{"id":8506,"date":"2025-07-21T11:02:57","date_gmt":"2025-07-21T09:02:57","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8506"},"modified":"2025-07-21T11:02:59","modified_gmt":"2025-07-21T09:02:59","slug":"breitbandausbau-in-deutschland-schleswig-holstein-als-vorbild","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/breitbandausbau-in-deutschland-schleswig-holstein-als-vorbild\/","title":{"rendered":"Breitbandausbau in Deutschland: Schleswig-Holstein als Vorbild"},"content":{"rendered":"\n<p>Deutschland steigt beim Glasfaserausbau nur schleppend auf die \u00dcberholspur. Ende 2023 war erst rund ein Drittel aller Haushalte bundesweit an ein gigabitf\u00e4higes Glasfasernetz angeschlossen. Selbst aktuellere Branchenzahlen kommen auf unter die H\u00e4lfte: Ende 2024 hatten etwa 48,8\u202f% der Haushalte Glasfaser verlegt (\u201eHomes passed\u201c) und 24,5\u202f% einen aktiven Anschluss. Damit liegt Deutschland im internationalen Vergleich am unteren Ende. Das Ziel \u201eGlasfaser bis ins Haus f\u00fcr alle\u201c bis 2030 halten Experten bei der derzeitigen Ausbaugeschwindigkeit f\u00fcr gef\u00e4hrdet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Norddeutschland vorn<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor allem Hamburg und Schleswig-Holstein weisen Spitzenwerte auf. In Hamburg sind rund 75\u202f% der Haushalte mit Fiber-to-the-Home bzw. -Building erschlossen. Schleswig-Holstein kommt auf etwa 77\u202f% \u201epassed\u201c \u2013 51\u202f% der Haushalte sind dort bereits aktiv an Glasfaser angeschlossen. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt lag zuletzt nur bei ca. 32\u202f% bzw. rund 49\u202f%. In den s\u00fcdlichen und \u00f6stlichen Bundesl\u00e4ndern sind die Quoten deutlich geringer \u2013 in Th\u00fcringen etwa liegt die Glasfaserabdeckung bei nur knapp 16\u202f%.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Erfolgsfaktoren im Norden<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Dass ausgerechnet der Norden f\u00fchrend ist, erkl\u00e4rt sich u.\u202fa. durch Flachland-Geografie und aktive F\u00f6rderung. Schleswig-Holstein verfolgt seit 2013 eine konsequente Breitbandstrategie: Das Land stellte den Kommunen bislang rund 186\u202fMio.\u202f\u20ac Landesmittel f\u00fcr den Glasfaserausbau bereit und beteiligt sich neben dem Bund ma\u00dfgeblich. Das dortige Breitband-Kompetenzzentrum (BKZ.SH) agiert als zentrale Beratungs- und Koordinierungsstelle f\u00fcr Gemeinden und Versorgungsunternehmen. Dank dieser Strategie liegen rund 77\u202f% aller Haushalte in SH in Glasfasern\u00e4he und 66\u202f% haben schon einen Tarif gebucht. In vielen anderen Bundesl\u00e4ndern gibt es bisher kaum ein vergleichbares, fl\u00e4chendeckend koordiniertes Angebot.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Relevanz f\u00fcr Kommunen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00fcr Kommunen ist schnelles Internet l\u00e4ngst ein entscheidender Standortfaktor. Mangelnde Breitbandversorgung wird zunehmend zum Risiko: Ohne schnelle Leitungen wandern Firmen ab oder siedeln gar nicht erst an. In der Praxis bedeutet das: Gebiete ohne Glasfaser laufen Gefahr, wichtige Unternehmen und Familien zu verlieren. Umgekehrt k\u00f6nnen sich St\u00e4dte und Gemeinden durch eigene Ausbauinitiativen neue Chancen er\u00f6ffnen \u2013 etwa durch mehr Homeoffice-Angebote oder digitale Gesch\u00e4ftsmodelle im l\u00e4ndlichen Raum.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>Handlungsm\u00f6glichkeiten f\u00fcr Kommunen<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>F\u00f6rderung aktiv nutzen: Kommunen, Kreise und Zweckverb\u00e4nde k\u00f6nnen F\u00f6rdermittel des Bundes und der L\u00e4nder beantragen. Im Rahmen der \u201eGigabitf\u00f6rderung 2.0\u201c sind f\u00fcr harte Ausbauf\u00e4lle auch direkte Antr\u00e4ge durch Gebietsk\u00f6rperschaften m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Kooperation mit Landesstellen: Viele L\u00e4nder bieten Kompetenzzentren oder Ansprechpartner f\u00fcr den Breitbandausbau. In Schleswig-Holstein unterst\u00fctzt das BKZ.SH Kommunen mit Beratung, Datensammlungen (z.\u202fB. BISH-Planungsatlas) und Workshops.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Regionale Planung: Breitbandausbau sollte kommunal vernetzt gedacht werden. Kooperationen oder Zweckverb\u00e4nde b\u00fcndeln Anfragen und erh\u00f6hen F\u00f6rderchancen. Interkommunale Breitbandkonzepte oder Leitf\u00e4den bieten Orientierung.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Investoren-Initiativen und Nachfrage: Kommunen k\u00f6nnen den Ausbau durch Nachfrageb\u00fcndelungen unterst\u00fctzen. Viele Anbieter investieren nur, wenn ausreichend Abnahmegarantien bestehen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Begleitung vor Ort: Kommunalverwaltungen sollten Ausbauprojekte aktiv begleiten \u2013 durch Baugenehmigungen, Koordination von Tiefbau und das fr\u00fchzeitige Einbinden \u00f6ffentlicher Geb\u00e4ude.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Fazit:<\/p>\n\n\n\n<p>Die Beispiele aus Norddeutschland zeigen: Gezielte F\u00f6rderpolitik und koordinierte Planung vor Ort machen den Unterschied. Kommunale Entscheider sollten die bestehenden F\u00f6rderangebote konsequent nutzen und die eigenen Potenziale f\u00fcr den Glasfaserausbau verst\u00e4rkt ausloten \u2013 nur so werden l\u00e4ndliche Regionen digital zukunftsf\u00e4hig. (DEKOM, 21.07.2025) <a href=\"https:\/\/breitband-in-sh.de\/\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland steigt beim Glasfaserausbau nur schleppend auf die \u00dcberholspur. 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