{"id":8448,"date":"2025-06-23T12:30:00","date_gmt":"2025-06-23T10:30:00","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8448"},"modified":"2025-06-23T13:05:40","modified_gmt":"2025-06-23T11:05:40","slug":"gdw-ueberragendes-oeffentliches-interesse-fuer-neuen-bezahlbaren-wohnraum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/gdw-ueberragendes-oeffentliches-interesse-fuer-neuen-bezahlbaren-wohnraum\/","title":{"rendered":"GdW: Fast Lane f\u00fcr neuen bezahlbaren Wohnraum"},"content":{"rendered":"\n<p>Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft fordert eine politische und regulatorische Kehrtwende im Umgang mit dem Wohnungsbau. \u201eBezahlbarer Wohnraum muss endlich denselben Stellenwert wie die Energiewende erhalten \u2013 wir brauchen eine Fast Lane f\u00fcr den Wohnungsbau\u201c, sagt Axel Gedaschko, Pr\u00e4sident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, anl\u00e4sslich der Jahrespressekonferenz seines Verbandes. Die rund 3.0000 sozial orientierten Wohnungsunternehmen im GdW kommen angesichts schlechter Rahmenbedingungen f\u00fcr Neubau und Sanierung sowie eines mangelhaften Finanzierungsumfeldes immer st\u00e4rker unter Druck: So investierten die im GdW organisierten Wohnungsunternehmen 2024 rund 19,7 Mrd. Euro und damit nur leicht mehr (1,7 Prozent) als im Vorjahr. Doch w\u00e4hrend die Investitionen in den Bestand um 8,5 Prozent stiegen, sanken die Mittel f\u00fcr den Neubau das dritte Jahr in Folge \u2013 560 Mio. Euro weniger als 2023. F\u00fcr 2025 wird ein Einbruch der Neubauinvestitionen um fast 20 Prozent auf nur noch 6,4 Mrd. Euro erwartet. Insgesamt werden die Gesamtinvestitionen der Unternehmen voraussichtlich auf 17,6 Mrd. Euro zur\u00fcckgehen. \u201eSelbst bei genehmigten Projekten haben viele Unternehmen den R\u00fcckzug angetreten \u2013 weil die Kosten nicht mehr darstellbar sind\u201c, so Gedaschko. Die Ursachen sind klar: sehr hohe Baupreise und Zinsen, massive Auflagen und unzureichende F\u00f6rderkulissen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eFast Lane\u201c statt F\u00f6rderwirrwarr \u2013 Wohnungsbau muss Vorrang bekommen<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Angesichts dieser Entwicklung schl\u00e4gt der GdW eine \u00dcbertragung der EU-Notfallverordnung zur Energiewende auf den Wohnungsbau vor. \u201eWas bei Windr\u00e4dern m\u00f6glich ist, muss auch beim Menschenrecht auf Wohnen gelten. Wir brauchen jetzt eine rechtliche Grundlage, um Bauverfahren f\u00fcr bezahlbaren Wohnraum drastisch zu beschleunigen \u2013 durch ein \u00fcberragendes \u00f6ffentliches Interesse\u201c, betont Gedaschko.<\/p>\n\n\n\n<p>Konkret bedeutet das: Schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren, eingeschr\u00e4nkte Einwendungsm\u00f6glichkeiten und eine befristete Sonderregelung zur Priorisierung von Wohnraum in angespannten M\u00e4rkten. Damit k\u00f6nnten Zielkonflikte etwa mit dem Natur- oder Denkmalschutz pragmatisch gel\u00f6st werden \u2013 ohne \u00f6kologische Mindeststandards aufzugeben.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Mietentwicklung moderat \u2013 Betriebskosten treiben Belastung<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Trotz der angespannten Lage bleiben die Mieten bei den GdW-Unternehmen stabil: Die durchschnittliche Nettokaltmiete liegt 2024 bei 6,62 Euro pro Quadratmeter \u2013 fast einen Euro unter dem Bundesdurchschnitt. Der Anstieg um 23 Cent (3,6 Prozent) bleibt moderat, vor allem im Vergleich zum Anstieg der sonstigen Kosten rund ums Wohnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Problematisch sind insbesondere die Betriebskosten: Die warmen Betriebskosten stiegen 2024 um knapp 5 Prozent auf 1,64 Euro pro Quadratmeter, die kalten sogar um 6 Prozent auf 1,90 Euro pro Quadratmeter. Insgesamt verteuerte sich das Wohnen allein durch Energiekosten seit Kriegsbeginn 2022 um bis zu 438 Euro pro Jahr.<\/p>\n\n\n\n<p>S<em>ozialwohnungen weiter auf dem R\u00fcckzug<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der Bestand an Sozialwohnungen geht bundesweit weiter zur\u00fcck \u2013 trotz gestiegener Zahlen im gef\u00f6rderten Neubau. 2024 wurden rund 27.000 neue Sozialwohnungen errichtet \u2013 ein Plus von 17 Prozent. Dennoch sank der Gesamtbestand erneut, weil deutlich mehr Wohnungen aus der Bindung fielen. Bei den GdW-Unternehmen liegt der Sozialwohnungsbestand 2024 rund 1,2 Millionen Einheiten unter dem Stand von 2002.