{"id":8681,"date":"2025-11-10T13:48:38","date_gmt":"2025-11-10T11:48:38","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8681"},"modified":"2025-11-10T13:48:40","modified_gmt":"2025-11-10T11:48:40","slug":"nrw-kuerzt-budget-fuer-cyberabwehr-trotz-hoechster-bedrohungslage","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/nrw-kuerzt-budget-fuer-cyberabwehr-trotz-hoechster-bedrohungslage\/","title":{"rendered":"NRW k\u00fcrzt Budget f\u00fcr Cyberabwehr trotz h\u00f6chster Bedrohungslage"},"content":{"rendered":"\n<p>Nordrhein-Westfalen plant im kommenden Jahr K\u00fcrzungen bei der Cyberabwehr \u2013 und das trotz zunehmender Gef\u00e4hrdungslage im digitalen Raum. Wie der K\u00f6lner Stadt-Anzeiger berichtet, soll das Budget der beim Innenministerium angesiedelten Koordinierungsstelle Cybersicherheit im Haushalt 2026 um rund 16,6 Prozent sinken \u2013 von bisher 300.000 Euro auf etwa 250.000 Euro. Dieser Schritt sorgt bei IT-Sicherheitsexperten und Branchenkennern f\u00fcr Unverst\u00e4ndnis. Das Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stuft die aktuelle Bedrohungslage im Cyberraum als \u201eso hoch wie noch nie\u201c ein. Ein durchaus \u00f6ffentlichwirksamer und letztlich demokratiegef\u00e4hrdender Vorfall ereignete sich zuletzt am Wahlabend der NRW-Kommunalwahl im September, als ein Server mit Wahlergebnissen attackiert wurde. Vor diesem Hintergrund sollte die Abwehr von Cyberangriffen eigentlich h\u00f6chste Priorit\u00e4t genie\u00dfen. Umso \u00fcberraschender kommt nun die Sparank\u00fcndigung aus D\u00fcsseldorf. Henning H\u00f6ne, Fraktionschef der oppositionellen FDP im Landtag, kritisiert die geplante Mittelk\u00fcrzung scharf. \u201eW\u00e4hrend hybride Bedrohungen und Attacken immer mehr zunehmen, streicht Schwarz-Gr\u00fcn die Mittel bei der Cyberabwehr zusammen\u201c, sagte H\u00f6ne dem K\u00f6lner Stadt-Anzeiger. Er sprach von \u201eunglaublicher Verantwortungslosigkeit\u201c der Landesregierung. Zudem habe die im Jahr 2021 gestartete Cybersicherheitsstrategie NRW Ende 2024 einfach geendet, ohne an den aktuellen Stand der Bedrohung angepasst zu werden. Seit diesem Jahr sei das Land nun \u201eoffiziell planlos\u201c in Sachen IT-Sicherheit, so H\u00f6ne. Er fordert Innenminister Herbert Reul (CDU) auf, umgehend eine neue Strategie vorzulegen und \u201ebestehende Sicherheitsl\u00fccken fr\u00fchzeitig zu schlie\u00dfen\u201c. Das NRW-Innenministerium weist die Vorw\u00fcrfe zur\u00fcck. Ein Sprecher erkl\u00e4rte, die erforderlichen Haushaltsanpassungen k\u00f6nnten \u201everantwortungsvoll umgesetzt werden, ohne dass die wesentlichen Aufgabenwahrnehmungen der Koordinierungsstelle f\u00fcr Cybersicherheit NRW beeintr\u00e4chtigt werden\u201c. Durch Prozessoptimierung und Priorisierung der Aufgaben lie\u00dfe sich eine \u201euneingeschr\u00e4nkte Aufgabenwahrnehmung\u201c auch mit reduzierten Mitteln sicherstellen. Zudem soll die ausgelaufene Cybersicherheitsstrategie des Landes bald aktualisiert und dem Kabinett vorgelegt werden, hie\u00df es aus D\u00fcsseldorf. Sicherheitsexperten bezweifeln jedoch, dass weniger Geld ohne Folgen bleiben wird. Ein Blick auf aktuelle Vorf\u00e4lle zeigt im Gegenteil, wie teuer Nachl\u00e4ssigkeit werden kann: Im Oktober 2023 legte ein Ransomware-Angriff auf den kommunalen IT-Dienstleister S\u00fcdwestfalen-IT (SIT) mehr als 70 Kommunalverwaltungen in NRW lahm. \u00dcber 1,6 