{"id":8677,"date":"2025-11-10T13:26:17","date_gmt":"2025-11-10T11:26:17","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8677"},"modified":"2025-11-10T13:26:19","modified_gmt":"2025-11-10T11:26:19","slug":"rechenzentren-in-deutschland-ki-treibt-das-wachstum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/rechenzentren-in-deutschland-ki-treibt-das-wachstum\/","title":{"rendered":"Rechenzentren in Deutschland: KI treibt das Wachstum"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Ausbau von Rechenzentren in Deutschland nimmt deutlich an Fahrt auf. Nach aktuellen Berechnungen des Bitkom werden die Betreiber 2025 rund 12 Milliarden Euro in IT-Hardware und weitere 3,5 Milliarden Euro in Geb\u00e4ude und technische Infrastruktur investieren. Bis 2030 sollen sich die installierten Kapazit\u00e4ten nahezu verdoppeln \u2013 von derzeit knapp 3.000 Megawatt auf dann mehr als 5.000 Megawatt Anschlussleistung. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die rasant wachsende Nachfrage nach K\u00fcnstlicher Intelligenz und Cloud-Computing. Besonders dynamisch entwickeln sich KI-Rechenzentren. Ihr Anteil an den Gesamtkapazit\u00e4ten liegt derzeit bei 15 Prozent, soll aber bis 2030 auf 40 Prozent steigen. Die f\u00fcr KI-Anwendungen ausgelegte Anschlussleistung wird sich in diesem Zeitraum vervierfachen \u2013 von 530 auf \u00fcber 2.000 Megawatt. Parallel dazu gewinnen Cloud-Infrastrukturen weiter an Bedeutung. Sie machen bereits jetzt knapp die H\u00e4lfte aller Rechenzentrumskapazit\u00e4ten in Deutschland aus, vor f\u00fcnf Jahren waren es erst 29 Prozent. F\u00fcr Kommunen ist diese Entwicklung von unmittelbarer Bedeutung. Rechenzentren sind ein wirtschaftlicher Standortfaktor, der technologieorientierte Unternehmen anzieht und regionale Wertsch\u00f6pfung generiert. Gleichzeitig stellen sie Verwaltungen vor konkrete Herausforderungen bei Planung, Genehmigung und Infrastrukturanbindung. Regional konzentriert sich das Wachstum bislang stark auf wenige Standorte. Mit Abstand f\u00fchrend bleibt das Cluster Frankfurt am Main, wo mehr als ein Drittel aller deutschen Rechenzentrumskapazit\u00e4ten installiert sind. Der Gro\u00dfraum Frankfurt verf\u00fcgt \u00fcber eine Anschlussleistung von gut 1.100 Megawatt und w\u00e4chst derzeit mit einer Rate von 14 Prozent j\u00e4hrlich. Es folgen Bayern mit 420 Megawatt, Nordrhein-Westfalen mit 378 Megawatt sowie Baden-W\u00fcrttemberg und Berlin. Am unteren Ende der Skala liegen Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und das Saarland mit jeweils unter 20 Megawatt. Diese Verteilung d\u00fcrfte sich allerdings in den kommenden Jahren deutlich verschieben. Neben weiteren Gro\u00dfprojekten im Raum Frankfurt sind erhebliche Investitionen in Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern geplant. In Nierstein soll ein Rechenzentrum mit 480 Megawatt IT-Anschlussleistung entstehen, in der Gemeinde Dummerstorf wird sogar \u00fcber ein Projekt mit 1.000 Megawatt diskutiert. Brandenburg plant Kapazit\u00e4ten von 888 Megawatt. Die Standortfaktoren, die f\u00fcr Rechenzentrumsbetreiber relevant sind, unterscheiden sich je nach Art des geplanten Zentrums. Frankfurt punktet vor allem mit der Anbindung an Europas gr\u00f6\u00dften Netzwerkknoten DE-CIX, einem etablierten \u00d6kosystem und einem starken wirtschaftlichen Umfeld. Auch Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Berlin bieten vergleichbare Vorteile bei der Konnektivit\u00e4t. Die Region Berlin-Brandenburg positioniert sich zunehmend als zweiter gro\u00dfer Hub mit hoher internationaler Sichtbarkeit. Die n\u00f6rdlichen Bundesl\u00e4nder Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern