{"id":8534,"date":"2025-08-18T12:00:47","date_gmt":"2025-08-18T10:00:47","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8534"},"modified":"2025-08-18T12:00:49","modified_gmt":"2025-08-18T10:00:49","slug":"digitale-lagerprozesse-im-kommunalen-versorgungsbetrieb-steinburg-als-vorreiter","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/digitale-lagerprozesse-im-kommunalen-versorgungsbetrieb-steinburg-als-vorreiter\/","title":{"rendered":"Digitale Lagerprozesse im kommunalen Versorgungsbetrieb: Steinburg als Vorreiter"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Stadtwerke Steinburg gehen gemeinsam mit Iptor multiflex und T3E Logistik neue Wege im Material- und Prozessmanagement. In einem umfassenden Digitalisierungsprojekt haben die Stadtwerke, die Teile der Kreise Steinburg und Dithmarschen in Schleswig-Holstein mit Strom und W\u00e4rme versorgen, ihre Lager- und Bestellprozesse grundlegend modernisiert.<\/p>\n\n\n\n<p>Kernst\u00fcck des Vorhabens ist die Integration des bisherigen papiergest\u00fctzten Bestellwesens in den mx.Webshop von Iptor multiflex \u2013 verbunden mit einer engen Verzahnung der technischen und kaufm\u00e4nnischen Systeme sowie einer zentralen Disposition. Materialien k\u00f6nnen nun auftragsbezogen direkt von der Baustelle digital bestellt und passgenau kommissioniert werden. Die logistische Abwicklung \u00fcbernimmt T3E Logistik, ein Tochterunternehmen von EBERO FAB.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Vorteile liegen auf der Hand: weniger Verwaltungsaufwand, mehr Transparenz, h\u00f6here Versorgungssicherheit \u2013 und laut Marc Flindt (Leiter Planung und Projektierung) eine sp\u00fcrbare Entlastung f\u00fcr Bauleiter und Monteure. Nahezu 95 Prozent der Materialabrufe erfolgen inzwischen digital.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Gespr\u00e4ch mit DEKOM erl\u00e4utert Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Ren\u00e9 Quurk, wie die konsequente Digitalisierung zur Standardisierung beigetragen hat, welche Rolle interne Kompetenzen und externe Partner gespielt haben \u2013 und warum das Modell f\u00fcr andere Stadtwerke interessant sein k\u00f6nnte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DEKOM: Herr Quurk, Sie haben das Material- und Prozessmanagement bei den Stadtwerken Steinburg grundlegend neu aufgestellt. Was war der Ausl\u00f6ser?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ren\u00e9 Quurk:<\/strong> Als ich bei den Stadtwerken Steinburg angefangen habe, war schnell klar: Die Prozesse im Lager- und Baustellenmanagement waren veraltet und ineffizient. Die Personalkosten waren hoch, die Best\u00e4nde oft \u00fcberaltert, und es wurde viel Papier bewegt \u2013 etwa Zettelwirtschaft zwischen Monteuren und Meistern. Material wurde teils lieber neu bestellt als aus dem Lager entnommen, weil das einfacher war. Wir hatten keine echte Transparenz.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DEKOM: Wie sind Sie an das Problem herangegangen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ren\u00e9 Quurk:<\/strong> Wir sind das Thema systematisch und zielgerichtet angegangen. Unser Anspruch war es, das Materialhandling zu digitalisieren, die Bestandsf\u00fchrung aus der Bilanz zu nehmen und einen Logistikpartner zu finden, der ein Teil des unternehmerischen Risikos mittr\u00e4gt. Gleichzeitig war uns wichtig, dass die Einkaufs- und Vergabekompetenz im Haus verbleibt. Diese Verantwortung hat unsere Prokuristin Elina Hesse federf\u00fchrend \u00fcbernommen \u2013 von der Ausgestaltung der Rahmenvertr\u00e4ge bis zur Definition der technischen Standards. Die operative Umsetzung des Materialflusses haben wir dann an unseren Partner T3E Logistik ausgelagert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DEKOM: Was hat sich konkret ver\u00e4ndert?