{"id":8264,"date":"2025-03-24T00:47:00","date_gmt":"2025-03-23T22:47:00","guid":{"rendered":"http:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8264"},"modified":"2025-03-20T13:49:28","modified_gmt":"2025-03-20T11:49:28","slug":"waermeplanung-abbruch-der-foerderung-fuer-integrierte-energetische-quartierskonzepte-ist-unverstaendlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/waermeplanung-abbruch-der-foerderung-fuer-integrierte-energetische-quartierskonzepte-ist-unverstaendlich\/","title":{"rendered":"W\u00e4rmeplanung: \u201eAbbruch der F\u00f6rderung f\u00fcr Integrierte Energetische Quartierskonzepte ist unverst\u00e4ndlich\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Th\u00fcringer Genossenschaft EnergieWerkStadt unterst\u00fctzt als Planungs- und Beratungsb\u00fcro Kommunen bei der Entwicklung nachhaltiger Energiekonzepte, oft mit dem Schwerpunkt der W\u00e4rmeversorgung. Die Planer begleiteten Kommunen durch den gesamten Prozess \u2013 von der Bestandsanalyse \u00fcber die Identifikation erneuerbarer Energiequellen bis hin zur Umsetzung konkreter Ma\u00dfnahmen. Dabei hilft die EnergieWerkStadt nicht nur bei technischen L\u00f6sungen wie W\u00e4rmenetzen, Geo- oder Solarthermie, sondern auch bei der Nutzung von F\u00f6rderprogrammen und der Kommunikation mit B\u00fcrgern. Im Interview sprechen EnergieWerkStadt Vorstand Dr. Kersten Roselt und Klimaschutzexperte Jonas R\u00f6nnefarth \u00fcber die Herausforderungen der W\u00e4rmeplanung im l\u00e4ndlichen Raum.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM: <\/strong>Dr. Roselt, Herr R\u00f6nnefarth, die EnergieWerkStadt unterst\u00fctzt Kommunen bei der W\u00e4rmeplanung. Was genau umfasst Ihre Arbeit?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Kersten Roselt:<\/strong> Wir begleiten insbesondere kleinere und mittlere Kommunen dabei, ihre energetische Transformation nachhaltig und zukunftssicher aufzustellen. Der Schwerpunkt liegt darauf, Prozesse anzuschieben, die sich in den Gemeinden verstetigen k\u00f6nnen. Dazu analysieren wir die bestehenden Infrastrukturen, den W\u00e4rmebedarf und die verf\u00fcgbaren erneuerbaren Energiequellen vor Ort. Auf dieser Basis entwickeln wir Strategien f\u00fcr eine klimaneutrale Energieversorgung \u2013 etwa durch W\u00e4rmenetze, Solarthermie oder Biomasse.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jonas R\u00f6nnefarth:<\/strong> Dabei geht es nicht nur um technische L\u00f6sungen. Ein wichtiger Teil unserer Arbeit ist der Dialog mit B\u00fcrgern, Unternehmen und Versorgern, mit dem Ziel die Energiewende regional zu verankern und die Identifikation zu st\u00e4rken. Zudem unterst\u00fctzen wir Kommunen in der komplexen F\u00f6rderlandschaft zu navigieren. Auch die kommunale W\u00e4rmeplanung ist immer ein Zusammenspiel aus Technik, Finanzierung und Kommunikation.