{"id":9151,"date":"2026-03-09T12:03:34","date_gmt":"2026-03-09T10:03:34","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9151"},"modified":"2026-03-09T12:03:34","modified_gmt":"2026-03-09T10:03:34","slug":"superwahljahr-startet-mit-zaesur-im-sueden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/superwahljahr-startet-mit-zaesur-im-sueden\/","title":{"rendered":"Superwahljahr startet mit Z\u00e4sur im S\u00fcden"},"content":{"rendered":"\n<p>Der Wahlsonntag hat im S\u00fcden der Republik die politischen Gewichte verschoben \u2014 wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise. In Stuttgart schaffte Cem \u00d6zdemir, was bis vor wenigen Wochen kaum jemand f\u00fcr m\u00f6glich gehalten hatte. Die Gr\u00fcnen lagen am Ende rund 27.000 Stimmen vor der CDU \u2014 bei mehr als 5,4 Millionen abgegebenen Stimmen ein denkbar knapper Vorsprung. Die Gr\u00fcnen kamen auf 30,2 Prozent, die CDU mit Manuel Hagel auf 29,7 Prozent. Die AfD wurde mit 18,8 Prozent drittst\u00e4rkste Kraft, die SPD hielt sich knapp mit 5,5 Prozent \u00fcber der F\u00fcnfprozenth\u00fcrde. FDP und Linke scheiterten mit je 4,4 Prozent. Der Schl\u00fcssel zu \u00d6zdemirs Sieg war seine konsequente Personenstrategie. Laut Forschungsgruppe Wahlen stimmten 55 Prozent der Befragten zu, die Gr\u00fcnen im S\u00fcdwesten st\u00fcnden f\u00fcr eine andere Politik als im Bund. \u00d6zdemir wurde zudem als sympathischer, glaubw\u00fcrdiger und kompetenter eingesch\u00e4tzt als Hagel. Hagels Wahlkampf wurde durch zwei Videos belastet \u2014 eines mit einem Kommentar \u00fcber die \u201erehbraunen Augen&#8220; einer Sch\u00fclerin, ein zweites mit einem forschen Auftritt gegen\u00fcber einer Lehrerin. Beide Parteien verf\u00fcgen im neuen Landtag \u00fcber je 56 Sitze. Eine Mehrheit ohne den jeweils anderen ist nicht darstellbar. \u00d6zdemir sprach von einer \u201ePartnerschaft auf Augenh\u00f6he&#8220;, eine Fortsetzung der gr\u00fcn-schwarzen Koalition unter seiner F\u00fchrung gilt als wahrscheinlichstes Szenario. &nbsp;F\u00fcr die FDP endete der Abend mit dem R\u00fccktrittsank\u00fcndigung des Landeschefs R\u00fclke. Die Partei d\u00fcrfte damit erstmals seit mehr als 70 Jahren nicht mehr im Stuttgarter Landtag vertreten sein. SPD-Spitzenkandidat Stoch k\u00fcndigte ebenfalls seinen R\u00fcckzug an. In Bayern verliefen die Kommunalwahlen ohne gro\u00dfe \u00dcberraschungen \u2014 mit einer Ausnahme. M\u00fcnchens Oberb\u00fcrgermeister Dieter Reiter kam nach deutlichen Verlusten nur auf 35,6 Prozent. Vor sechs Jahren hatte er im ersten Wahlgang noch 47,9 Prozent geholt. Ihm auf den Fersen: Dominik Krause von den Gr\u00fcnen mit 29,5 Prozent. Reiter, zuletzt wegen nicht genehmigter FC-Bayern-Zahlungen und der Verwendung eines rassistischen Begriffs in einer Stadtratssitzung unter Druck, r\u00e4umte \u201eein, zwei Fehler&#8220; ein. Auch in N\u00fcrnberg und Augsburg fiel im ersten Wahlgang keine Entscheidung. Die Stichwahlen folgen am 22. M\u00e4rz. Bundespolitisch setzt das Stuttgarter Ergebnis die Koalition in Berlin unter Druck. Der rheinland-pf\u00e4lzische Ministerpr\u00e4sident Alexander Schweitzer sieht im Ergebnis dennoch eine Ermutigung: Es zeige, dass es am Ende auf die Person an der Spitze ankomme \u2014 ein Mechanismus, der in zwei Wochen auch in Rheinland-Pfalz wirken werde. Dort steht Schweitzer selbst zur Wahl. F\u00fcr die SPD bleibt der Abend trotzdem ein Signal: Nach dem Stuttgarter Debakel wird Rheinland-Pfalz zur n\u00e4chsten Bew\u00e4hrungsprobe f\u00fcr eine Partei, die bundesweit nach ihrer Rolle sucht. (DEKOM, 09.03.2026) <a href=\"https:\/\/www.landtagswahl-bw.de\/ergebnisse-2026\">Ergebnisse Landtagswahl BW hier\u2026<\/a>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <a href=\"https:\/\/kommunalwahl2026.bayern.de\/\">Ergebnisse Kommunalwahl Bayern hier\u2026<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Wahlsonntag hat im S\u00fcden der Republik die politischen Gewichte verschoben \u2014 wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise. In Stuttgart schaffte Cem \u00d6zdemir, was bis vor wenigen Wochen kaum jemand f\u00fcr m\u00f6glich gehalten hatte. 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