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ren\u00e9 Quurk:<\/strong> Wir haben eine zentrale Disposition eingef\u00fchrt \u2013 also keine dezentrale Entscheidung mehr auf Meisterebene, sondern geb\u00fcndelt und auftragsbezogen. Parallel haben wir ein Webshop-System aufgebaut, das in unsere beiden ERP-Systeme \u2013 das kaufm\u00e4nnische und das technische \u2013 integriert ist. Der Webshop enth\u00e4lt alle Materialien mit Bildern, Lieferzeiten, Artikelnummern und den jeweils g\u00fcltigen Rahmenvertragskonditionen. Wenn die Arbeitsvorbereitung den Auftrag freigibt, erfolgt die Kommissionierung automatisch \u00fcber den Dienstleister.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DEKOM: Das klingt nach einem gro\u00dfen Digitalisierungsschritt. Wie wirkt sich das auf den Alltag Ihrer Monteure aus?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ren\u00e9 Quurk:<\/strong> Deutlich sp\u00fcrbar. Der fr\u00fchere Zeitverlust morgens am Lager entf\u00e4llt komplett. Monteure erhalten vorkommissionierte Materialpakete, statt sich durch Regale zu suchen. Auf der Baustelle kann der Meister per iPad im Webshop direkt den Hausanschluss ausw\u00e4hlen \u2013 inklusive St\u00fcckliste, Bildern und h\u00e4ufig nachbestellter Zusatzmaterialien. Alles wird direkt dem jeweiligen Auftrag zugeordnet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DEKOM: Gibt es auch f\u00fcr Kleinmaterialien eine L\u00f6sung?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ren\u00e9 Quurk:<\/strong> Ja, daf\u00fcr nutzen wir ein Wiegesystem mit RFID-Chips. Monteure entnehmen Verbrauchsartikel wie Handschuhe, D\u00fcbel oder Schrauben personalisiert aus Automatenf\u00e4chern. Das System wiegt die Entnahme, ordnet sie einem Auftrag zu \u2013 und verbucht automatisch. Der Vorteil: Der Verbrauch ist zur\u00fcckgegangen, wir haben einen viel besseren Blick auf C-Artikel, und der Materialeinsatz ist transparent und regelkonform.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> <strong><em>Was passiert bei St\u00f6rungen au\u00dferhalb der Regelprozesse?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ren\u00e9 Quurk:<\/strong> &nbsp;St\u00f6rungen haben immer Priorit\u00e4t und \u00fcbersteuern alle Regelprozesse. In solchen F\u00e4llen wird das ben\u00f6tigte Material einfach direkt dem Lager entnommen und anschlie\u00dfend systemisch nacherfasst. F\u00fcr Sonderbedarfe steht zus\u00e4tzlich der Bereitschaftsdienst von T3E Logistik zur Verf\u00fcgung. Es gibt klare Absprachen \u2013 keine Ticketsysteme, sondern direkte L\u00f6sungen innerhalb k\u00fcrzester Zeit. Nur so bleibt die Akzeptanz hoch.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> <strong><em>Sie erw\u00e4hnten Einsparungen \u2013 gibt es dazu belastbare Zahlen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ren\u00e9 Quurk:<\/strong> Ja. Unsere urspr\u00fcngliche Wirtschaftlichkeitsrechnung wurde \u00fcbertroffen. Nachtr\u00e4gliche Auswertungen haben ergeben, dass die Ersparnisse um rund 112\u202f% \u00fcber der urspr\u00fcnglichen Kalkulation lagen. Das liegt nicht nur an geringeren Lagerkosten, sondern ebenfalls an effizienteren Prozessketten, mit einer pr\u00e4zisen Kommissionierung, deutlich weniger Materialr\u00fcckbuchungen und sp\u00fcrbar reduzierten Fehlerquoten.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> <strong><em>Ist Ihr Modell auch f\u00fcr kleinere Stadtwerke umsetzbar?