{"id":8792,"date":"2026-01-26T12:40:36","date_gmt":"2026-01-26T10:40:36","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8792"},"modified":"2026-01-26T12:40:38","modified_gmt":"2026-01-26T10:40:38","slug":"heizen-ab-2028-der-neue-co2-preis-spaltet-europa","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/heizen-ab-2028-der-neue-co2-preis-spaltet-europa\/","title":{"rendered":"Heizen ab 2028: Der neue CO2-Preis spaltet Europa"},"content":{"rendered":"\n<p>Der geplante EU-weite CO2-Preis f\u00fcr den Geb\u00e4ude- und Verkehrssektor (ETS2) wird ab 2028 die Heizkosten von rund 100 Millionen Haushalten in der Europ\u00e4ischen Union neu ordnen. Eine aktuelle Analyse der Bertelsmann Stiftung zeigt dabei eine massive Diskrepanz zwischen den Mitgliedsstaaten: W\u00e4hrend Verbraucher in Skandinavien und Deutschland den \u00dcbergang voraussichtlich kaum im Geldbeutel sp\u00fcren werden, droht Haushalten in Mittel- und Osteuropa ohne staatliche Eingriffe ein Preisschock. Die Einf\u00fchrung des ETS2 soll die Dekarbonisierung des W\u00e4rmesektors beschleunigen, da Wohngeb\u00e4ude noch immer f\u00fcr rund ein Drittel der europ\u00e4ischen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind. Die Studie modelliert die Folgen eines Einstiegspreises von 60 Euro pro Tonne CO2. F\u00fcr Deutschland gibt es dabei leichte Entwarnung: Da hierzulande bereits ein nationaler CO2-Preis etabliert ist, h\u00e4lt sich der zus\u00e4tzliche Preisanstieg in Grenzen. Durchschnittlich m\u00fcssten deutsche Haushalte mit einer Mehrbelastung von lediglich 17 Euro pro Jahr rechnen. In L\u00e4ndern wie Schweden, D\u00e4nemark oder Portugal k\u00f6nnte das Heizen sogar g\u00fcnstiger werden, da die dortigen Steuers\u00e4tze teils schon heute \u00fcber dem geplanten EU-Niveau liegen. Ganz anders sieht die Prognose f\u00fcr den Osten der Union aus. In Polen, Ungarn, der Slowakei und Rum\u00e4nien trifft der neue Preis auf eine Infrastruktur, die oft noch stark von fossilen Energietr\u00e4gern abh\u00e4ngig ist, w\u00e4hrend gleichzeitig die Einkommen deutlich niedriger sind als im Westen. Zudem existiert dort bislang meist kein nationaler CO2-Preis. Die Folge w\u00e4re ein abruptes Preisdelta: In diesen Regionen k\u00f6nnten die j\u00e4hrlichen Heizkosten um 100 bis 400 Euro steigen. Besonders brisant ist die soziale Komponente, da die zehn Prozent der am st\u00e4rksten betroffenen Haushalte nur \u00fcber die H\u00e4lfte des Durchschnittseinkommens verf\u00fcgen. Es trifft vor allem Menschen in \u00e4lteren Einfamilienh\u00e4usern, Rentner und alleinstehende Frauen, f\u00fcr die die W\u00e4rmekosten einen \u00fcberproportionalen Anteil am Haushaltsbudget ausmachen. Die Experten der Bertelsmann Stiftung, Thomas Schwab und Sara Hagemann, mahnen daher zur Vorsicht, sehen aber auch L\u00f6sungswege. Die Studie belegt, dass die Einnahmen aus dem Emissionshandel prinzipiell ausreichen, um die sozialen H\u00e4rten abzufedern. Voraussetzung ist jedoch, dass die Mitgliedsstaaten die Gelder im Rahmen ihrer nationalen Klima-Sozialpl\u00e4ne treffsicher verteilen. Thomas Schwab betont, dass die Europ\u00e4ische Kommission hier genau hinsehen m\u00fcsse, damit die Kompensation tats\u00e4chlich bei den Bed\u00fcrftigen ankommt. Allerdings l\u00f6st die reine Kompensation der Mehrkosten noch nicht das Grundproblem. Um die Klimaziele zu erreichen, muss der Geb\u00e4udebestand saniert und die W\u00e4rmeerzeugung umgestellt werden. Hier warnt Sara Hagemann vor einer Investitionsl\u00fccke: Die Einnahmen aus dem CO2-Preis decken zwar die Nothilfe bei den laufenden Kosten, reichen aber nicht aus, um den kapitalintensiven Einbau von W\u00e4rmepumpen oder Fernw\u00e4rmeanschl\u00fcssen fl\u00e4chendeckend zu finanzieren. F\u00fcr diese strukturelle Transformation seien zus\u00e4tzliche nationale F\u00f6rderprogramme unumg\u00e4nglich, wenn Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit in Einklang gebracht werden sollen. (Bertelsmanns-Stiftung, 22.01.2026) <a href=\"https:\/\/www.bertelsmann-stiftung.de\/de\/themen\/aktuelle-meldungen\/2026\/wie-sich-der-co2-preis-auf-die-heizkosten-in-europa-auswirkt\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der geplante EU-weite CO2-Preis f\u00fcr den Geb\u00e4ude- und Verkehrssektor (ETS2) wird ab 2028 die Heizkosten von rund 100 Millionen Haushalten in der Europ\u00e4ischen Union neu ordnen. 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