{"id":8474,"date":"2025-07-07T09:08:00","date_gmt":"2025-07-07T07:08:00","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8474"},"modified":"2025-07-07T10:44:03","modified_gmt":"2025-07-07T08:44:03","slug":"osterholzer-stadtwerke-chef-preisdeckel-bremsen-waermewende-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/osterholzer-stadtwerke-chef-preisdeckel-bremsen-waermewende-aus\/","title":{"rendered":"Osterholzer Stadtwerke-Chef: \u201ePreisdeckel bremsen W\u00e4rmewende aus\u201c"},"content":{"rendered":"\n<p>Christian Meyer-Hammerstr\u00f6m, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Osterholzer Stadtwerke, hat fr\u00fchzeitig die Bedeutung der kommunalen W\u00e4rmeplanung erkannt. Sein Unternehmen erstellt die W\u00e4rmepl\u00e4ne f\u00fcr mehrere Gemeinden im nieders\u00e4chsischen Landkreis Osterholz und arbeitet dabei eng mit dem regionalen Netzbetreiber EWE Netz zusammen. Im Gespr\u00e4ch erl\u00e4utert Meyer-Hammerstr\u00f6m, wie die Zusammenarbeit abl\u00e4uft, wie er mit \u00fcberzogenen Erwartungen seitens Politik und B\u00fcrgerschaft umgeht und warum Kommunen bei der W\u00e4rmeplanung am besten mit ihrem \u00f6rtlichen Energieversorger im \u201eTandem\u201c fahren sollten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> Herr Meyer-Hammerstr\u00f6m, die Osterholzer Stadtwerke unterst\u00fctzen mehrere Kommunen bei der kommunalen W\u00e4rmeplanung \u2013 auch \u00fcber das eigene Versorgungsgebiet hinaus. Im Landkreis Osterholz \u00fcbernehmen Sie f\u00fcr drei Ihrer Gesellschafter-Kommunen die Planung. Was genau tun Sie dort und wie ist die Zusammenarbeit mit dem anderen Versorger im Kreis organisiert?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Christian Meyer-Hammerstr\u00f6m:<\/strong> Der Landkreis Osterholz in Niedersachsen besteht aus sieben Gemeinden. Drei davon \u2013 Osterholz-Scharmbeck, Lilienthal und Ritterhude \u2013 sind unsere Gesellschafterkommunen. Die \u00fcbrigen vier Gemeinden im Landkreis werden traditionell von EWE- Netz mit Strom und Gas versorgt. Der Landkreis hat die Erstellung der kommunalen W\u00e4rmeplanung f\u00fcr alle sieben Kommunen gemeinsam ausgeschrieben, jedoch in Losen vergeben. So haben am Ende wir den Auftrag f\u00fcr unsere drei Kommunen erhalten und EWE-Netz f\u00fcr ihre vier Kommunen. Wir arbeiten hierbei sehr eng mit EWE-Netz zusammen und orchestrieren den Prozess gemeinsam. Uns war wichtig, dass am Ende nicht zwei v\u00f6llig unterschiedliche Konzepte pr\u00e4sentiert werden, die sich wom\u00f6glich widersprechen. Deshalb stimmen wir uns laufend ab und haben beim Erstellen der W\u00e4rmepl\u00e4ne weitgehend das gleiche Vorgehen gew\u00e4hlt \u2013 das ist ja auch durch die Landesvorgaben relativ klar strukturiert vorgegeben in vier Abschnitten. Aktuell sind wir so weit, dass wir Ende August unsere Ergebnisse der kommunalen W\u00e4rmeplanung vorstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> Diese W\u00e4rmeplanung wurde also offiziell ausgeschrieben. War das Verfahren stark umk\u00e4mpft \u2013 haben sich viele externe B\u00fcros beworben?