{"id":8480,"date":"2025-07-07T09:09:45","date_gmt":"2025-07-07T07:09:45","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8480"},"modified":"2025-07-07T09:09:47","modified_gmt":"2025-07-07T07:09:47","slug":"open-source-als-fundament-kommunaler-digitalisierung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/open-source-als-fundament-kommunaler-digitalisierung\/","title":{"rendered":"Open Source als Fundament kommunaler Digitalisierung"},"content":{"rendered":"\n<p>F\u00fcr Kommunen wird digitale Souver\u00e4nit\u00e4t zur Schl\u00fcsselfrage ihrer Handlungsf\u00e4higkeit. Schleswig-Holstein geht mit seiner Open Source-Strategie voran und zeigt, wie sich Abh\u00e4ngigkeiten von Softwarekonzernen reduzieren und gleichzeitig neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr datenbasierte Stadtentwicklung schaffen lassen. Die deutschen Kommunen stehen vor einem grundlegenden Problem, das ihre Handlungsf\u00e4higkeit in der digitalen Transformation erheblich einschr\u00e4nkt. \u00d6ffentliche Verwaltungen in Bund, L\u00e4ndern und Kommunen nutzen gr\u00f6\u00dftenteils Software von wenigen gro\u00dfen, sogenannten propriet\u00e4ren, Anbietern, woraus sich starke Abh\u00e4ngigkeiten entwickelt haben. Die finanziellen Dimensionen dieses Problems sind erheblich \u2013 allein der Bund zahlte 2023 fast 200 Millionen Euro f\u00fcr Microsoft-Lizenzen. F\u00fcr Kommunen bedeutet dies nicht nur kontinuierlich steigende Kosten, sondern auch eingeschr\u00e4nkte Gestaltungsm\u00f6glichkeiten bei der IT-Infrastruktur. Der Zwang, Hersteller-Cloudsysteme zu verwenden und die damit einhergehenden erheblichen Lizenzkosten, versch\u00e4rfen diese Situation zus\u00e4tzlich. Als erstes Bundesland hat Schleswig-Holstein eine umfassende &#8222;Open Innovation und Open Source Strategie&#8220; beschlossen und damit einen Weg aufgezeigt, der bundesweit Beachtung findet. Das Land plant den schrittweisen Umstieg seiner 25.000 Arbeitspl\u00e4tze auf Open Source-L\u00f6sungen: LibreOffice ersetzt Microsoft Office, Open-Xchange l\u00f6st Exchange ab, und langfristig ist sogar der Wechsel von Windows auf Linux vorgesehen. Diese Strategie umfasst den Aufbau eines Open Source Programm Offices in der Landesverwaltung, die F\u00f6rderung des DigitalHub.SH zur Verkn\u00fcpfung \u00f6ffentlicher Bedarfe mit der Digitalwirtschaft, den verst\u00e4rkten Einsatz von Open Government-Ans\u00e4tzen sowie die Beteiligung an der Deutschen Verwaltungscloud und dem Zentrum Digitale Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n\n\n\n<p>Parallel zur Open Source-Bewegung etablieren sich Urban Data Platforms als zentrale digitale Infrastruktur f\u00fcr Kommunen. Diese Plattformen b\u00fcndeln kommunale Informationen und schaffen so eine datenbasierte Grundlage f\u00fcr urbane digitale Zwillinge oder digitale Dienstleistungen wie Verkehrs-Apps oder M\u00e4ngelmelder. Die Vorteile von Urban Data Platforms auf Open Source-Basis sind f\u00fcr Kommunen erheblich: Im Sinne der Datensouver\u00e4nit\u00e4t bleiben die Daten im Besitz der Kommune, die \u00fcber Form und Umfang der Verwendung entscheidet. Standardisierte offene Schnittstellen schaffen einen sicheren und integrierten Zugang zu urbanen Daten aus verschiedensten st\u00e4dtischen Bereichen, w\u00e4hrend Open-Source-L\u00f6sungen, Kooperationen und ein schrittweises Vorgehen den Kommunen Flexibilit\u00e4t und digitale