{"id":8476,"date":"2025-07-07T09:08:32","date_gmt":"2025-07-07T07:08:32","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8476"},"modified":"2025-07-07T09:39:47","modified_gmt":"2025-07-07T07:39:47","slug":"personalengpaesse-bremsen-kommunale-waermeplanung-schleswig-holstein-buendelt-ressourcen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/personalengpaesse-bremsen-kommunale-waermeplanung-schleswig-holstein-buendelt-ressourcen\/","title":{"rendered":"Personalengp\u00e4sse bremsen Kommunale W\u00e4rmeplanung &#8211; Schleswig-Holstein b\u00fcndelt Ressourcen"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Umsetzung der kommunalen W\u00e4rmeplanung st\u00f6\u00dft bundesweit auf erhebliche Kapazit\u00e4tsprobleme. W\u00e4hrend \u00fcber 11.000 Kommunen bis 2028 verpflichtende W\u00e4rmepl\u00e4ne erstellen m\u00fcssen, fehlen qualifizierte Planungsb\u00fcros und Fachkr\u00e4fte. Eine aktuelle Fraunhofer-Studie des Exzellenzclusters \u201eIntegrierte Energiesysteme&#8220; best\u00e4tigt nach einer Befragung von 267 kommunalen Akteuren: Die mangelnde Verf\u00fcgbarkeit qualifizierten Personals ist das gr\u00f6\u00dfte Hindernis f\u00fcr eine erfolgreiche W\u00e4rmewende auf kommunaler Ebene. Die Marktsituation spitzt sich zu. In Schleswig-Holstein konkurrieren 1.104 Gemeinden um die Dienstleistungen einer recht \u00fcberschaubaren Zahl spezialisierter Ingenieurb\u00fcros. Wartezeiten von \u00fcber 18 Monaten sind keine Seltenheit. Gleichzeitig steigen die Planungskosten deutlich: Die KWW-Kommunenbefragung 2024 weist eine Kostensteigerung von durchschnittlich 2,92 Euro pro Einwohner in 2023 auf 3,79 Euro in 2024 aus \u2013 ein Plus von 11 Prozent binnen eines Jahres. Besonders kleinere Kommunen geraten unter Druck. 90 Prozent der Kommunen unter 100.000 Einwohnern m\u00fcssen die W\u00e4rmeplanung komplett extern vergeben, da eigene Kapazit\u00e4ten fehlen. Die knappen Ressourcen der Dienstleister treiben die Preise weiter nach oben und gef\u00e4hrden die Einhaltung der gesetzlichen Fristen.<\/p>\n\n\n\n<p>Schleswig-Holstein reagiert mit einem umfassenden Ma\u00dfnahmenpaket auf diese Herausforderungen. Kern der Strategie ist die Gr\u00fcndung des W\u00e4rmekompetenzzentrums Schleswig-Holstein (WKZ.SH), das im M\u00e4rz 2025 beim bestehenden Breitband-Kompetenzzentrum (BKZ.SH) angesiedelt wurde. Diese Entscheidung nutzt vorhandene Strukturen und Expertise: Das BKZ.SH verf\u00fcgt \u00fcber 15 Jahre Erfahrung in der Koordinierung komplexer Infrastrukturprojekte und hat das Land beim Glasfaserausbau zur bundesweiten Spitzenposition gef\u00fchrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Maxim Schmuck, Manager f\u00fcr \u00d6ffentlichkeitsarbeit und Digitales beim BKZ.SH, erl\u00e4utert die strategische Entscheidung: \u201eDie kommunale W\u00e4rmeplanung braucht \u2013 wie der Breitbandausbau \u2013 enge Abstimmung, technische Kompetenz und kommunale N\u00e4he. Das Breitband-Kompetenzzentrum ist bereits gut in der kommunalen Familie verankert und hat bew\u00e4hrte Strukturen, die auch f\u00fcr die W\u00e4rmewende genutzt werden k\u00f6nnen.&#8220; Die Synergieeffekte sind erheblich. Das BKZ.SH bringt Expertise im Geodatenmanagement ein \u2013 ein Kernbereich der W\u00e4rmeplanung. Zudem erm\u00f6glicht die B\u00fcndelung von Glasfaser- und W\u00e4rmenetzplanung Kosteneinsparungen von bis zu 30 Prozent bei Tiefbauarbeiten. \u201eDurch die gemeinsame Struktur entstehen kurze Wege, geb\u00fcndeltes Fachwissen und abgestimmte Abl\u00e4ufe. Besonders wertvoll sind die bestehenden Kontakte des BKZ.SH zu Stadt- und Gemeindewerken \u2013 zentrale Akteure bei der Umsetzung von W\u00e4rmel\u00f6sungen&#8220;, betont Schmuck. Das WKZ.SH stellt den Kommunen ab sofort W\u00e4rmepotenzialkarten \u00fcber den DigitalAtlasNord zur Verf\u00fcgung, die zeigen, wo W\u00e4rmenetze wirtschaftlich betrieben werden k\u00f6nnen. Kommunen k\u00f6nnen so fr\u00fchzeitig entscheiden, ob ein verk\u00fcrztes Verfahren m\u00f6glich ist. Erste Erfolge sind messbar: Durch die Datenaufbereitung des WKZ.SH konnte die Bearbeitungszeit um durchschnittlich 20 Prozent reduziert werden. Dies macht Projekte f\u00fcr Planungsb\u00fcros attraktiver und entlastet kommunale Haushalte.