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Christian Meyer-Hammerstr\u00f6m:<\/strong> Tats\u00e4chlich war es eine offene Ausschreibung &#8211; es gab durchaus Konkurrenz, auch \u00fcberregionale. Bei Ausschreibungen f\u00fcr Kommunen z\u00e4hlt oft der Preis: Das g\u00fcnstigste Angebot gewinnt. Dar\u00fcber diskutiere ich h\u00e4ufig mit kommunalen Auftraggebern, denn wer billig kauft, kauft zweimal \u2013 man sollte genau hinschauen, was man f\u00fcr sein Geld bekommt. Wir waren uns des Preiswettbewerbs bewusst und haben mit spitzem Bleistift kalkuliert, also sehr knapp und ohne \u00fcberm\u00e4\u00dfige Sicherheitspuffer. F\u00fcr Stadtwerke ist die Erstellung solcher Konzepte kein Gesch\u00e4ft, um hohe Renditen zu erwirtschaften. Meiner Meinung nach war es klug, hier knallhart zu kalkulieren, um den Zuschlag zu bekommen und die W\u00e4rmeplanung im eigenen Haus halten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> Viele Kommunalpolitiker \u2013 und auch B\u00fcrger \u2013 verbinden mit der kommunalen W\u00e4rmeplanung sehr konkrete Erwartungen. Oft klafft eine L\u00fccke zwischen dem, was sich die Politik vom W\u00e4rmeplan verspricht, und dem, was kurzfristig realistisch umsetzbar ist. Wie gehen Sie mit solchen \u00fcberzogenen Erwartungshaltungen um?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Christian Meyer-Hammerstr\u00f6m:<\/strong> Die Kommunen \u2013 und auch die B\u00fcrger \u2013 haben nat\u00fcrlich gewisse Vorstellungen, die man ernst nehmen muss. Aber man muss einen Schritt vorher ansetzen und diese Erwartungen managen. Ich erlebe auf Informationsveranstaltungen h\u00e4ufig, dass jemand aufsteht und sinngem\u00e4\u00df fragt: \u201eWann kommt denn bei mir in der Stra\u00dfe XYZ die Nahw\u00e4rmeleitung und was wird sie kosten?\u201c \u2013 in der Hoffnung, der W\u00e4rmeplan gebe darauf Antwort. Das ist mitnichten das Ergebnis der kommunalen W\u00e4rmeplanung. Wir m\u00fcssen sehr deutlich kommunizieren, was ein W\u00e4rmeplan leisten kann und was nicht. Am Ende eines solchen Konzepts wei\u00df man vor allem: Welche Gebiete im Ort k\u00f6nnten potenziell einmal durch ein W\u00e4rmenetz versorgt werden und welche eher nicht. Wenn Frau M\u00fcller in der Heckenweg 19 wohnt, wird ihr der W\u00e4rmeplan zeigen, ob ihr Viertel grunds\u00e4tzlich genug W\u00e4rmedichte f\u00fcr ein Nahw\u00e4rmenetz h\u00e4tte \u2013 oder ob dort in den n\u00e4chsten 20 bis 30 Jahren keine leitungsgebundene W\u00e4rme zu erwarten ist, so dass sie sich eher nach anderen L\u00f6sungen (Stichwort W\u00e4rmepumpe) umsehen muss. Mehr Details liefert der W\u00e4rmeplan erst einmal nicht. Das versuchen wir, sowohl der Politik als auch den B\u00fcrgern klarzumachen. Ein W\u00e4rmeplan ist keine Detailplanung, welcher Energietr\u00e4ger exakt wann und in welcher Stra\u00dfe zum Einsatz kommt. Er dient dazu, Gebiete mit Potenzial zu identifizieren. Der n\u00e4chste Schritt w\u00e4re dann, f\u00fcr so ein potenzielles Gebiet eine Machbarkeitsstudie durchzuf\u00fchren und konkreter zu planen \u2013 auch um die Rechnung nicht ohne den Wirt zu machen. Schlie\u00dflich muss am Ende jemand in die Infrastruktur investieren, und wenn sich kein Investor findet, bleibt das beste Konzept Theorie.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM: <\/strong>Branchenverb\u00e4nde beklagen unisono, die teils widerspr\u00fcchlichen politischen Signale rund ums Heizungsgesetz und die W\u00e4rmewende, h\u00e4tten Investoren und B\u00fcrger verunsichert. Sp\u00fcren Sie das auch in Ihren Projekten vor Ort?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Christian Meyer-Hammerstr\u00f6m:<\/strong> Ganz eindeutig, ja &#8211; wir merken das aktuell gerade ganz praktisch: Wir bauen in einem Neubaugebiet mit etwa 30 Einfamilienh\u00e4usern ein sogenanntes kaltes Nahw\u00e4rmenetz (bei dem \u00fcber eine zentrale W\u00e4rmepumpenl\u00f6sung nur niedrige Temperaturen verteilt werden). Das Konzept ist erkl\u00e4rungsbed\u00fcrftig, und einige Grundst\u00fccksk\u00e4ufer sind skeptisch. Sie sagen: \u201eDann h\u00e4nge ich ja auf Gedeih und Verderb an der Preisgestaltung des Versorgers \u2013 was, wenn die Energiepreise explodieren?