{"id":8869,"date":"2026-02-23T14:39:54","date_gmt":"2026-02-23T12:39:54","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=8869"},"modified":"2026-02-23T14:39:56","modified_gmt":"2026-02-23T12:39:56","slug":"hochlauf-der-ladeinfrastruktur-zwischen-regulatorischem-druck-und-strategischer-neuausrichtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/hochlauf-der-ladeinfrastruktur-zwischen-regulatorischem-druck-und-strategischer-neuausrichtung\/","title":{"rendered":"Hochlauf der Ladeinfrastruktur zwischen regulatorischem Druck und strategischer Neuausrichtung"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Ausbau der Ladeinfrastruktur hat hierzulande zum Jahresbeginn 2026 eine neue Dynamik erreicht, die den Fokus weg von der reinen Anzahl der Ladepunkte hin zur tats\u00e4chlich verf\u00fcgbaren Ladeleistung verschiebt. Mit rund 194.000 \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Ladepunkten verzeichnete die Bundesnetzagentur zum Stichtag 1. Januar einen Zuwachs von etwa 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Entscheidend ist jedoch der massive Rollout von HPC-Anlagen (High Power Charging), durch den die kumulierte Ladeleistung auf \u00fcber 8 Gigawatt kletterte. W\u00e4hrend die quantitative Abdeckung die europ\u00e4ischen Mindestvorgaben bereits \u00fcbertrifft, r\u00fccken die Qualit\u00e4t der Standorte und die Zuverl\u00e4ssigkeit der Systeme zunehmend in das Zentrum der regulatorischen Strategie. Vor diesem Hintergrund steht insbesondere der kommunale Sektor vor einer Z\u00e4sur. Die gesetzlichen Anforderungen an die Entflechtung von Netz und Betrieb sowie der steigende Kostendruck bei historisch gewachsenen Kleinststrukturen zwingen Stadtwerke dazu, ihre Rolle als \u201eCharge Point Operator\u201c (CPO) grundlegend zu hinterfragen. \u00dcber die ver\u00e4nderten Anforderungen an kommunale Partner und die notwendigen Weichenstellungen f\u00fcr ein fl\u00e4chendeckend stabiles Ladenetz sprach DEKOM mit Stefan Kutz, der bei Wirelane den Stadtwerkebereich verantwortet.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:&nbsp; Herr Kutz, das Energiewirtschaftsgesetz fordert in \u00a7 7c eine klare Trennung zwischen Netzbetrieb und dem Betrieb von Ladeinfrastruktur. Wo liegen aus Ihrer Erfahrung die gr\u00f6\u00dften Fallstricke f\u00fcr Stadtwerke, die diesen Prozess bisher aufgeschoben haben, und welche Fristen sind jetzt kritisch?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stefan Kutz:<\/strong> \u201eDer gr\u00f6\u00dfte Fallstrick f\u00fcr Stadtwerke ist die untersch\u00e4tzte Komplexit\u00e4t der gesellschaftsrechtlichen Entflechtung. Viele Unternehmen haben den Prozess aufgeschoben, da Ausnahmeregelungen f\u00fcr kleinere Stadtwerke Sicherheit suggerierten. Doch die regulatorische Daumenschraube zieht an: Wer die Trennung von Netzbetrieb und Lades\u00e4ulenbetrieb (CPO) nicht rechtzeitig vollzieht, riskiert nicht nur empfindliche Bu\u00dfgelder der Bundesnetzagentur.