{"id":9132,"date":"2026-03-09T11:54:55","date_gmt":"2026-03-09T09:54:55","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9132"},"modified":"2026-03-09T11:55:19","modified_gmt":"2026-03-09T09:55:19","slug":"kommunale-waermeplanung-studie-zeigt-luecken-und-handlungsbedarf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/kommunale-waermeplanung-studie-zeigt-luecken-und-handlungsbedarf\/","title":{"rendered":"Kommunale W\u00e4rmeplanung: Studie zeigt L\u00fccken und Handlungsbedarf"},"content":{"rendered":"\n<p>W\u00e4rmepumpen dominieren, W\u00e4rmenetze sollen massiv ausgebaut werden \u2014 und doch weisen viele kommunale W\u00e4rmepl\u00e4ne erhebliche M\u00e4ngel auf. Das ist das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Solare Energiesysteme ISE und des \u00d6ko-Instituts, die erstmals 113 kommunale W\u00e4rmepl\u00e4ne f\u00fcr 223 Kommunen aus dem gesamten Bundesgebiet ausgewertet hat. Mit dem W\u00e4rmeplanungsgesetz sind rund 11.000 Kommunen verpflichtet, bis sp\u00e4testens Ende Juni 2028 eine kommunale W\u00e4rmeplanung vorzulegen. Die Studie liefert damit erstmals einen systematischen \u00dcberblick dar\u00fcber, wie weit die Planungen inhaltlich tragen \u2014 und wo sie an ihre Grenzen sto\u00dfen. Ein zentrales Ergebnis: Die W\u00e4rmepumpe ist die Schl\u00fcsseltechnologie f\u00fcr alle Gebiete, die sich nicht f\u00fcr eine zentrale Versorgung \u00fcber W\u00e4rmenetze eignen. Gleichzeitig sollen W\u00e4rmenetze deutlich ausgebaut werden \u2014 ihr Anteil an der W\u00e4rmeversorgung soll von heute durchschnittlich 16 auf 40 Prozent steigen. Dabei zeigen sich klare Unterschiede je nach Kommunengr\u00f6\u00dfe. In Gro\u00dfst\u00e4dten mit mehr als 100.000 Einwohnern sind bis 2045 Anteile leitungsgebundener W\u00e4rmeversorgung zwischen 47 und 82 Prozent geplant. Kleinere Kommunen im l\u00e4ndlichen Raum verfolgen demgegen\u00fcber \u00fcberwiegend dezentrale Ans\u00e4tze. Inhaltlich kritisieren die Forscher mehrere strukturelle Schw\u00e4chen. Viele W\u00e4rmepl\u00e4ne klammern den W\u00e4rmebedarf von Gewerbe und Industrie vollst\u00e4ndig aus \u2014 ein gravierendes Vers\u00e4umnis, wenn die Planung als belastbare Grundlage f\u00fcr Netzbetreiber und Energieversorger dienen soll. Auch bei der Biomassenutzung bestehen erhebliche Unklarheiten: Kommunen legen unterschiedliche Definitionen zugrunde, und in einer Vielzahl von Pl\u00e4nen \u00fcbersteigt der geplante Verbrauch biogener Energietr\u00e4ger das lokale Potenzial \u2014 was Zweifel an der langfristigen Umsetzbarkeit weckt. Ein weiteres Problem betrifft die Annahmen zum k\u00fcnftigen W\u00e4rmebedarf. Viele Kommunen gehen von deutlich sinkenden Bedarfen aus, ohne nachvollziehbar darzulegen, worauf diese Erwartungen beruhen. Ob die Einsparungen durch energetische Geb\u00e4udesanierungen oder andere Effizienzma\u00dfnahmen erzielt werden sollen, bleibt in den meisten Pl\u00e4nen offen. Das Forschungsteam empfiehlt daher, einen standardisierten Korridor f\u00fcr plausible Energieeinsparungen zu definieren. Kommunen sollen davon abweichen d\u00fcrfen, m\u00fcssen dies aber explizit begr\u00fcnden. Dar\u00fcber hinaus sprechen sich die Studienautoren daf\u00fcr aus, das geplante Geb\u00e4udemodernisierungsgesetz und das W\u00e4rmeplanungsgesetz inhaltlich aufeinander abzustimmen. Nur so lassen sich die Planungsgrundlagen konsistent gestalten. Erg\u00e4nzend brauche es langfristig verl\u00e4ssliche F\u00f6rderinstrumente \u2014 namentlich die Bundesf\u00f6rderung f\u00fcr effiziente W\u00e4rmenetze und die Bundesf\u00f6rderung f\u00fcr effiziente Geb\u00e4ude. Die Studie ist Teil des Projekts KOMpare, in dem Fraunhofer ISE und \u00d6ko-Institut gemeinsam mit dem Energiewirtschaftlichen Institut der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln weitere Auswertungsrunden durchf\u00fchren und die Datenbasis schrittweise erweitern wollen. (DEKOM\/Fraunhofer ISE, 03.03.2026) <a href=\"https:\/\/www.ise.fraunhofer.de\/de\/presse-und-medien\/presseinformationen\/2026\/kommunale-waermeplanung-studie-von-fraunhofer-ise-und-oeko-institut-zeigt-bundesweit-deutliche-unterschiede.html\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>W\u00e4rmepumpen dominieren, W\u00e4rmenetze sollen massiv ausgebaut werden \u2014 und doch weisen viele kommunale W\u00e4rmepl\u00e4ne erhebliche M\u00e4ngel auf. Das ist das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer-Instituts f\u00fcr Solare Energiesysteme ISE und des \u00d6ko-Instituts, die erstmals 113 kommunale W\u00e4rmepl\u00e4ne f\u00fcr 223 Kommunen aus dem gesamten Bundesgebiet ausgewertet hat. 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