{"id":8784,"date":"2026-01-12T12:56:25","date_gmt":"2026-01-12T10:56:25","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8784"},"modified":"2026-01-12T12:56:26","modified_gmt":"2026-01-12T10:56:26","slug":"vku-fordert-politische-strategie-zur-pfas-vermeidung-und-herstellerverantwortung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/vku-fordert-politische-strategie-zur-pfas-vermeidung-und-herstellerverantwortung\/","title":{"rendered":"VKU fordert politische Strategie zur PFAS-Vermeidung und Herstellerverantwortung"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 12. Januar traten die neuen PFAS-Grenzwerte im Rahmen der novellierten EU-Kommunalabwasserrichtlinie offiziell in Kraft. F\u00fcr die kommunalen Abwasserentsorger erfordert deren Einhaltung eine enorme technologische und finanzielle Kraftanstrengung. In einer aktuellen Stellungnahme mahnt der Verband eine klare Vermeidungsstrategie an und fordert die konsequente Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung. Da die Entfernung der sogenannten Ewigkeitschemikalien in den Kl\u00e4rwerken technisch hochkomplex ist, d\u00fcrfe die Entsorgungswirtschaft nicht zum Reparaturbetrieb f\u00fcr industrielle Vers\u00e4umnisse werden. Der VKU dr\u00e4ngt darauf, den Eintrag dieser Stoffe bereits an der Quelle zu stoppen und die Kosten f\u00fcr die notwendige vierte Reinigungsstufe nach dem Verursacherprinzip zu verteilen. Die kommunale Wasserwirtschaft steht vor der Herausforderung, Investitionen in Milliardenh\u00f6he zu stemmen, um die strengen Grenzwerte f\u00fcr PFAS und andere Spurenstoffe dauerhaft einzuhalten. Um eine massive Belastung der Endverbraucher \u00fcber die Abwassergeb\u00fchren zu verhindern, sieht die EU-Richtlinie vor, dass die Hersteller der relevanten Produkte \u2013 prim\u00e4r aus den Bereichen Pharma und Kosmetik \u2013 zur Finanzierung herangezogen werden. Der VKU betont, dass ein blo\u00dfes Verbot einzelner Stoffgruppen nicht ausreiche, solange die rechtlichen Mechanismen zur Kostenbeteiligung nicht rechtssicher und fl\u00e4chendeckend greifen. Die Wasserwirtschaft fordert daher, dass die Herstellerverantwortung nicht nur auf dem Papier besteht, sondern \u00fcber einen nationalen Fonds die tats\u00e4chlichen Kosten f\u00fcr Bau und Betrieb der Reinigungsstufen abdeckt. Dieser Ansatz st\u00f6\u00dft in der Industrie jedoch auf erheblichen Widerstand. Die betroffenen Herstellerverb\u00e4nde, insbesondere aus der pharmazeutischen Industrie wie Pharma Deutschland, sehen die Ausgestaltung der Herstellerverantwortung in der Richtlinie \u00e4u\u00dferst kritisch. Die Branche warnt davor, dass die einseitige Belastung von Pharma- und Kosmetikunternehmen die Produktion am Standort Europa gef\u00e4hrde und zu Versorgungsengp\u00e4ssen bei essenziellen Medikamenten f\u00fchren k\u00f6nne. Aus Sicht der Verb\u00e4nde ist die Fokussierung auf diese beiden Sektoren wissenschaftlich nicht hinreichend begr\u00fcndet, da auch andere Industrien f\u00fcr Mikroschadstoffe im Abwasser verantwortlich seien. Zudem wird kritisiert, dass die Preisbindung im Gesundheitssektor eine Weitergabe der zus\u00e4tzlichen Kosten unm\u00f6glich mache. W\u00e4hrend der VKU somit auf den Schutz der Gew\u00e4sser und die Geb\u00fchrenstabilit\u00e4t pocht, mahnt die Industrie eine fairere Lastenverteilung an, die \u00fcber die jetzt betroffenen Branchen hinausgeht. (DEKOM, 12.01.2026) <a href=\"https:\/\/www.vku.de\/presse\/pressemitteilungen\/vku-fordert-klare-strategie-zur-pfas-vermeidung-und-herstellerverantwortung\/\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 12. Januar traten die neuen PFAS-Grenzwerte im Rahmen der novellierten EU-Kommunalabwasserrichtlinie offiziell in Kraft. F\u00fcr die kommunalen Abwasserentsorger erfordert deren Einhaltung eine enorme technologische und finanzielle Kraftanstrengung. In einer aktuellen Stellungnahme mahnt der Verband eine klare Vermeidungsstrategie an und fordert die konsequente Umsetzung der erweiterten Herstellerverantwortung. 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