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein kritischer Punkt wird dabei oft \u00fcbersehen: Eine \u00fcberhastete Ausgliederung kann den steuerlichen Querverbund gef\u00e4hrden, wenn sie nicht pr\u00e4zise mit dem kommunalen Haushalt abgestimmt ist. Die absolute Deadline ist das Ende der \u00dcbergangszeit zum 31. Dezember 2026 \u2013 bis zu diesem Datum m\u00fcssen die Strukturen stehen, um rechtssicher agieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>\u00dcber die rein rechtliche Pflicht hinaus ist jetzt jedoch auch der ideale Zeitpunkt, um das gesamte CPO-Betriebsmodell strategisch zu hinterfragen. Effizienz steht der Kleinteiligkeit des Gesch\u00e4fts gegen\u00fcber. Stadtwerke sollten kritisch pr\u00fcfen, ob es tats\u00e4chlich wirtschaftlich sinnvoll ist, nur vereinzelte Ladepunkte in der Region zu betreiben, anstatt sich konsequent auf ihre Kerngebote und Kompetenzen zu konzentrieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Zusammenarbeit mit professionellen, bundesweit agierenden Anbietern stellt hier oft die perfekte L\u00f6sung dar. Durch die Auslagerung der Infrastruktur wird ein professioneller Betrieb f\u00fcr die Zukunft sichergestellt. Letztlich profitieren die B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger von einer zuverl\u00e4ssigen, hochverf\u00fcgbaren Ladeinfrastruktur.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:&nbsp; <\/strong><strong>Wirelane bietet sowohl die vollst\u00e4ndige \u00dcbernahme als auch die reine Betriebsf\u00fchrung an. Nach welchen Kriterien sollten kommunale Entscheider w\u00e4hlen, insbesondere wenn noch Zweckbindungsfristen aus \u00f6ffentlichen F\u00f6rderprogrammen bestehen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stefan Kutz:<\/strong> \u201eZun\u00e4chst muss man feststellen: Viele Stadtwerke haben den Aufbau der Ladeinfrastruktur urspr\u00fcnglich aus einer besonderen Motivation heraus betrieben. Oft wurden dabei entweder die Ertragserwartungen zu optimistisch angesetzt oder die enorme operative Kleinteiligkeit des Gesch\u00e4fts schlicht untersch\u00e4tzt. Diese strategische Erkenntnis steht der eigentlichen Wahl des Modells meist schon vorgelagert. In der konkreten Umsetzung sollte die Entscheidung dann prim\u00e4r am Status der Zweckbindungsfrist festgemacht werden. Bestehen noch laufende F\u00f6rderverpflichtungen, ist der reine Betriebsf\u00fchrungs\u00fcbertrag oft der sicherste Weg, da das Stadtwerk Eigent\u00fcmer (Asset-Halter) bleibt und keine R\u00fcckzahlungen riskieren muss. Ist die Zweckbindung abgelaufen, empfehlen wir die vollst\u00e4ndige \u00dcbernahme. Damit befreit sich das Stadtwerk komplett vom technischen und wirtschaftlichen Risiko sowie vom operativen Aufwand. Wir \u00fcbernehmen die Infrastruktur in unsere Bilanz und garantieren den langfristigen Weiterbetrieb auf h\u00f6chstem Niveau.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:&nbsp; <\/strong><strong>Ein h\u00e4ufiger Kritikpunkt bei der Abgabe des Betriebs an externe Dritte ist der Verlust des lokalen Einflusses. Wie stellen Sie sicher, dass der Ladestrom weiterhin vom \u00f6rtlichen Versorger bezogen wird und das Stadtwerk f\u00fcr die B\u00fcrger sichtbar bleibt?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stefan Kutz:<\/strong> \u201eWir verstehen das Stadtwerk als den vertrauensw\u00fcrdigen Akteur vor Ort. Daher setzen wir auf zwei S\u00e4ulen: Erstens bieten wir ein partnerschaftlich abgestimmtes White-Labeling an, wenn es gew\u00fcnscht wird. Die Lades\u00e4ule bleibt im gewohnten Corporate Design des Stadtwerks f\u00fcr den B\u00fcrger sichtbar. Lediglich ein dezentes \u201apowered by\u2018-Labeling stellt sicher, dass die e-mobilen Nutzer in Supportfragen sofort die richtige Telefonnummer finden. Zweitens stellen wir \u00fcber entsprechende Energieliefervertr\u00e4ge sicher, dass der Ladestrom physisch vom \u00f6rtlichen Versorger bezogen wird. So bleibt die regionale Wertsch\u00f6pfung erhalten, und das Stadtwerk profitiert weiterhin vom Stromabsatz, ohne sich um die kleinteilige Abrechnung k\u00fcmmern zu m\u00fcssen.