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> Sie arbeiten unter anderem mit Kommunen im Kyffh\u00e4userkreis zusammen. Welche besonderen Herausforderungen gibt es in l\u00e4ndlichen Regionen? Man k\u00f6nnte ja vermuten, dass es dort aufgrund des Platzangebots einfacher ist als in St\u00e4dten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Kersten Roselt:<\/strong> Der verf\u00fcgbare Platz kann tats\u00e4chlich ein Vorteil sein, etwa wenn es um Solarthermieanlagen, Geothermiesondenfelder oder Biomasse geht. Aber l\u00e4ndliche W\u00e4rmeplanung bringt auch spezielle Herausforderungen mit sich: Die Bev\u00f6lkerung ist oft verstreut, was zentrale L\u00f6sungen wie W\u00e4rmenetze erschwert. Zudem sind viele Geb\u00e4ude nicht f\u00fcr moderne Heizsysteme optimiert, und die Eigent\u00fcmerstruktur \u2013 viele \u00e4ltere H\u00f6fe oder Einfamilienh\u00e4user \u2013 macht die Umstellung auf neue Systeme oft komplizierter als in urbanen Gebieten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jonas R\u00f6nnefarth:<\/strong> Hinzu kommt, dass viele kleine Kommunen mit begrenzten personellen Ressourcen arbeiten. Es fehlt oft an Fachpersonal, das sich intensiv mit der W\u00e4rmeplanung auseinandersetzen kann. Wir unterst\u00fctzen Kommunen daher nicht nur bei der Erstellung des Kommunalen W\u00e4rmeplans, sondern auch dar\u00fcber hinaus in der Umsetzung. Toll im l\u00e4ndlichen Raum ist die Verbundenheit der Bev\u00f6lkerung untereinander und mit der Region, zudem die geringere B\u00fcrokratie aufgrund kleinerer Verwaltungen. Das erleichtert die Umsetzung der Energiewende durch die Menschen vor Ort \u2013 ein Schl\u00fcsselfaktor!&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> Wie reagieren die B\u00fcrger auf diese Planungen? Gerade in Th\u00fcringen gibt es ja Vorbehalte gegen\u00fcber der Energiewende, wenn man sich Wahlergebnisse anschaut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Kersten Roselt:<\/strong> Die Reaktionen sind gemischt. Viele Menschen sind durchaus offen f\u00fcr nachhaltige erneuerbare Energieversorgung, wenn sie erkennen, dass sie langfristig Kosten spart und Versorgungssicherheit bietet. Skepsis entsteht oft, wenn die Ma\u00dfnahmen als von oben diktiert empfunden werden oder wenn die Kostenfrage ungekl\u00e4rt ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jonas R\u00f6nnefarth:<\/strong> Unser Ansatz ist daher, fr\u00fchzeitig in den Dialog mit den B\u00fcrgern zu treten. Wenn sie verstehen, warum z.B. eine W\u00e4rmewende notwendig ist und welche Vorteile sie bringt, steigt die Akzeptanz deutlich. Es ist wichtig, realistische Alternativen aufzuzeigen, transparent \u00fcber Kosten zu sprechen und pragmatische L\u00f6sungen anzubieten. Wenn die Energiewende als Chance begriffen wird \u2013 nachhaltig, selbstbestimmt und regional verankert \u2013 dann bietet die Umsetzung enorme Potenziale.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> Sie haben mehrfach betont, dass F\u00f6rderprogramme f\u00fcr Kommunen eine wichtige Rolle spielen. Nun gibt es \u00c4nderungen bei der F\u00f6rderung der Integrierten energetischen Quartierskonzepte. Was bedeutet das f\u00fcr Ihre Arbeit?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Kersten Roselt:<\/strong> Die bisherige F\u00f6rderung von Quartierskonzepten war ein wichtiges Instrument, gerade f\u00fcr D\u00f6rfer, um Transformationsprojekte in Gang zu bringen. Der unangek\u00fcndigte Abbruch der F\u00f6rderung KfW 432 war daher f\u00fcr viele eine Katastrophe. Es fehlt eine klare Perspektive f\u00fcr eine langfristige, verl\u00e4ssliche Unterst\u00fctzung. Gerade f\u00fcr kleinere St\u00e4dte und Gemeinden, die auf externe Expertise angewiesen sind, kann das zum Problem werden. Wir setzen uns vehement daf\u00fcr