Souver\u00e4nit\u00e4t auf dem Weg zur eigenen Datenplattform bieten. Die gesetzlich verpflichtende Kommunale W\u00e4rmeplanung wird zum praktischen Pr\u00fcfstein f\u00fcr diese neue Dateninfrastruktur. Gro\u00dfe Kommunen m\u00fcssen bis zum 30. Juni 2026 eine W\u00e4rmeplanung erarbeiten, kleinere Kommunen bis zum 30. Juni 2028. Ohne durchg\u00e4ngige, digitale Planungsprozesse k\u00f6nnen die kommunalen W\u00e4rmepl\u00e4ne kaum fristgerecht erstellt werden. Hier zeigt sich der praktische Nutzen offener Datenplattformen: Sie erm\u00f6glichen die Integration verschiedenster Datenquellen \u2013 von Geb\u00e4udeenergiedaten \u00fcber W\u00e4rmepotenziale bis hin zu Verkehrs- und Umweltdaten \u2013 in einem einheitlichen System.<\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Kommunen ergeben sich daraus konkrete Handlungsoptionen in verschiedenen Zeithorizonten. Kurzfristig k\u00f6nnen sie ihre aktuelle Softwarelandschaft pr\u00fcfen und geeignete Open Source-Alternativen identifizieren, Pilotprojekte in weniger kritischen Bereichen starten und interne Kompetenz f\u00fcr Open Source-Technologien aufbauen. Mittelfristig sollten sie eine kommunale Open Source-Strategie entwickeln, eine Urban Data Platform aufbauen oder sich an eine bestehende anschlie\u00dfen und Kooperationen mit anderen Kommunen f\u00fcr gemeinsame L\u00f6sungen eingehen. Langfristig k\u00f6nnen sie ihre Verwaltungsinfrastruktur vollst\u00e4ndig auf Open Source umstellen, Software eigenst\u00e4ndig weiterentwickeln und neue Gesch\u00e4ftsmodelle durch Datenveredelung erschlie\u00dfen. &#8222;Anstatt unsere IT-Finanzmittel in Lizenzgeb\u00fchren zu stecken, setzen wir sie ein, um Entwicklungs- und Supportvertr\u00e4ge zu finanzieren&#8220;, erkl\u00e4rt Schleswig-Holsteins Digitalisierungsminister Dirk Schr\u00f6dter. Dieser Ansatz st\u00e4rkt nicht nur die digitale Souver\u00e4nit\u00e4t, sondern auch die regionale Wirtschaft. Kommunen k\u00f6nnen durch Open Source-Strategien ihre IT-Ausgaben von reinen Lizenzkosten hin zu lokalen Investitionen in Entwicklung und Support umschichten, was Arbeitspl\u00e4tze vor Ort schafft und lokale Expertise aufbaut. Die Verbindung von Open Source-Software, Urban Data Platforms und konkreten Anwendungen wie der Kommunalen W\u00e4rmeplanung bietet Kommunen die Chance, ihre Digitalisierung auf ein nachhaltiges Fundament zu stellen. Schleswig-Holstein beweist, dass der Weg zu mehr digitaler Souver\u00e4nit\u00e4t machbar ist \u2013 wenn die politische F\u00fchrung mitgeht und die Umstellung strategisch geplant wird. Die rechtlichen Rahmenbedingungen mit Gesetzen wie dem E-Government-Gesetz und dem Datennutzungsgesetz unterst\u00fctzen diese Entwicklung. Kommunen, die jetzt handeln, k\u00f6nnen sich einen Vorsprung bei der Digitalisierung sichern und gleichzeitig ihre Haushalte langfristig entlasten. (DEKOM, 07.07.2025) <a href=\"https:\/\/schleswig-holstein.de\/open-source\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr Kommunen wird digitale Souver\u00e4nit\u00e4t zur Schl\u00fcsselfrage ihrer Handlungsf\u00e4higkeit. Schleswig-Holstein geht mit seiner Open Source-Strategie voran und zeigt, wie sich Abh\u00e4ngigkeiten von Softwarekonzernen reduzieren und gleichzeitig neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr datenbasierte Stadtentwicklung schaffen lassen. 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