{"id":8743,"date":"2025-12-15T11:13:38","date_gmt":"2025-12-15T09:13:38","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8743"},"modified":"2025-12-15T11:13:39","modified_gmt":"2025-12-15T09:13:39","slug":"dr-christian-becker-zum-abschied-aus-dem-vorstand-der-stawag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/dr-christian-becker-zum-abschied-aus-dem-vorstand-der-stawag\/","title":{"rendered":"Dr. Christian Becker zum Abschied aus dem Vorstand der STAWAG"},"content":{"rendered":"\n<p>Zum Jahreswechsel 2025\/26 scheidet Dr.-Ing. Christian Becker nach fast zwei Jahrzehnten aus dem Vorstand der STAWAG aus. Er hat das Aachener Stadtwerk fachlich wie strategisch gepr\u00e4gt \u2013 von der erneuerbaren Erzeugung \u00fcber die W\u00e4rmewende bis hin zu Elektromobilit\u00e4t und vom Stadtwerk zum Regionalversorger. Ganz verabschiedet sich Becker jedoch nicht aus der Energiewirtschaft: Als Aufsichtsratsmitglied der Trianel GmbH bleibt er einer der einflussreichsten K\u00f6pfe im Stadtwerkeverbund.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DEKOM: Herr Dr. Becker, Sie verabschieden sich nach langen Jahren aus dem Vorstand der STAWAG. Wenn Sie auf die vergangenen 18 Jahre blicken \u2013 was war f\u00fcr Sie pr\u00e4gend, und was bleibt ganz pers\u00f6nlich haften?<\/em><\/strong><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Becker:<\/strong> Die STAWAG hat in diesen Jahren einen fundamentalen Wandel erlebt \u2013 und diesen Wandel haben wir bewusst und konsequent gestaltet. Wir haben das Unternehmen technologischem wie organisatorischem Umbau unterzogen, erneuerbare Energien massiv ausgebaut, neue Mobilit\u00e4tsangebote entwickelt und die W\u00e4rmeversorgung grunds\u00e4tzlich neu gedacht. Was bleibt? Vor allem die Erfahrung, dass man in der Energiewirtschaft nur vorankommt, wenn man fr\u00fch mutige Entscheidungen trifft und gleichzeitig verl\u00e4sslich f\u00fcr die Menschen bleibt. Diese Balance aus Innovation und Verantwortung war f\u00fcr mich pers\u00f6nlich der rote Faden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DEKOM: Ein zentrales Feld war die W\u00e4rmewende. Aachen will die Fernw\u00e4rme bis 2030 vollst\u00e4ndig von der Kohle entkoppeln. Wie weit ist die STAWAG \u2013 und was sehen Sie als wichtigste Meilensteine davon?<\/em><\/strong><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Becker:<\/strong> Wir haben die Fernw\u00e4rme strategisch neu aufgestellt, mit einem klaren Ziel: verl\u00e4ssliche, klimafreundliche W\u00e4rme. Dazu geh\u00f6ren Auskopplung aus der M\u00fcllverbrennung, moderne KWK-Anlagen, die Nutzung neuer W\u00e4rmequellen, der Ausbau der Netze und \u2013 ganz entscheidend \u2013 die Tiefengeothermie. Die seismischen Untersuchungen, die wir gemeinsam mit Fraunhofer IEG durchf\u00fchren und \u00fcber die das Land NRW und die NRW.BANK significant f\u00f6rdern, bilden die Basis f\u00fcr einen m\u00f6glichen Technologiesprung. Wenn wir geothermische W\u00e4rme in nennenswertem Umfang erschlie\u00dfen k\u00f6nnen, w\u00e4re das f\u00fcr Aachen ein langfristiger Game Changer. Die W\u00e4rmewende ist kein einzelnes Projekt, sondern ein Systemumbau. Dass wir ihn auf eine solide Grundlage gestellt haben, war mir immer besonders wichtig.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DEKOM: Die Elektromobilit\u00e4t in Aachen hat in den vergangenen Jahren sp\u00fcrbar Fahrt aufgenommen. Welche Rolle spielte die STAWAG \u2013 und welche Strukturen haben Sie geschaffen?<\/em><\/strong><em><\/em><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Becker:<\/strong> Wir haben die Ladeinfrastruktur in Aachen und der Region entscheidend gepr\u00e4gt. Das betrifft \u00f6ffentliche Ladepunkte genauso wie Schnellladeparks, Quartiersprojekte und Angebote f\u00fcr das Laden zu Hause. Seit 2009 engagieren wir uns f\u00fcr \u00f6ffentliche Ladeinfrastruktur: Die Stadt Aachen geh\u00f6rt zu den St\u00e4dten mit der h\u00f6chsten Dichte an Ladepunkten. Dabei bleiben wir nicht stehen und legen auch in der Region ordentlich zu. Knapp 140 Standorte haben wir schon, davon sind bereits sechs Stationen mit der ultraschnellen HPC-Technik ausgestattet.