{"id":8673,"date":"2025-11-10T13:24:45","date_gmt":"2025-11-10T11:24:45","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8673"},"modified":"2025-11-10T13:24:46","modified_gmt":"2025-11-10T11:24:46","slug":"energiewende-versorger-vor-535-milliarden-investition-finanzierung-wird-zum-engpass","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/energiewende-versorger-vor-535-milliarden-investition-finanzierung-wird-zum-engpass\/","title":{"rendered":"Energiewende: Versorger vor 535-Milliarden-Investition \u2013 Finanzierung wird zum Engpass"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Umsetzung der Energie- und W\u00e4rmewende stellt kommunale Energieversorger vor eine enorme Finanzierungsaufgabe. Bis 2045 m\u00fcssen in Deutschland 535 Milliarden Euro in Strom- und Gasverteilnetze sowie in die netzgebundene W\u00e4rmeversorgung investiert werden. Rund zwei Drittel dieser Summe werden bereits bis 2035 f\u00e4llig. Das geht aus einer Studie hervor, die die KfW bei der Wirtschaftspr\u00fcfungsgesellschaft PwC in Auftrag gegeben hat. Die Zahlen verdeutlichen das Ausma\u00df der Herausforderung: Aus eigener Kraft k\u00f6nnen die Energieversorger nur etwa ein Viertel des Investitionsbedarfs decken. Weitere zehn Prozent lie\u00dfen sich \u00fcber F\u00f6rdermittel und Baukostenzusch\u00fcsse finanzieren. Es verbleibt eine Finanzierungsl\u00fccke von 346 Milliarden Euro, was 65 Prozent des Gesamtbedarfs entspricht. Diese L\u00fccke m\u00fcsste durch zus\u00e4tzliches Eigenkapital in H\u00f6he von 47 Milliarden Euro und Fremdkapital von 299 Milliarden Euro geschlossen werden. Besonders dr\u00e4ngend wird die Situation bis 2035. In diesem Zeitraum werden 40 Milliarden Euro an zus\u00e4tzlichem Eigenkapital und 218 Milliarden Euro an Fremdkapital ben\u00f6tigt. Die Berechnungen gehen davon aus, dass die Unternehmen eine Eigenkapitalquote von mindestens 25 Prozent aufrechterhalten. F\u00fcr Kommunen und ihre Stadtwerke stellt sich die Lage besonders schwierig dar. Die Gewinne kommunaler Energieversorger dienen h\u00e4ufig zur Querfinanzierung anderer kommunaler Aufgaben. Diese Mittel stehen daher nur begrenzt f\u00fcr die Finanzierung der Energiewende zur Verf\u00fcgung. Auch die Aufnahme von Fremdkapital \u00fcber klassische Bankkredite st\u00f6\u00dft an Grenzen. Nach Sch\u00e4tzungen von PwC belaufen sich die von deutschen Banken an Energieversorger vergebenen Kredite derzeit auf rund 130 Milliarden Euro. Bis 2035 w\u00e4re unter Ber\u00fccksichtigung von Tilgungen ein Nettozuwachs von 100 Milliarden Euro n\u00f6tig, sollte der Fremdkapitalbedarf allein \u00fcber neue Kredite gedeckt werden. Gerade bei regionalen Banken d\u00fcrften die Kapazit\u00e4ten f\u00fcr eine solche Ausweitung begrenzt sein. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher betont, dass die klassische Kreditfinanzierung an ihre Grenzen sto\u00dfe. F\u00fcr eine erfolgreiche Modernisierung der Energieinfrastruktur brauche es auch auf politischer Ebene \u00dcberlegungen, wie der finanzielle Instrumentenkasten erweitert werden k\u00f6nne. Henry Otto, Leiter Energy Consulting bei PwC, erg\u00e4nzt, dass neben klassischen Bankkrediten neue Finanzierungsinstrumente, Partnerschaften und innovative Modelle entwickelt werden m\u00fcssten. Die Studie nennt verschiedene Ans\u00e4tze zur Verbreiterung des Finanzierungsangebots. Gr\u00f6\u00dfere Energieversorger k\u00f6nnten verst\u00e4rkt Schuldscheindarlehen nutzen. Konsortiale Kofinanzierungen von F\u00f6rderinstituten oder die staatliche \u00dcbernahme eines Teils des Kreditausfallrisikos k\u00f6nnten die Kreditfinanzierung erweitern. Die Verbriefung von Krediten und die Weiterverteilung des Risikos an Drittinvestoren w\u00fcrde Hausbanken entlasten und Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Neukredite schaffen. F\u00fcr die Eigenkapitalst\u00e4rkung kommunaler Energieversorger liegt bereits ein Vorschlag des Verbands \u00f6ffentlicher Banken vor, der teilweise Anpassungen des Kommunalrechts in den Bundesl\u00e4ndern erfordern w\u00fcrde. Auch mezzanine Kapitalinstrumente unter Einbindung von F\u00f6rderinstituten k\u00f6nnten eine L\u00f6sung darstellen. Diese w\u00fcrden gegen\u00fcber traditionellem Kreditkapital nachrangig behandelt, h\u00e4tten aber keine Mitbestimmungsrechte. Ebenso k\u00f6nnten Kapitalverwaltungsgesellschaften zus\u00e4tzliche Mittel privater Investoren b\u00fcndeln und als Nachrangkapital zur Finanzierung einer breiten Anzahl von Energieversorgern einsetzen. F\u00fcr Kommunen bedeuten diese Entwicklungen, dass die Finanzierung der Energiewende zur strategischen Aufgabe wird. Ratsversammlungen und Aufsichtsr\u00e4te m\u00fcssen sich mit neuen Finanzierungsmodellen auseinandersetzen und m\u00f6glicherweise die bisherige Rolle ihrer Stadtwerke als kommunale Einnahmequelle \u00fcberdenken. (DEKOM\/KFW, 10.11.2025) <a href=\"https:\/\/www.kfw.de\/%C3%9Cber-die-KfW\/Newsroom\/Aktuelles\/Pressemitteilungen-Details_869248.html\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Umsetzung der Energie- und W\u00e4rmewende stellt kommunale Energieversorger vor eine enorme Finanzierungsaufgabe. Bis 2045 m\u00fcssen in Deutschland 535 Milliarden Euro in Strom- und Gasverteilnetze sowie in die netzgebundene W\u00e4rmeversorgung investiert werden. Rund zwei Drittel dieser Summe werden bereits bis 2035 f\u00e4llig. 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