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:&nbsp; <\/strong><strong>Der Betrieb von Lades\u00e4ulen gilt als kleinteilig und wartungsintensiv. Welche technischen Standards, etwa bei der Uptime oder dem 24\/7-Support, m\u00fcssen heute garantiert werden, um die Akzeptanz der Elektromobilit\u00e4t in der Fl\u00e4che nicht zu gef\u00e4hrden?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stefan Kutz:<\/strong> \u201eJa, absolut richtig, ins Schwarze getroffen. Der Betrieb ist in der Tat extrem kleinteilig und wartungsintensiv \u2013 das ist ein Punkt, den viele Stadtwerke zu Beginn untersch\u00e4tzt haben. Heute, im Jahr 2026, verzeiht der Markt keine Ausf\u00e4lle mehr. Wir garantieren daher Standards, die f\u00fcr einen lokalen Versorger im Eigenbetrieb kaum wirtschaftlich darstellbar sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Uptime von mindestens 98 bis 99 % ist heute die \u201aLicense to operate\u2018. Ein automatisierter Support, der St\u00f6rungen in Echtzeit erkennt und per Remote-Zugriff behebt, ist essenziell. Und wer heute noch Hardware ohne Kreditkartenterminal betreibt, riskiert die Akzeptanz der B\u00fcrger. Wir sorgen daf\u00fcr, dass die Technik nicht zum Hindernis f\u00fcr die Elektromobilit\u00e4t wird, sondern zum unsichtbaren, funktionierenden R\u00fcckgrat.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:&nbsp; Viele kommunale Netze sind historisch gewachsen und bestehen aus unterschiedlicher Hardware. Wie bewerten Sie Altanlagen im Hinblick auf eine \u00dcbernahme und ab welcher Portfoliogr\u00f6\u00dfe wird ein Outsourcing f\u00fcr einen Regionalversorger betriebswirtschaftlich zwingend?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stefan Kutz:<\/strong> \u201eHier kommen wir zum Kern des Problems: Viele Netze sind historisch gewachsen, was zu einem heterogenen Hardware-Mix f\u00fchrt. Das macht die Wartung teuer und kompliziert. Wir bewerten die Altanlagen ganz individuell nach ihrer Eichrechtskonformit\u00e4t und zukunftsf\u00e4higen Bezahlm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft ist es wirtschaftlich sinnvoller, den CPO-Betrieb grundlegend zu hinterfragen, statt an unwirtschaftlichen Kleinststrukturen festzuhalten. Wir sehen die betriebswirtschaftlich zwingende Schwelle f\u00fcr ein Outsourcing bei ca. 50-60 Ladepunkten, nat\u00fcrlich komplett abh\u00e4ngig von der Performance des Lades\u00e4ulen-Portfolios. Darunter fressen die Fixkosten f\u00fcr Fachpersonal und IT-Security die Margen komplett auf. Ein professioneller Partner l\u00f6st dieses Problem, indem er die Infrastruktur auslagert und so den professionellen Betrieb zum Wohle der B\u00fcrger sicherstellt.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>DEKOM:&nbsp; Wirelane fokussiert sich stark auf das Laden am Zielort. Welche Rolle spielen St\u00e4dte und Gemeinden in den n\u00e4chsten drei Jahren bei der Standortentwicklung, und wie k\u00f6nnen sie ohne eigenes finanzielles Risiko den Ausbau beschleunigen?