<\/p>\n\n\n\n<p><em>EH-55-F\u00f6rderung: 51.000 Wohnungen k\u00f6nnten sofort starten<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Ein zentrales Instrument zur Reaktivierung des Neubaus sieht der GdW in der Wiederauflage der F\u00f6rderung f\u00fcr Effizienzh\u00e4user 55 (EH55). Nach einer Verbandsumfrage k\u00f6nnten allein durch eine solche F\u00f6rderung bei den GdW-Mitgliedern kurzfristig 17.000 Wohnungen realisiert werden, f\u00fcr die Planungen zuletzt h\u00e4ufig aufgrund der zu schlechten Finanzierungsbedingungen in der Schublade gelandet sind. Hochgerechnet auf den gesamten Wohnungsbau w\u00e4ren es sogar bis zu 51.000 Wohneinheiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der erforderliche F\u00f6rderaufwand: rund 1,5 Milliarden Euro \u2013 f\u00fcr Zusch\u00fcsse und Zinsverbilligungen \u00fcber zehn Jahre. \u201eEin \u00fcberschaubarer Betrag f\u00fcr eine enorme Wirkung. Statt mit immer neuen Auflagen den Neubau zu strangulieren, sollte die Politik bestehende Standards f\u00f6rdern \u2013 verl\u00e4sslich, planbar und unb\u00fcrokratisch\u201c, sagt GdW-Pr\u00e4sident Axel Gedaschko.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Warnung vor Mietrechtsversch\u00e4rfung: Neubau droht Zusammenbruch<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Mit gro\u00dfer Sorge sieht der GdW aktuelle politische Diskussionen zur Ausweitung der Mietpreisbremse auf Neubauten bis Baujahr 2019. \u201eDas w\u00e4re ein Neubau-Killer. Wer jetzt zus\u00e4tzlich Regulierung f\u00fcr Wohnungen plant, die gerade noch wirtschaftlich darstellbar sind, treibt die Branche vollends in die Knie\u201c, warnt Gedaschko.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Klimaschutz im Bestand: F\u00f6rderung effizient <\/em>ausrichten<\/p>\n\n\n\n<p>Zudem fordert der GdW eine Neuausrichtung der F\u00f6rderung f\u00fcr Klimaschutz im Bestand. Studien zeigen: W\u00e4hrend die Sanierung zum Effizienzhaus bis zu 1.034 Euro pro eingesparter Tonne CO\u2082 kostet, liegt der Wert bei Einzelma\u00dfnahmen bei nur 132 Euro \u2013 bei Heizungstausch sogar bei 97 Euro. Die F\u00f6rderung m\u00fcsse daher gezielt auf Ma\u00dfnahmen mit hohem CO\u2082-Minderungspotenzial konzentriert werden \u2013 und auf vermietete Wohnungen, denn Mieter geh\u00f6ren \u00fcberwiegend zur unteren Einkommensh\u00e4lfte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWohnen darf kein Luxusgut werden\u201c, so Gedaschko. \u201eDeshalb brauchen wir eine neue Balance aus Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und Sozialvertr\u00e4glichkeit. Wer das Wohnen klimaneutral machen will, muss daf\u00fcr sorgen, dass es auch bezahlbar bleibt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ohne Mut zur Reform keine L\u00f6sung der Wohnungsfrage<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Der GdW fordert die Bundesregierung auf, die Priorit\u00e4ten klar zu setzen: \u201eWir brauchen eine kluge Kombination aus regulatorischer Entschlackung, zielgerichteter F\u00f6rderung und realistischen Anforderungen. Das Menschenrecht auf Wohnen ist kein politisches Luxusprojekt, sondern existenzielle Notwendigkeit \u2013 f\u00fcr Millionen Menschen und f\u00fcr den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft\u201c, so GdW-Pr\u00e4sident Axel Gedaschko.<\/p>\n\n\n\n<p>Der GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen vertritt als gr\u00f6\u00dfter deutscher Branchendachverband bundesweit und auf europ\u00e4ischer Ebene rund 3.000 kommunale, genossenschaftliche, kirchliche, privatwirtschaftliche, landes- und bundeseigene Wohnungsunternehmen. Sie bewirtschaften rd. 6 Mio. Wohnungen, in denen \u00fcber 13 Mio. Menschen wohnen. Der GdW repr\u00e4sentiert damit Wohnungsunternehmen, die fast 30 Prozent aller Mietwohnungen in Deutschland bewirtschaften. (GdW, 23.06.2025) <a href=\"https:\/\/www.gdw.de\/pressecenter\/pressemeldungen\/wohnungsbau-braucht-fast-lane-gdw-fordert-ueberragendes-oeffentliches-interesse-fuer-neuen-bezahlbaren-wohnraum\/\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft fordert eine politische und regulatorische Kehrtwende im Umgang mit dem Wohnungsbau. \u201eBezahlbarer Wohnraum muss endlich denselben Stellenwert wie die Energiewende erhalten \u2013 wir brauchen eine Fast Lane f\u00fcr den Wohnungsbau\u201c, sagt Axel Gedaschko, Pr\u00e4sident des Spitzenverbandes der Wohnungswirtschaft GdW, anl\u00e4sslich der Jahrespressekonferenz seines Verbandes. 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