{"id":8500,"date":"2025-07-21T11:01:24","date_gmt":"2025-07-21T09:01:24","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8500"},"modified":"2025-07-21T11:01:26","modified_gmt":"2025-07-21T09:01:26","slug":"iwd-so-beeinflusst-das-klima-die-wirtschaft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/iwd-so-beeinflusst-das-klima-die-wirtschaft\/","title":{"rendered":"IWD: So beeinflusst das Klima die Wirtschaft"},"content":{"rendered":"\n<p>Extreme Wetterereignisse k\u00f6nnen immense Sch\u00e4den verursachen. Da Hitzewellen, \u00dcberschwemmungen, Waldbr\u00e4nde und Starkregen in Zukunft m\u00f6glicherweise h\u00e4ufiger auftreten werden, befasst sich auch die Konjunkturforschung mit dem Klima. Alle reden \u00fcbers Wetter, sogar die Konjunkturforscher. Ist den \u00d6konomen etwa der Gespr\u00e4chsstoff ausgegangen? Nein. Angesichts geh\u00e4uft auftretender Extremwetterereignisse haben sie festgestellt, dass nicht nur die klassischen Konjunkturindikatoren wie Arbeitslosenquote, Verbraucherpreise oder Bruttoanlageinvestitionen f\u00fcr ihre Prognosen eine Rolle spielen, sondern auch D\u00fcrren, Flutkatastrophen, Waldbr\u00e4nde oder Starkregen die Konjunktur kurzfristig beeinflussen k\u00f6nnen. Da extreme Wetterph\u00e4nomene aufgrund des Klimawandels k\u00fcnftig voraussichtlich nicht nur h\u00e4ufiger vorkommen, sondern auch heftiger ausfallen, werden die kurz- und mittelfristigen Wettervorhersagen f\u00fcr Konjunkturprognosen relevanter: Es gibt viele Varianten, wie Klimaereignisse die wirtschaftliche Entwicklung einer Region oder eines Landes tangieren k\u00f6nnen. So kann ein Extremwetterereignis eine oder mehrere dieser Folgen haben: Es kann den Gesundheitszustand, den Arbeitseinsatz und die Arbeitsproduktivit\u00e4t von Menschen beeintr\u00e4chtigen. So steigt das Krankheits- und Sterberisiko durch Hitzewellen oder durch Luftverschmutzung, wie sie w\u00e4hrend und nach Waldbr\u00e4nden auftritt. Hitzewellen beeintr\u00e4chtigen vor allem Arbeitnehmer, die im Freien arbeiten. Sie brauchen bei extrem hohen Temperaturen mehr Pausen: Tage mit mehr als 30 Grad Celsius gab es in den vergangenen 15 Jahren im Schnitt dreimal so h\u00e4ufig wie im Durchschnitt des Zeitraums von Anfang der 1950er Jahre bis Ende der 1980er Jahre. Klimaereignisse k\u00f6nnen die Energieproduktion und -versorgung destabilisieren. So steigt bei Hitzewellen der Energieverbrauch, denn Wohn- und B\u00fcrogeb\u00e4ude, Kliniken und Industrieanlagen m\u00fcssen gek\u00fchlt werden. Zudem k\u00f6nnen die Energieproduktion und die Energieversorgung selbst beeintr\u00e4chtigt sein, weil beispielsweise hohe Luft- und Wassertemperaturen die K\u00fchlkapazit\u00e4ten von Kraftwerken senken oder Kraftwerke und \u00dcbertragungsinfrastrukturen durch \u00dcberschwemmungen oder Waldbr\u00e4nde besch\u00e4digt oder zerst\u00f6rt worden sind. Lange ausbleibende Niederschl\u00e4ge k\u00f6nnen ebenso wie lang anhaltender Starkregen zu Produktions- und Ernteausf\u00e4llen in der Land- und Tierwirtschaft f\u00fchren. Zudem k\u00f6nnen extreme Wetterereignisse Probleme oder h\u00f6here Kosten bei der