{"id":8336,"date":"2025-04-28T11:30:52","date_gmt":"2025-04-28T09:30:52","guid":{"rendered":"http:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8336"},"modified":"2025-04-28T11:30:54","modified_gmt":"2025-04-28T09:30:54","slug":"zendis-kommunale-nachnutzung-erleichtern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/zendis-kommunale-nachnutzung-erleichtern\/","title":{"rendered":"ZenDiS: Kommunale Nachnutzung erleichtern"},"content":{"rendered":"\n<p>Die einfache Nachnutzung von Software ist essenziell f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige Kommunalverwaltung: Wird die Nachnutzung erleichtert, kann gemeinsam statt parallel entwickelt werden und es entstehen bedarfsgerechte Anwendungen, die langfristig Kosten reduzieren. Open-Source-Software bietet daf\u00fcr die passende L\u00f6sung und wird in der \u00d6ffentlichen Verwaltung bereits h\u00e4ufig eingesetzt, doch es gibt noch H\u00fcrden bei der Nachnutzung. Leonhard Kugler, Leitung Open-Source-Plattform des Zentrums Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t (ZenDiS), erl\u00e4utert im Gespr\u00e4ch mit DEKOM, wie die Nachnutzung gef\u00f6rdert werden kann \u2013 und wie das ZenDiS Bund, L\u00e4nder und Kommunen dabei unterst\u00fctzt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DEKOM: Welche konkreten Unterst\u00fctzungsangebote bietet das ZenDiS den Kommunen, insbesondere im Hinblick auf die Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG)?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Leonhard Kugler:<\/strong> Das ZenDiS unterst\u00fctzt die \u00d6ffentliche Verwaltung in Bund, L\u00e4ndern und Kommunen dabei, die eigene Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t zu st\u00e4rken. Mit Digitaler Souver\u00e4nit\u00e4t meinen wir, dass \u00c4mter und Beh\u00f6rden zwischen IT-L\u00f6sungen wechseln, diese L\u00f6sungen mitgestalten und ihre Interessen gegen\u00fcber Anbietern durchsetzen k\u00f6nnen. Open-Source-Software ist dabei ein wichtiges Mittel: Sie erleichtert den Wechsel zwischen Anbietern, sorgt f\u00fcr Transparenz und schafft M\u00f6glichkeiten zur Mitgestaltung. Open-Source-Software wird in der \u00d6ffentlichen Verwaltung zwar h\u00e4ufiger entwickelt und eingesetzt als noch vor wenigen Jahren, aber vor allem bei der Nachnutzung gibt es weiterhin H\u00fcrden. Das hat verschiedene Gr\u00fcnde. Oft ist den Verantwortlichen beispielsweise nicht klar, wie und wo sie einsatzbereite, sichere Open-Source-L\u00f6sungen finden. Hier unterst\u00fctzt das ZenDiS: Wir stellen auf unserer Plattform <a href=\"https:\/\/opencode.de\/de\">Open Code<\/a> einen Softwarekatalog mit L\u00f6sungen der \u00d6ffentlichen Verwaltung bereit und stellen auch das n\u00f6tige Wissen zur Verf\u00fcgung, um diese Software einzusetzen. Wir haben au\u00dferdem unterschiedliche Open-Source-Produkte im Portfolio \u2013 zum Beispiel unsere Office &amp; Collaboration Suite <a href=\"https:\/\/opendesk.eu\/\">openDesk<\/a>. F\u00fcr St\u00e4dte und Gemeinden bedeutet das erstens: Sie k\u00f6nnen sich bei Fragen zur Digitalen Souver\u00e4nit\u00e4t und zu Open Source auf openCode informieren und finden eine Vielzahl an Hilfestellungen. Konkret unterst\u00fctzen wir etwa bei der Open-Source-Lizenzierung, Ver\u00f6ffentlichung, aber auch bei der Nachnutzung von L\u00f6sungen. Zweitens lohnt es sich f\u00fcr jede Kommune, openCode aktiv