ein, dass mit der Aufnahme des Klimaschutzes ins Grundgesetz die F\u00f6rderung \u201eEnergetische Stadtsanierung\u201c (KfW 432) wieder aufgenommen wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jonas R\u00f6nnefarth:<\/strong> Auch die Kommunale W\u00e4rmeplanung ist eine langfristige Aufgabe. Wenn F\u00f6rderstrukturen f\u00fcr deren Umsetzung kurzfristig ge\u00e4ndert oder reduziert werden, f\u00fchrt das zu Unsicherheit \u2013 sowohl bei den Kommunen als auch bei den Fachplanern. Wir brauchen hier eine stabile F\u00f6rderkulisse, damit Kommunen verl\u00e4sslich planen k\u00f6nnen und nicht von Jahr zu Jahr auf neue Programme hoffen m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> Welche Empfehlungen haben Sie f\u00fcr B\u00fcrgermeister l\u00e4ndlicher Kommunen, die sich mit der W\u00e4rmeplanung noch schwertun?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr. Kersten Roselt:<\/strong> Mein wichtigster Rat ist: Fangen Sie an! Der erste Schritt muss nicht gleich ein fertiges Konzept sein. Eine Bestandsaufnahme, ein Austausch mit anderen Kommunen oder eine Machbarkeitsstudie k\u00f6nnen wertvolle Startpunkte sein. Und nutzen Sie die verf\u00fcgbaren F\u00f6rderprogramme \u2013 es gibt viele Unterst\u00fctzungsangebote auch in den L\u00e4ndern, gerade f\u00fcr kleinere Kommunen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jonas R\u00f6nnefarth:<\/strong> Und holen Sie fr\u00fchzeitig B\u00fcrger und lokale Akteure mit ins Boot. W\u00e4rmeplanung ist kein reines Verwaltungsthema, sondern betrifft alle vor Ort. Transparenz und Beteiligung sind der Schl\u00fcssel zum Erfolg. Kommunen, die fr\u00fchzeitig informieren und Dialogformate anbieten, haben deutlich bessere Chancen, dass ihre W\u00e4rmeprojekte auf Akzeptanz sto\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> Vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die EnergieWerkStadt\u00ae eG Die Th\u00fcringer Genossenschaft <a href=\"http:\/\/www.energie-werk-stadt.de\">EnergieWerkStadt<\/a> ist ein interdisziplin\u00e4res Team aus Energiefachleuten, Stadtplanern, Architekten, \u00d6kologen und Geologen, Klimasch\u00fctzern, Mobilit\u00e4tsfachleuten und Softwareentwicklern. Die EnergieWerkStadt bietet L\u00f6sungen f\u00fcr eine Vielzahl von Anwendergruppen. Von der energetischen Sanierung und&nbsp;Klimaanpassung einzelner Geb\u00e4ude und Industriekomplexe \u00fcber Freifl\u00e4chenentwicklung bis hin zu komplexen Quartieren finden wir f\u00fcr Sie L\u00f6sungen zur Dekarbonisierung und nachhaltigen Transformation, erarbeiten Finanzierungspl\u00e4ne und erstellen Versorgungskonzepte &#8211; alles mit der gr\u00f6\u00dftm\u00f6glichen Ressourcenschonung. (DEKOM, 24.03.2025) <a href=\"https:\/\/www.energie-werk-stadt.de\/fuerwen\/\">Mehr zur Energie-Werk-Stadt hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Th\u00fcringer Genossenschaft EnergieWerkStadt unterst\u00fctzt als Planungs- und Beratungsb\u00fcro Kommunen bei der Entwicklung nachhaltiger Energiekonzepte, oft mit dem Schwerpunkt der W\u00e4rmeversorgung. Die Planer begleiteten Kommunen durch den gesamten Prozess \u2013 von der Bestandsanalyse \u00fcber die Identifikation erneuerbarer Energiequellen bis hin zur Umsetzung konkreter Ma\u00dfnahmen. 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