&nbsp; Wichtig war mir immer, gemeinsam mit der Stadt klare Planungsvorgaben zu entwickeln und die Infrastruktur nicht dem Zufall zu \u00fcberlassen. Als Leiter der regionalen Infrastruktur-Arbeitsgruppe habe ich diesen Prozess eng begleitet und daran mitgearbeitet, dass Elektromobilit\u00e4t planbarer und verl\u00e4sslicher wird. Die n\u00e4chsten Jahre werden durch Skalierung, h\u00f6here Leistungen und mehr Netzintegration gepr\u00e4gt sein. Daf\u00fcr ist die Basis gelegt.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DEKOM: Mit Ihrem Ausscheiden \u00fcbernimmt Alexandra Genten den Vorstand. Gleichzeitig bleiben Sie als Aufsichtsratsmitglied der Trianel GmbH in einer wichtigen Funktion der Stadtwerke-Landschaft aktiv. Wie bewerten Sie diesen \u00dcbergang \u2013 und welchen Ausblick geben Sie mit auf den Weg?<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Becker:<\/strong> Ich halte es f\u00fcr ein sehr gutes Zeichen, dass die STAWAG ihre neue Spitze aus den eigenen Reihen beruft. Alexandra Genten kennt das Unternehmen, die Projekte, die Belegschaft und die strategischen Leitlinien. Kontinuit\u00e4t ist gerade jetzt, mitten in der gr\u00f6\u00dften Umbruchsphase der Branche, von zentraler Bedeutung. Ich selbst werde der Branche in einer anderen Rolle erhalten bleiben: Als Aufsichtsratsmitglied von Trianel begleite ich weiterhin wichtige Themen im Stadtwerkeverbund \u2013 von erneuerbarer Erzeugung \u00fcber Trading bis hin zu Kooperationen und neuen Gesch\u00e4ftsmodellen. Die Herausforderungen der kommenden Jahre \u2013 W\u00e4rmewende, Wasserstoff, Digitalisierung, Netzausbau \u2013 bleiben anspruchsvoll, aber die STAWAG ist daf\u00fcr gut ger\u00fcstet. Ich w\u00fcnsche meiner Nachfolgerin und meinem Vorstandskollegen und allen Kolleginnen und Kollegen den Mut, den Kurs weiterzugehen, und die Freiheit, eigene Schwerpunkte zu setzen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong><em>DEKOM: Vielen Dank!<\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Mit dem Ausscheiden von Dr. Christian Becker verliert die STAWAG einen Vorstand, der die Energiewende in Aachen fachlich wie strategisch gepr\u00e4gt hat. Viele seiner Projekte \u2013 Geothermie gestutzte W\u00e4rme, ein regionaler Wasserstoffansatz, Ladeinfrastruktur und erneuerbare Erzeugung \u2013 werden die Stadtwerke in den kommenden Jahren weiter begleiten. Als Aufsichtsratsvorsitzender von Trianel bleibt Becker der Stadtwerke-Familie aber weiterhin verbunden. (DEKOM\/STAWAG, 15.12.2025) <a href=\"https:\/\/www.stawag.de\/ueber-uns\/presse\/aktuelles\/pressemeldungen\/alexandra-genten-wird-neues-vorstandsmitglied-der-stawag\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>&nbsp;\u201eZur Person\u201c<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Dr.-Ing. Christian Becker<\/strong><br>\u2022 Promovierter Elektrotechnik-Ingenieur<br>\u2022 Einstieg 1991 bei Kienbaum, anschlie\u00dfend F\u00fchrungsaufgaben bei Ruhrgas<br>\u2022 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer ENETKO und Trianel European Energy Trading<br>\u2022 2005\u20132007: Vorsitzender der Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung Stadtwerke Solingen<br>\u2022 Seit 1.12.2007: Vorstand der STAWAG, sp\u00e4ter Vorstandsvorsitzender<br>\u2022 Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der E.V.A. Aachen<br>\u2022 Seit 1.1.2024: Aufsichtsratsvorsitzender der Trianel GmbH<br>\u2022 Ausscheiden aus dem STAWAG-Vorstand zum Jahreswechsel 2025\/26<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zum Jahreswechsel 2025\/26 scheidet Dr.-Ing. Christian Becker nach fast zwei Jahrzehnten aus dem Vorstand der STAWAG aus. Er hat das Aachener Stadtwerk fachlich wie strategisch gepr\u00e4gt \u2013 von der erneuerbaren Erzeugung \u00fcber die W\u00e4rmewende bis hin zu Elektromobilit\u00e4t und vom Stadtwerk zum Regionalversorger. 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