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Stefan Kutz:<\/strong> \u201eSt\u00e4dte und Gemeinden spielen in den n\u00e4chsten Jahren die Rolle des Enablers. Der Fokus verschiebt sich massiv zum Laden am Zielort \u2013 also genau dort, wo Menschen parken, arbeiten und einkaufen. Kommunen k\u00f6nnen den Ausbau dabei massiv beschleunigen, ohne selbst ins finanzielle Risiko zu gehen. Zum Beispiel durch Konzessionsmodelle. Dabei stellt die Gemeinde lediglich die Fl\u00e4chen bereit. Ein professioneller Anbieter wie Wirelane \u00fcbernimmt das gesamte Investitions- und Betriebsrisiko.<\/p>\n\n\n\n<p>Und um dem B\u00fcrokratieabbau auch ein wenig durch Expertise zu helfen, unterst\u00fctzen wir St\u00e4dte aktiv mit unserer \u201ahow to Sondernutzung\u2018-Guideline. Das ist eine Punkt-f\u00fcr-Punkt-Anleitung, die wir Kommunen zur Verf\u00fcgung stellen, um administrative H\u00fcrden effizient zu meistern. Dazu bieten wir noch eine fundierte Beratung f\u00fcr die Standortsuche an, um sicherzustellen, dass die Infrastruktur dort entsteht, wo sie auch wirklich gebraucht wird. Somit k\u00f6nnen sich kommunale Entscheider ganz auf die strategische Stadtentwicklung konzentrieren und bieten die perfekte L\u00f6sung, um Klimaziele vor Ort perfekt umzusetzen.\u201c (DEKOM, 23.02.2026) <a href=\"https:\/\/angebot.wirelane.com\/kommunen\/caas\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Vielen Dank!<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong><u>\u00dcber Wirelane<\/u><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Angetrieben von der Mission \u201eWe empower people to move towards a clean future\u201d gestaltet Wirelane seit 2016 nachhaltige Mobilit\u00e4t und entwickelt innovative Komplettl\u00f6sungen f\u00fcr die Errichtung, den Betrieb und die Vermarktung von Ladeinfrastruktur. Als zukunftsorientierter Full Service Provider im Bereich Ladeinfrastruktur steht das Unternehmen mit Sitz in M\u00fcnchen f\u00fcr eine neue Generation intelligenter Ladel\u00f6sungen und treibt damit die Elektrisierung der Mobilit\u00e4t aktiv voran. Durch das perfekte Zusammenspiel von modernsten, eichrechtskonformen Lades\u00e4ulen, innovativer Betriebssoftware sowie vollumf\u00e4nglichen Installations- und Betriebsdienstleistungen bietet die Wirelane GmbH ihren Kund:innen ein zukunftssicheres Gesamtpaket f\u00fcr \u00f6ffentliches und halb-\u00f6ffentliches, transaktionsbasiertes Laden. Auch Kommunen setzen beim Aufbau von \u00f6ffentlicher Ladeinfrastruktur auf Wirelane. Mit Wirelane werden Ladesysteme f\u00fcr wachsende Elektromobilit\u00e4t in Kommunen entwickelt, installiert und betrieben. Gemeinsam mit tausenden B\u00fcrger: innen in Deutschland, beantragt, installiert und betreibt das Team Standorte f\u00fcr Lades\u00e4ulen dort, wo sie ben\u00f6tigt werden. Mehr Informationen:&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.wirelane.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">www.wirelane.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Ausbau der Ladeinfrastruktur hat hierzulande zum Jahresbeginn 2026 eine neue Dynamik erreicht, die den Fokus weg von der reinen Anzahl der Ladepunkte hin zur tats\u00e4chlich verf\u00fcgbaren Ladeleistung verschiebt. Mit rund 194.000 \u00f6ffentlich zug\u00e4nglichen Ladepunkten verzeichnete die Bundesnetzagentur zum Stichtag 1. Januar einen Zuwachs von etwa 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. 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