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ren\u00e9 Quurk:<\/strong> In der Grundstruktur: ja. Die Infrastruktur muss nat\u00fcrlich finanziert werden, aber durch Kooperationen lassen sich Skaleneffekte erzielen. Wir arbeiten zum Beispiel mit den Stadtwerken Wedel zusammen. Wichtig ist der Mut zur Ver\u00e4nderung \u2013 und der richtige Partner. Dann funktioniert das ebenso f\u00fcr kleinere und mittlere Stadtwerke.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:<\/strong> <strong><em>Zum Schluss: Wer hatte bei Ihnen intern die entscheidenden Rollen?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ren\u00e9 Quurk:<\/strong> Ganz klar: Ohne das Engagement von Elina Hesse, die die Projektorganisation \u00fcbernommen und mit gro\u00dfem Sachverstand die Einkaufs- und Vertragsstruktur verantwortet hat, w\u00e4re das Projekt nicht in dieser Qualit\u00e4t realisierbar gewesen. Marc Flindt, unser Planungsleiter, hat das Thema mit enormer Klarheit und Prozessdisziplin begleitet \u2013 gerade in der technischen Umsetzung. Beide haben ma\u00dfgeblich dazu beigetragen, dass unser System heute stabil, transparent und nahezu papierlos l\u00e4uft. DEKOM, 20.08.2025 <a href=\"https:\/\/stadtwerke-steinburg.de\/ueber-uns\/ziele\/\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>\u00dcber die Stadtwerke Steinburg<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Stadtwerke Steinburg GmbH ist die gemeinsame Servicegesellschaft der Stadtwerke Brunsb\u00fcttel, Gl\u00fcckstadt, Itzehoe und Wilster. Sie versorgt rund 79.000 Haushalte in den Kreisen Steinburg und Dithmarschen mit Strom, Gas und W\u00e4rme, betreibt ein 2.400\u202fkm langes Strom- und Gasnetz sowie ein 340\u202fkm langes Wassernetz und bildet j\u00e4hrlich 15 Auszubildende aus.<\/p>\n\n\n\n<p>Ihr zentraler Anspruch: Versorgungssicherheit und moderne Infrastruktur nachhaltig weiterzuentwickeln. Als kommunale Energie\u2011 und Infrastrukturversorger treiben sie dabei wichtige Zukunftsthemen voran \u2013 etwa Digitalisierung, Klimaschutz, Elektromobilit\u00e4t und Mobilit\u00e4tswende. Die Stadtwerke setzen auf effiziente Kooperationen: Durch das Verbundsmodell b\u00fcndeln sie technische und kaufm\u00e4nnische Aufgaben \u2013 das f\u00fchrt zu Synergieeffekten, optimierten Abl\u00e4ufen und wettbewerbsf\u00e4higen Konditionen, die auch Arbeitspl\u00e4tze sichern. <a href=\"http:\/\/www.stadtwerke-steinburg.de\">www.stadtwerke-steinburg.de<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Stadtwerke Steinburg gehen gemeinsam mit Iptor multiflex und T3E Logistik neue Wege im Material- und Prozessmanagement. In einem umfassenden Digitalisierungsprojekt haben die Stadtwerke, die Teile der Kreise Steinburg und Dithmarschen in Schleswig-Holstein mit Strom und W\u00e4rme versorgen, ihre Lager- und Bestellprozesse grundlegend modernisiert. Kernst\u00fcck des Vorhabens ist die Integration des bisherigen papiergest\u00fctzten Bestellwesens in [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-8534","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8534","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8534"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8534\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8535,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8534\/revisions\/8535"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8534"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8534"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8534"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}