\u201c &nbsp;Hier kommen die aktuellen politischen Diskussionen ins Spiel. Die geplante Reform der AVB-Fernw\u00e4rme (Verordnung \u00fcber Allgemeine Bedingungen f\u00fcr die Fernw\u00e4rmeversorgung) sorgt f\u00fcr zus\u00e4tzliche Unsicherheit. Verbrauchersch\u00fctzer fordern z.\u202fB. Preisdeckel f\u00fcr Fernw\u00e4rme \u2013 aus Kundensicht verst\u00e4ndlich, aber in der aktuellen Phase wenig hilfreich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> Preisgrenzen klingen doch erstmal ganz vern\u00fcnftig \u2013 warum sind die eigentlich ein Problem?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Christian Meyer-Hammerstr\u00f6m:<\/strong> Ich kenne kein W\u00e4rmenetz-Gebiet bei uns, in dem wir nicht jetzt schon jeden einzelnen Cent gegen\u00fcber der Landeskartellbeh\u00f6rde rechtfertigen m\u00fcssten. Wenn nun von politischer Seite etwa starre Preisobergrenzen in den Raum gestellt werden, schreckt das nat\u00fcrlich potenzielle Betreiber und Finanziers ab. Man muss sich folgendes Szenario vor Augen f\u00fchren: Wir identifizieren ein Potenzialgebiet, wollen dort eine zentrale Heizanlage und ein Nahw\u00e4rmenetz aufbauen \u2013 und gleichzeitig herrscht Unsicherheit, ob man k\u00fcnftige W\u00e4rmepreise kostendeckend gestalten darf. Die Verbraucher sind verunsichert, die Banken ebenfalls. Niemand finanziert ein Nahw\u00e4rmenetz mal eben aus der Portokasse; man braucht Kredite. Jede Bank fragt: \u201eWie sind Ihre Erl\u00f6se langfristig abgesichert? Welche Risiken bestehen, dass Sie Ihre Kosten nicht decken k\u00f6nnen?\u201c Wenn man darauf aufgrund vager politischer Eingriffe keine verl\u00e4ssliche Antwort geben kann, wird die Finanzierung schwierig. An solchen Rahmenbedingungen scheitern dann in der Praxis viele zun\u00e4chst ambitionierte Konzepte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> F\u00fcr eine realistische Planung braucht man eine belastbare Datengrundlage. Wie haben Sie die n\u00f6tigen Daten f\u00fcr die W\u00e4rmeplanung erhoben \u2013 nutzen Sie digitale Werkzeuge daf\u00fcr, oder greifen Sie vor allem auf vorhandene Daten aus Ihrer langj\u00e4hrigen T\u00e4tigkeit als Netzbetreiber zur\u00fcck?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Christian Meyer-Hammerstr\u00f6m:<\/strong> Wir verf\u00fcgen als Gas- und W\u00e4rmeversorger nat\u00fcrlich bereits \u00fcber einen umfassenden Datenpool. Viele Daten stammen aus dem eigenen Gasnetzbetrieb \u2013 Verbrauchsdaten, Netzstrukturdaten und so weiter. Hinzu kommen externe Daten, zum Beispiel von den Bezirksschornsteinfegern (etwa welche Heizungen in welchen Geb\u00e4uden vorhanden sind) oder allgemeine Geb\u00e4udedaten aus den Kommunen. All diese Informationen flie\u00dfen in die Bestandsanalyse ein. Die eigentliche digitale Aufbereitung und Simulation machen wir aber nicht komplett in Eigenregie, sondern mit Unterst\u00fctzung von externen Dienstleistern. Im konkreten Fall arbeiten wir eng mit Trianel zusammen \u2013 das ist ein Stadtwerke-Netzwerk, das uns methodisch und mit IT-Tools unterst\u00fctzt. Trianel hat in Kooperation mit Fraunhofer-Instituten einen digitalen Zwilling aufgebaut, in den alle relevanten Daten einflie\u00dfen. Damit lassen sich unterschiedliche Szenarien durchspielen und auswerten. Auf dieses Know-how greifen wir zur\u00fcck. Mit anderen Worten: Wir liefern die Daten und die Ortskenntnis, und Trianel k\u00fcmmert sich um die komplexe Modellierung und Simulation. Das funktioniert sehr gut.