Einlagerung von Nahrungsmitteln verursachen. Die Preise f\u00fcr Agrarg\u00fcter haben in den vergangenen Jahren weltweit ein historisch hohes Niveau erreicht. Die Bau- und Fortwirtschaft, die Gastronomie und der Tourismus sowie die Papier- und Chemieindustrie sind Wirtschaftssektoren, die besonders stark von Witterungsbedingungen abh\u00e4ngig sind. In der Chemie- und Bauindustrie lassen sich beispielsweise bei besonders hohen Temperaturen bestimmte Materialien nicht wie \u00fcblich verarbeiten. Produktionsabl\u00e4ufe und Gesch\u00e4ftsmodelle werden auch bei l\u00e4nger anhaltendem Niedrigwasser der Fl\u00fcsse gest\u00f6rt, wenn es zu Einschr\u00e4nkungen des Schiffsverkehrs kommt und Binnenschiffe weniger oder keine G\u00fcter mehr transportieren k\u00f6nnen. Kritische Infrastrukturen wie Elektrizit\u00e4ts- und Wasserwerke, Informations- und Kommunikationsnetze oder der \u00f6ffentliche Nahverkehr funktionieren bei extremen Wetterereignissen m\u00f6glicherweise nicht wie gewohnt. So k\u00f6nnen \u00dcberschwemmungen oder Erdrutsche Eisenbahnlinien und den Stra\u00dfenverkehr lahmlegen \u2013 und das \u00fcber l\u00e4ngere Zeit. Beispielsweise hat der Wiederaufbau der sogenannten Eifelstrecke zwischen Gerolstein und K\u00f6ln \u2013 die Bahnverbindung wurde durch die Flutkatastrophe 2021 zerst\u00f6rt \u2013 vier Jahre gedauert: Extremwetterereignisse beeinflussen auch die Staatsfinanzen: So gehen wegen eingeschr\u00e4nkter Wirtschaftst\u00e4tigkeit im Krisengebiet die Steuereinnahmen zur\u00fcck. Im Gegenzug steigen die Staatsausgaben, da besch\u00e4digte staatliche Infrastrukturen mit Steuergeldern renoviert oder wieder aufgebaut werden und eventuell Unterst\u00fctzungs- und Hilfszahlungen an betroffene Unternehmen und Haushalte geleistet werden. Besonders hoch waren die Sch\u00e4den durch klima- und wetterbezogene Ereignisse in Deutschland in den Jahren 2002, 2013 und 2021. Allein die Flutkatastrophe von Juli 2021 verursachte Kosten in H\u00f6he von knapp 39 Milliarden Euro. Nat\u00fcrlich gab es in der Geschichte der Menschheit schon immer Naturkatastrophen und Klimaschocks. Doch da extreme Wetterph\u00e4nomene aufgrund des Klimawandels k\u00fcnftig voraussichtlich nicht nur h\u00e4ufiger vorkommen, sondern auch heftiger ausfallen, werden die kurz- und mittelfristigen Wettervorhersagen f\u00fcr Konjunkturprognosen relevanter. Besonders knifflig wird das Erstellen einer Prognose, wenn h\u00e4ufiger auftretende Klimaereignisse anderweitige bereits bestehende Konjunkturrisiken \u2013 wie etwa geopolitische Konflikte \u2013 verst\u00e4rken sollten. (IWD, 17.07.2025) <a href=\"https:\/\/www.iwd.de\/artikel\/so-beeinflusst-das-klima-die-wirtschaft-656955\/\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Extreme Wetterereignisse k\u00f6nnen immense Sch\u00e4den verursachen. Da Hitzewellen, \u00dcberschwemmungen, Waldbr\u00e4nde und Starkregen in Zukunft m\u00f6glicherweise h\u00e4ufiger auftreten werden, befasst sich auch die Konjunkturforschung mit dem Klima. Alle reden \u00fcbers Wetter, sogar die Konjunkturforscher. 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