00dfen (und oft bereits bekannten) Akteuren zu verorten. Ausschreibungen sollten sauber und fair gestaltet werden, also den Anforderungen der Aufgabe entsprechen und auch jenen eine Chance geben, die Expertise in entscheidenden Bereichen mitbringen, die lokale Verh\u00e4ltnisse kennen und \u00fcber kommunale W\u00e4rmeplanung hinaus ein Gewinn f\u00fcr die Gemeinde sein k\u00f6nnen. Es braucht kompetentes Personal, um die Herausforderung einer zukunftsf\u00e4higen W\u00e4rmeversorgung zu meistern, es braucht unabh\u00e4ngige Energieberatende, gerade in der kommunalen W\u00e4rmeplanung.\u00a0 (DEN, 18.12.2024) <a href=\"https:\/\/deutsches-energieberaternetzwerk.de\/den-pm-15-2024\/\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem Gesetz zur Dekarbonisierung der W\u00e4rmenetze werden die L\u00e4nder in die Pflicht genommen, ihre W\u00e4rmeversorgung Schritt f\u00fcr Schritt klimaneutral zu gestalten. Kommunen m\u00fcssen in den n\u00e4chsten Jahren W\u00e4rmepl\u00e4ne vorlegen, die aufzeigen, wie lokale Akteure den Umstieg auf Erneuerbare Energien organisieren k\u00f6nnen. 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