k\u00f6nnen dagegen vor allem durch verf\u00fcgbare Fl\u00e4chen, die internationale Anbindung \u00fcber Seekabel und die N\u00e4he zu skandinavischen Standorten \u00fcberzeugen. F\u00fcr kommunale Verwaltungen ergeben sich aus dieser Entwicklung konkrete Handlungsfelder. Bitkom-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer Bernhard Rohleder empfiehlt L\u00e4ndern und Kommunen, Rechenzentren gezielt in ihre Regionalstrategien einzubeziehen und geeignete Fl\u00e4chen auszuweisen. Gleichzeitig m\u00fcssen die Rahmenbedingungen stimmen. In Deutschland dauern Planungs- und Genehmigungsverfahren f\u00fcr neue Rechenzentren im Schnitt rund sechs Monate l\u00e4nger als gesetzlich vorgesehen \u2013 und deutlich l\u00e4nger als im EU-Durchschnitt. Hier besteht erheblicher Verbesserungsbedarf. Ein weiteres Thema ist die Abw\u00e4rmenutzung. Rechenzentren erzeugen erhebliche Mengen an Abw\u00e4rme, die sich in kommunale W\u00e4rmenetze einspeisen l\u00e4sst. Bitkom schl\u00e4gt vor, die Abw\u00e4rmenutzung durch steuerliche Anreize f\u00fcr Abnehmer, eine bessere kommunale W\u00e4rmeplanung und den Ausbau moderner W\u00e4rmenetze zu st\u00e4rken. F\u00fcr Kommunen, die ohnehin vor der Aufgabe stehen, ihre W\u00e4rmeversorgung zu dekarbonisieren, k\u00f6nnte die Ansiedlung von Rechenzentren damit zus\u00e4tzliche Chancen er\u00f6ffnen. Auch bei der Stromversorgung sind kommunale Netzbetreiber gefordert. Der Strombedarf deutscher Rechenzentren wird 2025 bei 21,3 Milliarden Kilowattstunden liegen, 2015 waren es noch 12 Milliarden. Zwei Drittel davon entfallen auf die IT-Infrastruktur, das \u00fcbrige Drittel auf Geb\u00e4udetechnik, K\u00fchlung und unterbrechungsfreie Stromversorgung. Zwar werden die eingesetzten IT-Systeme kontinuierlich effizienter \u2013 die Energieeffizienz von Standardservern stieg zwischen 2017 und 2022 um durchschnittlich 26 Prozent pro Jahr. Der stark wachsende Bedarf durch KI-Anwendungen \u00fcberkompensiert diese Effizienzgewinne jedoch deutlich. Eine bedarfsgerechte und koordinierte Verteilung von Stromnetzanschl\u00fcssen wird daher immer wichtiger. Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland allerdings hinterher. Die USA verf\u00fcgten bereits 2024 \u00fcber eine installierte Leistung von 48 Gigawatt \u2013 das 16-Fache der deutschen Kapazit\u00e4ten. China liegt bei 38 Gigawatt. Allein die zehn gr\u00f6\u00dften US-Rechenzentren sind so leistungsstark wie alle 2.000 deutschen Rechenzentren zusammen. Besonders bei KI-spezialisierten Mega-Rechenzentren ist Deutschland bislang nicht vertreten, w\u00e4hrend in den USA Projekte mit Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich anlaufen. Bitkom fordert daher eine umfassende Rechenzentrumsstrategie der Bundesregierung mit konkreten Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit. Die zentralen Forderungen des Verbands betreffen wettbewerbsf\u00e4hige Energiekosten, eine Vereinfachung und Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie eine \u00dcberarbeitung des regulatorischen Rahmens. Insbesondere die Vorgaben des Energieeffizienzgesetzes m\u00fcssten mit europ\u00e4ischen Standards harmonisiert werden. F\u00fcr Kommunen bedeutet das: Wer heute die richtigen Weichen stellt, kann von der Dynamik des Marktes profitieren. Wer z\u00f6gert, l\u00e4uft Gefahr, den Anschluss zu verlieren. (DEKOM\/BITKOM, 10.11.2025) <a href=\"https:\/\/www.bitkom.org\/Presse\/Presseinformation\/Rechenzentren-Deutschland-KI-treibt-Wachstum\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ausbau von Rechenzentren in Deutschland nimmt deutlich an Fahrt auf. 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