{"id":8833,"date":"2026-02-09T12:20:50","date_gmt":"2026-02-09T10:20:50","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8833"},"modified":"2026-02-09T13:09:24","modified_gmt":"2026-02-09T11:09:24","slug":"krisenverluste-summieren-sich-auf-940-milliarden-euro-folgen-fuer-haushalte-und-arbeitsmarkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/krisenverluste-summieren-sich-auf-940-milliarden-euro-folgen-fuer-haushalte-und-arbeitsmarkt\/","title":{"rendered":"Krisenverluste summieren sich auf 940 Milliarden Euro"},"content":{"rendered":"\n<p>Die deutsche Wirtschaft hat seit 2020 durch Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und amerikanische Handelspolitik einen Wertsch\u00f6pfungsverlust von rund 940 Milliarden Euro erlitten. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat die tats\u00e4chliche Entwicklung mit Vorkrisenprognosen und dem langfristigen Wachstumstrend verglichen. Pro Erwerbst\u00e4tigem entspricht der Ausfall \u00fcber 20.000 Euro, etwa einem F\u00fcnftel der durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Wirtschaftsleistung. Allein ein Viertel des Gesamtverlustes entf\u00e4llt auf das Jahr 2025. Geringere Unternehmensgewinne schlagen sich unmittelbar in niedrigeren Gewerbesteuereinnahmen nieder. Die Verluste verteilen sich auf drei Krisenphasen. Im ersten Jahr der Corona-Pandemie 2020 belief sich der Wertsch\u00f6pfungsverlust auf rund 185 Milliarden Euro. Bis zum russischen Angriff auf die Ukraine summierten sich die gr\u00f6\u00dftenteils pandemiebedingten Einbu\u00dfen auf fast 300 Milliarden Euro. Ab 2022 \u00fcberlagerten die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Krieges die Nachwirkungen der Pandemie. Der Energiepreisschock und anhaltend hohe geopolitische Unsicherheit bremsten die Konjunktur sp\u00fcrbar. Die Verluste beliefen sich 2022 auf rund 85 Milliarden Euro, in den beiden Folgejahren auf circa 140 beziehungsweise 200 Milliarden Euro. Die deutsche Wirtschaft hatte sich noch nicht von den beiden ersten Krisen erholt, als Donald Trump Ende 2024 zum US-Pr\u00e4sidenten gew\u00e4hlt wurde. Nach seinem Amtsantritt setzte er rasch Z\u00f6lle in Kraft und machte handelspolitische Drohungen wahr. Im Jahr 2025 belief sich der Wertsch\u00f6pfungsverlust deshalb auf weitere 235 Milliarden Euro, der h\u00f6chste Wert im gesamten Krisenzeitraum. Die Wirtschaftsleistung liegt damit bis heute in etwa auf dem Niveau von 2019. Die wirtschaftliche Stagnation versch\u00e4rft bestehende Haushaltsprobleme in den Kommunen. Geringere Unternehmensgewinne f\u00fchren zu niedrigeren Gewerbesteuereinnahmen, w\u00e4hrend gleichzeitig die Ausgaben f\u00fcr Sozialleistungen steigen. Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit belasten die Budgets zus\u00e4tzlich. Die Investitionsf\u00e4higkeit sinkt, obwohl gerade jetzt Ausgaben f\u00fcr Infrastruktur, Digitalisierung und Klimaschutz n\u00f6tig w\u00e4ren. Die strukturellen Defizite, die IW-Experte Michael Gr\u00f6mling benennt, wirken sich direkt aus: Hohe Energiepreise verteuern kommunale Einrichtungen, steigende Sozialabgaben belasten als Arbeitgeber, wachsende B\u00fcrokratie bindet Verwaltungsressourcen. Zugleich ergeben sich aus der handelspolitischen Neuordnung Chancen. Mit funktionierendem Rechtsstaat, stabilen Institutionen und gut ausgebildeter Bev\u00f6lkerung bleibt Deutschland im \u00f6konomischen Wettbewerb attraktiv. Standorte k\u00f6nnen ihre Vorteile gezielt herausstellen, wenn Unternehmen ihre Lieferketten diversifizieren und Produktionsstandorte verlagern. Schnelle Genehmigungsverfahren, verl\u00e4ssliche Planungssicherheit und pragmatische Verwaltungsabl\u00e4ufe setzen Signale. Entscheidend bleibt jedoch, ob Bund und L\u00e4nder die strukturellen Defizite beheben, die Deutschland im internationalen Vergleich behindern. Die Berechnungen des IW basieren auf preis- und saisonbereinigten Daten zum realen Bruttoinlandsprodukt und sind als gerundete Orientierungsrechnung zu verstehen. (DEKOM\/IW K\u00f6ln, 09.02.\/07.02.2026) <a href=\"https:\/\/www.iwkoeln.de\/presse\/pressemitteilungen\/michael-groemling-dauerkrisen-kosten-deutschland-fast-eine-billion-euro.html\">IW Meldung hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die deutsche Wirtschaft hat seit 2020 durch Corona-Pandemie, Ukraine-Krieg und amerikanische Handelspolitik einen Wertsch\u00f6pfungsverlust von rund 940 Milliarden Euro erlitten. Das Institut der deutschen Wirtschaft hat die tats\u00e4chliche Entwicklung mit Vorkrisenprognosen und dem langfristigen Wachstumstrend verglichen. Pro Erwerbst\u00e4tigem entspricht der Ausfall \u00fcber 20.000 Euro, etwa einem F\u00fcnftel der durchschnittlichen j\u00e4hrlichen Wirtschaftsleistung. 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