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> In Bundesl\u00e4ndern wie Schleswig-Holstein hat erst etwa ein Drittel der Kommunen mit der W\u00e4rmeplanung \u00fcberhaupt begonnen; anderenorts sieht es \u00e4hnlich aus. Was raten Sie Gemeinden, die jetzt vor dieser Aufgabe stehen? Wie sollte eine Kommune sich dem Thema n\u00e4hern?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Christian Meyer-Hammerstr\u00f6m:<\/strong> Mein erster und gleichsam wichtigster Rat: Wenn es vor Ort ein Stadtwerk gibt, unbedingt den Schulterschluss suchen! Sprechen Sie Ihr \u00f6rtliches Energieversorgungsunternehmen an und bilden Sie ein Tandem aus Kommune und Versorger. Das bietet vielf\u00e4ltige Vorteile. Ich wei\u00df, dass manche meiner Kollegen anfangs zur\u00fcckhaltend waren \u2013 aber meine Haltung ist: Das ist unsere Stadt, unser \u201eWohnzimmer\u201c \u2013 und die W\u00e4rmewende ist unser zuk\u00fcnftiges Gesch\u00e4ft! Als lokaler Versorger sollte man die Chance ergreifen, bei der W\u00e4rmeplanung auf dem Fahrersitz zu sitzen und gemeinsam mit der Kommune die Richtung vorzugeben. Das kommt am Ende auch den B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrgern zugute. Zudem strahlt so ein gemeinsames Vorgehen positiv auf andere Bereiche ab \u2013 man st\u00e4rkt das Vertrauen in die lokale Daseinsvorsorge insgesamt, ob bei Strom, Gas oder W\u00e4rme.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> Und wenn die Kommune ohne ihren Versorger plant \u2013 etwa mit einem externen Ingenieurb\u00fcro?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Christian Meyer-Hammerstr\u00f6m:<\/strong> Wenn das Stadtwerk vor Ort nicht eingebunden ist, l\u00e4uft man Gefahr, dass am Ende realit\u00e4tsferne Ergebnisse auf dem Tisch liegen. Dann muss das Stadtwerk in der Umsetzung die gr\u00f6\u00dften Schnitzer ausb\u00fcgeln \u2013 und steht pl\u00f6tzlich als Bremser oder Verhinderer da. In der konstruktiven Rolle bleibt man aber, wenn man von Anfang an beteiligt ist. Deswegen mein Appell: Wenn immer m\u00f6glich, die Expertise vor Ort einbeziehen \u2013 sei es das Stadtwerk oder zumindest der \u00f6rtliche Netzbetreiber, gerade was Strom angeht. Alles, was in der W\u00e4rmeplanung entschieden wird, hat erhebliche Auswirkungen auf den Stromnetzbetrieb und -ausbau. Das ist kein Geheimnis: In l\u00e4ndlichen Gebieten mit weiten Wegen und wenigen Anschl\u00fcssen wird, wenn kein W\u00e4rmenetz kommt, zwangsl\u00e4ufig die W\u00e4rmepumpe zur bevorzugten L\u00f6sung \u2013 und daf\u00fcr muss man das Stromnetz entsprechend ert\u00fcchtigen. Diese Abstimmung geh\u00f6rt von Anfang an mit dazu.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM: <\/strong>In der \u00f6ffentlichen Diskussion tauchen immer wieder neue Technologietrends auf \u2013 von kalter Nahw\u00e4rme bis Geothermie. K\u00f6nnen kommunale Entscheidungstr\u00e4ger \u00fcberhaupt noch realistisch einsch\u00e4tzen, was davon in der Praxis tragf\u00e4hig ist?