zur Software-Beschaffung und -Entwicklung zu nutzen. Unser Softwareverzeichnis gibt einen \u00dcberblick \u00fcber eine Vielzahl von Anwendungen f\u00fcr die Verwaltung und macht mithilfe von Badges auf den ersten Blick sichtbar, wie zuverl\u00e4ssig und sicher eine Anwendung nachgenutzt werden kann. Die \u00d6ffentliche Verwaltung kann au\u00dferdem eigene Software auf openCode ver\u00f6ffentlichen und gemeinsam mit anderen daran arbeiten. &nbsp;Und drittens: Unsere Open-Source-Produkte \u2013 die nat\u00fcrlich auch auf openCode ver\u00f6ffentlicht sind \u2013 lassen sich unabh\u00e4ngig von der Gr\u00f6\u00dfe einer Kommune leicht nutzen. openDesk beispielsweise kann auf der eigenen Infrastruktur betrieben werden. Wir stellen dann bei Bedarf Service und Support bereit. openDesk gibt es aber auch als Software-as-a-Service-Angebot, das die Umstellung erleichtert. &nbsp;Weshalb Open-Source-L\u00f6sungen vorteilhaft sind, wird im OZG-Kontext besonders deutlich: Aktuell investieren die knapp 11.000 Kommunen in Deutschland viel Zeit und Geld, um B\u00fcrgerschaft und Unternehmen ihre Verwaltungsleistungen online verf\u00fcgbar zu machen. Dabei werden etliche gleiche oder sehr \u00e4hnliche Komponenten vielfach als Closed-Source-L\u00f6sungen entwickelt. Sinnvoller w\u00e4re es, wenn gleichartige Komponenten unter einer Open-Source-Lizenz auf openCode ver\u00f6ffentlicht w\u00fcrden. Insofern ist es nur folgerichtig, dass mit der Novellierung des OZG ein Open-Source-Vorrang etabliert wurde \u2013 wir unterst\u00fctzen bei der Umsetzung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DEKOM: Welche Fortschritte konnten durch Ihre Arbeit bisher erzielt werden? Gibt es besondere Best-Practice-Beispiele, die Sie hervorheben m\u00f6chten?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Leonhard Kugler:<\/strong> Zu openDesk haben wir bislang gut 1.500 Anfragen erhalten, davon 400 aus Kommunen, und verzeichnen aktuell 70.000 Nutzende. Auf openCode finden sich 2.500 Projekte von 6.000 Nutzenden. Die Anzahl der Projekte w\u00e4chst aktuell jeden Monat etwas schneller: Im vergangenen Monat sind erstmals 200 neue Projekte hinzugekommen. Etwa 30 davon sind explizit auf die Anforderungen der kommunalen Ebene ausgerichtet. Ein Beispiel ist die <a href=\"https:\/\/opencode.de\/de\/software\/smart-village-app-2777\">Smart Village App<\/a> aus Bad Belzig, die unterschiedliche B\u00fcrgerservices versammelt und bereits von einigen Kommunen nachgenutzt wird. Die Stadt Frankfurt hat unter dem Namen <a href=\"https:\/\/gitlab.opencode.de\/ga-lotse\">GA-Lotse<\/a> eine einheitliche Software f\u00fcr Gesundheits\u00e4mter ver\u00f6ffentlicht. Und aus Lemgo kommt die <a href=\"https:\/\/opencode.de\/de\/software\/smarte-einsatzkrafteortung-3248\">Smarte Einsatzkraftortung<\/a> \u2013 eine Webanwendung, mit der sich Standortdaten in Echtzeit visualisieren lassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DEKOM: Wie f\u00f6rdern Sie die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen und Akteuren im Bereich der Digitalisierung?