Millionen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger konnten zeitweise zentrale Beh\u00f6rdendienste nicht nutzen. Es dauerte fast ein Jahr, bis alle der rund 22.000 betroffenen Arbeitsplatzrechner wiederhergestellt waren; der Angriff verursachte laut einer Unternehmensbilanz von SIT-Mehrkosten von mindestens 2,8\u00a0Millionen Euro. Hinzu kamen indirekte Sch\u00e4den, etwa durch entgangene Geb\u00fchren und nicht erbrachte Verwaltungsleistungen. Viele Fachleute werten diesen Vorfall als Warnsignal daf\u00fcr, dass die Abwehrkr\u00e4fte dringend gest\u00e4rkt werden m\u00fcssen \u2013 nicht geschw\u00e4cht. Auch IT-Dienstleister aus der Praxis zeigen sich erstaunt \u00fcber die Sparpl\u00e4ne. \u201eIn der heutigen politischen Lage Mittel f\u00fcr IT-Sicherheit zu k\u00fcrzen, sendet nicht nur das falsche Signal, sondern ist schlichtweg fahrl\u00e4ssig\u201c, meint Enginsight-Experte Stefan Gockel, der Beh\u00f6rden auf allen Ebenen bei der Absicherung von Netzen und Infrastruktur unterst\u00fctzt. Das Unternehmen aus Jena ist einer der wenigen f\u00fchrenden deutschen Hersteller f\u00fcr Cybersicherheit und setzt konsequent auf digitale Souver\u00e4nit\u00e4t und \u201emade in Germany\u201c. F\u00fcr Gockel, der den Vorfall bei der S\u00fcdwestfalen-IT auch hautnah als B\u00fcrger im Sauerland wahrgenommen hat, sind die Streichungen nicht nachvollziehbar: \u201eWer den Ausfall von Verwaltungen erlebt, bemerkt recht schnell, dass diese definitiv zur kritischen Infrastruktur geh\u00f6ren. Dabei ist es egal, ob Kommunal-, Landes- oder Bundesverwaltung, alle sind Ziel von gezielten Angriffen im Cyberraum. Wer zu Verteidigung &#8211; und im Fall von Verwaltung zum Schutz der B\u00fcrger &#8211; kein Personal und Budget er\u00fcbrigt, zahlt f\u00fcr diese Fahrl\u00e4ssigkeit sp\u00e4ter um ein Vielfaches.\u201c \u201eJeder Euro, der pr\u00e4ventiv in Cybersicherheit investiert wird, lohnt sich!\u201c, betont Stefan Gockel: \u201eIn vielen Industrieunternehmen gibt es den RoI (Return on Invest) genau so gibt es aber auch \u201edie RoSI\u201c (Return on Security Invest). Wenn man die m\u00f6glichen Sch\u00e4den mit der Eintrittswahrscheinlichkeit kombiniert und diese, den Kosten f\u00fcr Cybersecurity gegen\u00fcberstellt, amortisieren sich Aussageben sehr schnell\u201c. Vor dem Hintergrund einer sich zusehends versch\u00e4rfenden Bedrohungslage brauche es stattdessen moderne, sichere IT-Architekturen und konsequente Pr\u00e4ventionsma\u00dfnahmen, um Verwaltungen widerstandsf\u00e4higer zu machen, so Gockel weiter. Ans\u00e4tze wie eine erh\u00f6hte digitale Souver\u00e4nit\u00e4t der \u00f6ffentlichen Hand \u2013 etwa im Sinne des angek\u00fcndigten Deutschland-Stack der Bundesregierung \u2013 k\u00f6nnten dazu beitragen, k\u00fcnftige Angriffe effektiver abzuwehren und Abh\u00e4ngigkeiten zu reduzieren. (DEKOM\/Enginsight, 10.11.2025) <a href=\"https:\/\/enginsight.com\/de\/\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nordrhein-Westfalen plant im kommenden Jahr K\u00fcrzungen bei der Cyberabwehr \u2013 und das trotz zunehmender Gef\u00e4hrdungslage im digitalen Raum. Wie der K\u00f6lner Stadt-Anzeiger berichtet, soll das Budget der beim Innenministerium angesiedelten Koordinierungsstelle Cybersicherheit im Haushalt 2026 um rund 16,6 Prozent sinken \u2013 von bisher 300.000 Euro auf etwa 250.000 Euro. 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