{"id":8731,"date":"2025-12-08T13:42:05","date_gmt":"2025-12-08T11:42:05","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8731"},"modified":"2025-12-08T13:42:07","modified_gmt":"2025-12-08T11:42:07","slug":"kas-deutsche-und-zuwanderer-blicken-unterschiedlich-auf-rechtsextremismus-krieg-und-vielfalt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/kas-deutsche-und-zuwanderer-blicken-unterschiedlich-auf-rechtsextremismus-krieg-und-vielfalt\/","title":{"rendered":"KAS: Deutsche und Zuwanderer blicken unterschiedlich auf Rechtsextremismus, Krieg und Vielfalt"},"content":{"rendered":"\n<p>Deutschland ist l\u00e4ngst eine Einwanderungsgesellschaft. Doch das gemeinsame Verst\u00e4ndnis davon, was dieses Land zusammenh\u00e4lt, bleibt br\u00fcchig. Eine <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/documents\/252038\/33607021\/Einwanderungsgesellschaft+im+Wandel.pdf\/85bc7abf-78fd-d395-3b3f-3d57c8ad3126?version=1.0&amp;t=1765011157709\">aktuelle Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung<\/a> zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund auf Politik, Gesellschaft und kulturelle Fragen blicken \u2013 und wo die Grenzen der Integration verlaufen. Drei Viertel der Deutschen ohne Migrationsgeschichte geben an, der Rechtsextremismus in Deutschland mache ihnen Angst. Unter Menschen mit Migrationshintergrund teilen zwei Drittel diese Sorge, unter ausl\u00e4ndischen Befragten knapp mehr als die H\u00e4lfte. Besonders stark ausgepr\u00e4gt ist die Beunruhigung bei Personen mit t\u00fcrkischen oder russischen Wurzeln, w\u00e4hrend sie bei Befragten polnischer Herkunft deutlich geringer ist. Die Autorin der Studie, Sabine Pokorny, spricht von \u201eunterschiedlichen Bedrohungswahrnehmungen\u201c, die eng mit eigener Erfahrung und Herkunft verbunden seien. W\u00e4hrend Zugewanderte in erster Linie Diskriminierung und Ausgrenzung wahrnehmen, f\u00fcrchten viele Deutsche ohne Migrationsgeschichte eine politische Radikalisierung von rechts. Auch beim Blick auf den russischen Angriffskrieg in der Ukraine zeigen sich klare Unterschiede. Eine Mehrheit von 58 Prozent der Deutschen ohne Migrationshintergrund sieht Russland als alleinigen Aggressor. Unter Zugewanderten und ausl\u00e4ndischen Befragten liegt dieser Anteil nur bei rund 40 Prozent. Viele Befragte mit Wurzeln in Osteuropa bewerten den Krieg deutlich zur\u00fcckhaltender \u2013 oft gepr\u00e4gt von famili\u00e4ren oder medialen Einfl\u00fcssen aus dem Herkunftsland. Besonders sensibel f\u00e4llt der Befund zu antisemitischen Einstellungen aus. Der Aussage \u201eJuden kann man nicht trauen\u201c stimmen vier Prozent der Deutschen ohne Migrationshintergrund zu, aber neun Prozent der Deutschen mit Migrations-hintergrund und zehn Prozent der ausl\u00e4ndischen Befragten. Auff\u00e4llig hoch liegt der Anteil unter T\u00fcrkeist\u00e4mmigen (26 Prozent) und Sp\u00e4taussiedlern (18 Prozent). Der Anstieg im Vergleich zu fr\u00fcheren Erhebungen wird mit dem Nahostkonflikt und den Spannungen nach dem Hamas-Angriff auf Israel 2023 in Verbindung gebracht. Auch bei der Haltung zu Homosexualit\u00e4t bestehen deutliche Unterschiede. W\u00e4hrend unter Deutschen ohne Migrationshintergrund nur sieben Prozent homosexuelle Freunde ablehnen, liegt der Anteil bei Zugewanderten und Ausl\u00e4nderinnen und Ausl\u00e4ndern bei fast einem F\u00fcnftel. Besonders ausgepr\u00e4gt sind die Vorbehalte unter Musliminnen und Muslimen sowie orthodoxen Christinnen und Christen. \u00dcber alle Gruppen hinweg leben mehr als 90 Prozent der Befragten gerne in Deutschland. Das Gef\u00fchl, mit Respekt behandelt zu werden, ist jedoch r\u00fcckl\u00e4ufig. Nur 37 Prozent der Deutschen ohne, 39 Prozent der Deutschen mit Migrationshintergrund und 52 Prozent der ausl\u00e4ndischen Befragten geben an, sich immer respektvoll behandelt zu f\u00fchlen. 2015 lag dieser Wert in allen Gruppen noch deutlich h\u00f6her. Die Studie zeichnet ein ambivalentes Bild: Integration funktioniert im Alltag, aber das gemeinsame Selbstverst\u00e4ndnis bleibt fragil. Herkunft pr\u00e4gt weiterhin die Wahrnehmung gesellschaftlicher Realit\u00e4t \u2013 politisch, kulturell und emotional. \u201eDie Einwanderungsgesellschaft ist angekommen, aber sie ist noch nicht geeint\u201c, res\u00fcmiert Autorin Sabine Pokorny. Ihre Daten zeigen, dass Zugeh\u00f6rigkeit und Distanz in Deutschland oft zugleich erlebt werden \u2013 und dass die Frage, was uns verbindet, dringlicher wird, je vielf\u00e4ltiger das Land wird. (KAS, 06.12.2025) <a href=\"https:\/\/www.kas.de\/de\/einzeltitel\/-\/content\/einwanderungsgesellschaft-im-wandel\">Ganzer Artikel hier&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland ist l\u00e4ngst eine Einwanderungsgesellschaft. Doch das gemeinsame Verst\u00e4ndnis davon, was dieses Land zusammenh\u00e4lt, bleibt br\u00fcchig. Eine aktuelle Studie der Konrad-Adenauer-Stiftung zeigt, wie unterschiedlich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund auf Politik, Gesellschaft und kulturelle Fragen blicken \u2013 und wo die Grenzen der Integration verlaufen. 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