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Leonhard Kugler<\/strong>: openCode hat sowohl die technische Basis als auch einen einfachen Zugang geschaffen, damit Verwaltungseinrichtungen auf Ebene des Bundes, der L\u00e4nder und der Kommunen sehr leicht in Softwareprojekten zusammenarbeiten k\u00f6nnen: Verwaltungsmitarbeitende m\u00fcssen sich nur auf openCode registrieren und k\u00f6nnen sich dann beteiligen. &nbsp;Neben der eigentlichen Softwareentwicklung kann das auch in Form von Beitr\u00e4gen in Diskussionen sein. Beispielsweise betreibt das Bundesverwaltungsamt (BVA) sein Open Data Forum auf openCode. Hier k\u00f6nnen sich alle Interessierten \u2013 auch jenseits der Verwaltung \u2013 \u00fcber offene Daten austauschen.<\/p>\n\n\n\n<p>Das ZenDiS f\u00f6rdert die Zusammenarbeit au\u00dferdem, indem es eine lebendige Community rund um Open Source in der Verwaltung aufbaut. Nicht nur auf openCode, sondern beispielsweise auch durch unser monatliches Event <a href=\"https:\/\/opencode.de\/de\/veranstaltungen\">openCode Connect<\/a>, das eine M\u00f6glichkeit zum Austausch zu Open Source und Nachnutzung bietet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DEKOM: Welche zuk\u00fcnftigen Projekte oder Strategien plant das ZenDiS, um die Digitalisierung in den Kommunen weiter voranzutreiben?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Leonhard Kugler:<\/strong> Aus unserer Sicht kommt es darauf an, systematisch und kontinuierlich den eingeschlagenen Weg zu verfolgen. Das hei\u00dft konkret, dass wir unser Angebot schrittweise erweitern: Wir werden das Badge-Programm im openCode Softwarekatalog weiterentwickeln und automatisiert Qualit\u00e4ts- und Sicherheitskriterien von Software ausweisen. Au\u00dferdem werden wir Vergabeunterlagen auf openCode bereitstellen und Beschaffungskriterien formulieren. Unser Beratungsangebot werden wir ausdifferenzieren und es werden neben openDesk weitere konkrete Produkte hinzukommen. Den Kommunen machen wir mit all dem die Nachnutzung so einfach wie m\u00f6glich und sichern langfristig ihre Handlungsf\u00e4higkeit. (DEKOM, 28.04.2025) <a href=\"https:\/\/zendis.de\/\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>\u00dcber das ZenDiS<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Zentrum f\u00fcr Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t der \u00d6ffentlichen Verwaltung (ZenDiS) wurde 2022 durch das Bundesministerium des Innern und f\u00fcr Heimat (BMI) gegr\u00fcndet. Als Kompetenz- und Servicezentrum unterst\u00fctzt das ZenDiS die \u00d6ffentliche Verwaltung auf Ebene von Bund, L\u00e4ndern und Kommunen dabei, ihre Handlungsf\u00e4higkeit im digitalen Raum langfristig abzusichern \u2013 vor allem, indem kritische Abh\u00e4ngigkeiten von einzelnen Technologieanbietern aufgel\u00f6st werden. Dazu konzentriert sich das ZenDiS in der ersten Ausbaustufe darauf, den Einsatz von Open-Source-Software in der \u00d6ffentlichen Verwaltung voranzutreiben. Das ZenDiS ist eine GmbH und liegt derzeit zu 100 Prozent in der Hand des Bundes. Eine Beteiligung der L\u00e4nder ist in Vorbereitung. Sitz des ZenDiS ist Bochum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die einfache Nachnutzung von Software ist essenziell f\u00fcr eine zukunftsf\u00e4hige Kommunalverwaltung: Wird die Nachnutzung erleichtert, kann gemeinsam statt parallel entwickelt werden und es entstehen bedarfsgerechte Anwendungen, die langfristig Kosten reduzieren. Open-Source-Software bietet daf\u00fcr die passende L\u00f6sung und wird in der \u00d6ffentlichen Verwaltung bereits h\u00e4ufig eingesetzt, doch es gibt noch H\u00fcrden bei der Nachnutzung. 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