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Christian Meyer-Hammerstr\u00f6m: <\/strong>Die kommunale W\u00e4rmeplanung hilft ja gerade dabei, solche Fragen zu versachlichen und Entscheidungen auf eine belastbare Grundlage zu stellen. Jeder B\u00fcrgermeister oder jede B\u00fcrgermeisterin wird heute mit Forderungen nach vermeintlich zukunftssicheren L\u00f6sungen konfrontiert \u2013 Wasserstoff ist dabei ein gutes Beispiel. In unseren Analysen sehen wir sehr klar:In den n\u00e4chsten 20 bis 30 Jahren wird kein Einfamilienhaus per Wasserstoff beheizt werden. Das ist schlicht nicht realistisch, aus vielen Gr\u00fcnden. Ebenso liefert die W\u00e4rmeplanung Anhaltspunkte, was aus dem bestehenden Gasnetz wird. Viele Stadtwerke erzielen derzeit noch einen gro\u00dfen Teil ihrer Ertr\u00e4ge mit der Gasversorgung (h\u00e4ufig um die 50\u202f%). Da stellt sich nat\u00fcrlich strategisch die Frage, wie es mit diesem Gesch\u00e4ft weitergeht, wenn zunehmend Geb\u00e4ude auf andere W\u00e4rmel\u00f6sungen umsteigen. Auch deshalb halte ich es f\u00fcr strategisch sehr klug, dass sich Stadtwerke intensiv mit der kommunalen W\u00e4rmeplanung befassen. W\u00fcrde ich als B\u00fcrgermeister oder Aufsichtsrat ein eigenes Stadtwerk vor Ort haben, w\u00fcrde ich erwarten, dass mein Unternehmen sich diesem Thema mit Nachdruck widmet und fr\u00fchzeitig einen Plan hat, wohin die Reise geht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> Haben denn \u00fcberhaupt alle Stadtwerke vor Ort die n\u00f6tige Kompetenz, um eine kommunale W\u00e4rmeplanung selbst durchzuf\u00fchren? Was ist mit kleineren Versorgern ohne eigene Planungsabteilung?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Christian Meyer-Hammerstr\u00f6m:<\/strong> Nat\u00fcrlich muss man sagen, nicht jedes Stadtwerk hat diese Kompetenz vollst\u00e4ndig im eigenen Haus \u2013 das h\u00e4ngt oft von der Betriebsgr\u00f6\u00dfe und vom vorhandenen Personal ab. Einige gr\u00f6\u00dfere Versorger haben sich schon seit Jahren darauf vorbereitet und eigenes Know-how aufgebaut, etwa indem sie Ingenieure f\u00fcr Energie- und W\u00e4rmekonzepte eingestellt haben. Aber auch kleinere Stadtwerke k\u00f6nnen da mitziehen, indem sie Dienstleister einbinden, so wie wir das mit Trianel gemacht haben. Wichtig ist, dass man intern trotzdem genug Verst\u00e4ndnis hat, um die externen Leistungen fachlich steuern und beurteilen zu k\u00f6nnen. Insgesamt halte ich es f\u00fcr eine sehr sinnvolle Investition, sich als Stadtwerk in dieses Thema einzuarbeiten \u2013 notfalls auch gemeinsam mit Partnern. Wie gesagt, es geht hier um die k\u00fcnftige W\u00e4rmeversorgung vor Ort und damit um ein Kernthema der Daseinsvorsorge. Aus meiner Sicht sollten sich Stadtwerke \u2013 egal ob gro\u00df oder klein \u2013 fr\u00fchzeitig in die W\u00e4rmewende einklinken. Wer die M\u00f6glichkeit hat, sollte sich auf den Fahrersitz setzen und die Richtung mitbestimmen. Letztlich erwarten die Kommunalpolitik und die B\u00fcrger das auch: Sie vertrauen darauf, dass \u201eihr\u201c Stadtwerk die Herausforderungen der W\u00e4rmewende annimmt und kompetent begleitet. DEKOM, 07.07.2025 <a href=\"https:\/\/osterholzer-stadtwerke.de\/ueber-uns\/\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>\u00dcber Christian Meyer-Hammerstr\u00f6m<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Christian Meyer-Hammerstr\u00f6m ist Alleingesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Osterholzer Stadtwerke im Landkreis Osterholz. Zus\u00e4tzlich engagiert er sich im BDEW-Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V., wo er seit Jahren das Amt des Vizepr\u00e4sidenten bekleidet und die Interessen der kleinen und mittleren Unternehmen in Deutschland vertritt. Dar\u00fcber hinaus steht er der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke-Kooperation Trianel GmbH vor und ist Mitglied des Aufsichtsrates.