<\/p>\n\n\n\n<p>Die \u00f6ffentliche Koordinierung allein kann jedoch die Ressourcenengp\u00e4sse nicht vollst\u00e4ndig l\u00f6sen. Angesichts der schieren Menge an zu erstellenden W\u00e4rmepl\u00e4nen und der begrenzten Kapazit\u00e4ten braucht es zus\u00e4tzliche Ans\u00e4tze zur Effizienzsteigerung. Deshalb setzt das Land Schleswig-Holstein auch gezielt auf heimische L\u00f6sungsanbieter, die mit ihren technologischen Kompetenzen und ihrer Kenntnis der regionalen Gegebenheiten ma\u00dfgeblich zur Bew\u00e4ltigung der Herausforderungen beitragen. Ein Beispiel daf\u00fcr ist EBERO FAB aus Norderstedt: Das Unternehmen vor den Toren Hamburgs hat gemeinsam mit den Partnern GEO DATA und KI-P eine Open-Source-basierte Komplettl\u00f6sung entwickelt, die durch Automatisierung und Standardisierung die knappen Planungsressourcen deutlich effektiver nutzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Ansatz des Konsortiums unterscheidet sich fundamental von klassischen Planungsverfahren: Statt sequenzieller Arbeitsschritte werden technische Planung, digitale Werkzeuge und kommunale Prozessbegleitung von Beginn an integriert. Die Open-Source-Plattform von KI-P versetzt Kommunen in die Lage, eigene Daten souver\u00e4n zu verwalten, verschiedene Planungsszenarien durchzuspielen und fundierte Entscheidungen zu treffen \u2013 frei von propriet\u00e4ren Abh\u00e4ngigkeiten und mit voller Kompatibilit\u00e4t zu bestehenden kommunalen Systemen. Das umfassende Leistungsspektrum reicht von der initialen Potenzialanalyse \u00fcber technische und rechtliche Machbarkeitspr\u00fcfungen bis hin zur F\u00f6rderberatung und kontinuierlichen Umsetzungsbegleitung. Der entscheidende Vorteil: Durch konsequente Digitalisierung und Automatisierung von Standardprozessen werden die wenigen verf\u00fcgbaren Fachexperten entlastet. Sie k\u00f6nnen sich auf komplexe Einzelf\u00e4lle und strategische Fragestellungen konzentrieren, w\u00e4hrend Routineaufgaben effizient digital abgewickelt werden. So entstehen aus Schleswig-Holstein heraus L\u00f6sungsans\u00e4tze, die bundesweit zur Bew\u00e4ltigung der Personalengp\u00e4sse beitragen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die schleswig-holsteinische Herangehensweise st\u00f6\u00dft bundesweit auf Interesse. Die Kombination aus zentraler Koordinierung, digitalen Tools und Nutzung bestehender Infrastrukturnetzwerke gilt als wegweisend. Mit einer Glasfaserversorgung von 80 Prozent verf\u00fcgt das Land \u00fcber ideale Voraussetzungen f\u00fcr die Digitalisierung der W\u00e4rmeplanung. F\u00fcr Kommunen ergeben sich konkrete Handlungsoptionen: Die Nutzung digitaler Planungstools kann Personalengp\u00e4sse kompensieren. Eine fr\u00fchzeitige Einbindung von Kompetenzzentren erleichtert die Suche nach Dienstleistern. Die B\u00fcndelung von Infrastrukturprojekten senkt Kosten erheblich. Open Source-L\u00f6sungen bieten kosteng\u00fcnstige Alternativen zu propriet\u00e4ren Systemen. Der Bedarf bleibt gro\u00df: Bundesweit fehlen nach Sch\u00e4tzungen des Kompetenzzentrums Kommunale W\u00e4rmewende mindestens 2.000 zus\u00e4tzliche Fachkr\u00e4fte. Ob andere Bundesl\u00e4nder das schleswig-holsteinische Modell adaptieren und digitale Tools rechtzeitig skaliert werden k\u00f6nnen, wird \u00fcber den Erfolg der kommunalen W\u00e4rmewende entscheiden. (DEKOM, 07.07.2025) <a href=\"https:\/\/www.bkzsh.de\/waermekompetenzzentrum-schleswig-holstein-wkz-sh-gegruendet-unterstuetzung-fuer-kommunen-bei-der-waermeplanung\/\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Umsetzung der kommunalen W\u00e4rmeplanung st\u00f6\u00dft bundesweit auf erhebliche Kapazit\u00e4tsprobleme. W\u00e4hrend \u00fcber 11.000 Kommunen bis 2028 verpflichtende W\u00e4rmepl\u00e4ne erstellen m\u00fcssen, fehlen qualifizierte Planungsb\u00fcros und Fachkr\u00e4fte. 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