{"id":8829,"date":"2026-02-09T12:19:38","date_gmt":"2026-02-09T10:19:38","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8829"},"modified":"2026-02-09T12:19:39","modified_gmt":"2026-02-09T10:19:39","slug":"161-der-bevoelkerung-in-deutschland-sind-armutsgefaehrdet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/161-der-bevoelkerung-in-deutschland-sind-armutsgefaehrdet\/","title":{"rendered":"16,1 % der Bev\u00f6lkerung in Deutschland sind armutsgef\u00e4hrdet"},"content":{"rendered":"\n<p>Die soziale Schieflage in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr weiter versch\u00e4rft, wobei die Zahl der armutsgef\u00e4hrdeten Personen auf rund 13,3 Millionen Menschen angestiegen ist. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden auf Basis aktueller Erstergebnissen der Mikrozensus-Unterstichprobe mitteilt, lag die Armutsgef\u00e4hrdungsquote im Jahr 2025 bei 16,1 Prozent, nachdem sie im Vorjahr noch 15,5 Prozent betragen hatte. Diese Entwicklung stellt die kommunale Sozialplanung vor erhebliche Herausforderungen, da die Gef\u00e4hrdungsmuster eine deutliche Konzentration auf spezifische Lebenslagen und Haushaltstypen zeigen. Nach den Kriterien der Europ\u00e4ischen Union gilt eine Person als armutsgef\u00e4hrdet, wenn ihr Einkommen weniger als 60 Prozent des mittleren \u00c4quivalenzeinkommens der Gesamtbev\u00f6lkerung betr\u00e4gt. Konkret bedeutet dies f\u00fcr eine alleinlebende Person eine Schwelle von monatlich 1.446 Euro netto; f\u00fcr einen Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren liegt dieser Wert bei 3.036 Euro. Da die Erhebung EU-SILC 2025 das Vorjahreseinkommen abfragt, spiegeln diese Daten die wirtschaftliche Situation des Jahres 2024 wider. Besonders alarmierend f\u00fcr die Verwaltung vor Ort ist die \u00fcberdurchschnittliche Betroffenheit von Alleinlebenden und Alleinerziehenden. Mit Quoten von 30,9 Prozent bei den Einpersonenhaushalten und 28,7 Prozent bei Einelternfamilien zeigt sich eine strukturelle Benachteiligung, die unmittelbare Auswirkungen auf den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum und kommunalen Unterst\u00fctzungsleistungen hat. Noch deutlicher tritt das Armutsrisiko im Kontext der Erwerbsbeteiligung hervor: Arbeitslose sind mit 64,9 Prozent am st\u00e4rksten gef\u00e4hrdet, doch auch Nichterwerbst\u00e4tige au\u00dferhalb der Arbeitslosigkeit sowie Rentner liegen mit 33,8 beziehungsweise 19,1 Prozent \u00fcber dem Gesamtdurchschnitt. Dies verdeutlicht, dass die Absicherung im Alter und in \u00dcbergangsphasen der Erwerbsbiografie zunehmend instabil wird. Ein noch umfassenderes Bild der sozialen Lage liefert die Quote derer, die von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedroht sind. Hierunter fallen 17,6 Millionen Menschen, was 21,2 Prozent der Bev\u00f6lkerung entspricht. Diese Definition greift weiter als die reine Einkommensbetrachtung und schlie\u00dft materielle Entbehrung sowie eine sehr geringer Erwerbsbeteiligung des Haushalts ein. F\u00fcr Kommunen bedeutet dies, dass die Aufgaben \u00fcber die reine Existenzsicherung hinausgehen. Es r\u00fccken Fragen der gesellschaftlichen Teilhabe und der pr\u00e4ventiven Infrastruktur in den Fokus. Die Stabilisierung dieser Quote auf hohem Niveau signalisiert, dass kommunale Handlungsspielr\u00e4ume \u2013 etwa durch die gezielte F\u00f6rderung der Erwerbsbeteiligung von Alleinerziehenden oder den Ausbau niedrigschwelliger Beratungs- und Begegnungsangebote \u2013 konsequent genutzt werden m\u00fcssen, um eine weitere Verfestigung prek\u00e4rer Lebensverh\u00e4ltnisse in den Quartieren zu verhindern. (DEKOM, 09.02.2026) <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/2026\/02\/PD26_039_63.html?nn=2110\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a> \u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die soziale Schieflage in Deutschland hat sich im vergangenen Jahr weiter versch\u00e4rft, wobei die Zahl der armutsgef\u00e4hrdeten Personen auf rund 13,3 Millionen Menschen angestiegen ist. 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