<\/p>\n\n\n\n<p>Christian Meyer-Hammerstr\u00f6m lebt Energieversorgung seit Jahrzehnten: Nach einer Ausbildung zum Betriebsschlosser bei der swb in Bremen und anschlie\u00dfenden T\u00e4tigkeiten als Fachhandwerker im Gas- und Wasserrohrnetz sowie als Industriemeister in der Aus- und Weiterbildung, absolvierte er ein Wirtschaftsingenieur-Studium mit dem Schwerpunkt Energiewirtschaft. Bei der heutigen swb Vertrieb Bremen war er danach als Teamleiter Key-Account-Management t\u00e4tig. 2004 wechselte er als Alleingesch\u00e4ftsf\u00fchrer zu den Gemeindewerken von Ritterhude und Lilienthal. 2010 gestaltete er erfolgreich die Fusion mit den Stadtwerken Osterholz-Scharmbeck.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;<strong><u>\u00dcber die Osterholzer Stadtwerke:<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Osterholzer Stadtwerke bieten im gesamten Landkreis Osterholz Strom und Erdgas an. Mit dem eigenen Leitungsnetz \u00fcber 3.000 Kilometer sichert das Unternehmen die zuverl\u00e4ssige und sichere Energieversorgung in Osterholz-Scharmbeck, Ritterhude und Lilienthal. Weitere Gesch\u00e4ftsbereiche sind Nahw\u00e4rme- und Trinkwasserversorgung, Entw\u00e4sserung und Stra\u00dfenbeleuchtung.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Energieversorger ist mehrheitlich in kommunaler Hand und in der Region an acht Standorten vertreten: Hauptsitz mit Verwaltung, technischen Dienstleistungen und Kundenzentrum sowie dem Kl\u00e4rwerk ist in Osterholz-Scharmbeck, ein Kundenzentrum in Ritterhude, Betriebshof und Kundenzentrum in Lilienthal. Vier weitere Kundenzentren befinden sich in Grasberg, Hambergen, Schwanewede und Worpswede, die sich im Rahmen einer Bankenkooperation innerhalb deren Gesch\u00e4ftsstellen befinden.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Unternehmen ist mit einem Jahresumsatz von rund 97,8 Millionen Euro (Stand: 31.12.2023) ein wichtiger Wirtschaftsfaktor im Landkreis Osterholz und besch\u00e4ftigt 161 Mitarbeiter, davon 13 Auszubildende. Das Unternehmen engagiert sich f\u00fcr die Energiewende vor Ort und betreibt in der Region mehrere moderne Blockheizkraftwerke zur dezentralen Energieversorgung sowie Fotovoltaikanlagen. Die Erzeugung erneuerbarer Energien unterst\u00fctzen die Osterholzer Stadtwerke vor Ort und bundesweit: \u00fcber Kooperationen und Beteiligungen wird der Bau von Onshore-Windparks sowie PV-Freifl\u00e4chen in der Region und auch deutschlandweit vorangetrieben. <a href=\"https:\/\/osterholzer-stadtwerke.de\/ueber-uns\/\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christian Meyer-Hammerstr\u00f6m, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der Osterholzer Stadtwerke, hat fr\u00fchzeitig die Bedeutung der kommunalen W\u00e4rmeplanung erkannt. Sein Unternehmen erstellt die W\u00e4rmepl\u00e4ne f\u00fcr mehrere Gemeinden im nieders\u00e4chsischen Landkreis Osterholz und arbeitet dabei eng mit dem regionalen Netzbetreiber EWE Netz zusammen. Im Gespr\u00e4ch erl\u00e4utert Meyer-Hammerstr\u00f6m, wie die Zusammenarbeit abl\u00e4uft, wie er mit \u00fcberzogenen Erwartungen seitens Politik und B\u00fcrgerschaft umgeht [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-8474","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8474","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8474"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8474\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8494,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8474\/revisions\/8494"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8474"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8474"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8474"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}