{"id":9228,"date":"2026-03-23T15:58:16","date_gmt":"2026-03-23T13:58:16","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9228"},"modified":"2026-03-23T15:58:16","modified_gmt":"2026-03-23T13:58:16","slug":"studie-zur-pflegearmut-hunderttausende-erhalten-zustehende-hilfe-nicht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/studie-zur-pflegearmut-hunderttausende-erhalten-zustehende-hilfe-nicht\/","title":{"rendered":"Studie zur Pflegearmut: Hunderttausende erhalten zustehende Hilfe nicht"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Gro\u00dfteil der pflegebed\u00fcrftigen Menschen in Deutschland, die in den eigenen vier W\u00e4nden versorgt werden und unter der Armutsgrenze leben, nimmt gesetzlich zustehende finanzielle Unterst\u00fctzung nicht in Anspruch. Eine aktuelle Studie des Rechtswissenschaftlers Prof. Dr. Klie im Auftrag des Parit\u00e4tischen Gesamtverbandes beleuchtet das Ausma\u00df dieser \u201everdeckten Pflegearmut\u201c. Demnach erhalten bundesweit etwa 300.000 Betroffene keine \u201eHilfe zur Pflege\u201c, obwohl sie einen rechtlichen Anspruch darauf h\u00e4tten. Von den rund 4,9 Millionen Menschen, die in Deutschland zu Hause gepflegt werden, haben sch\u00e4tzungsweise 390.000 Anspruch auf die Sozialleistung \u201eHilfe zur Pflege\u201c. Diese greift immer dann, wenn das eigene Einkommen und Verm\u00f6gen zusammen mit den Leistungen der Pflegeversicherung nicht ausreichen, um den notwendigen Bedarf zu decken. Die Studienergebnisse sind jedoch alarmierend: Lediglich 76.000 Betroffene beziehen diese Hilfe tats\u00e4chlich. Das bedeutet, dass im Durchschnitt nur jeder f\u00fcnfte Anspruchsberechtigte die ihm zustehende Unterst\u00fctzung erh\u00e4lt. Als Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr diese eklatante L\u00fccke nennt der Parit\u00e4tische Gesamtverband eine Kombination aus Unwissenheit \u00fcber die rechtliche Lage, Schamgef\u00fchle der Betroffenen sowie eine mangelhafte Beratung. Zudem f\u00fchren unterschiedliche Verwaltungspraktiken in den zust\u00e4ndigen Sozial\u00e4mtern dazu, dass der Zugang zu den Leistungen erschwert wird. Die Untersuchung offenbart zudem gravierende regionale Unterschiede bei der Inanspruchnahme der Hilfe. W\u00e4hrend in Hamburg immerhin mehr als jeder dritte Berechtigte die Leistung erh\u00e4lt, ist es in Sachsen-Anhalt nur jeder f\u00fcnfte. Besonders kritisch stellt sich die Situation im Saarland dar, wo lediglich jede zehnte pflegebed\u00fcrftige Person mit Anspruch auch tats\u00e4chlich unterst\u00fctzt wird. Dr. Joachim Rock, Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Parit\u00e4tischen Gesamtverbandes, kritisierte diese Ungleichheit scharf: Es d\u00fcrfe nicht von der Postleitzahl abh\u00e4ngen, wie gut Menschen im Pflegefall unterst\u00fctzt werden. Angesichts dieser Zahlen fordert der Verband eine fl\u00e4chendeckende und konsequente Umsetzung der gesetzlichen Anspr\u00fcche. Um die Pflegearmut langfristig und systematisch zu bek\u00e4mpfen, spricht sich der Parit\u00e4tische Gesamtverband zudem f\u00fcr einen grundlegenden Systemwechsel aus: Eine solidarische Pflegevollversicherung soll k\u00fcnftig sowohl im ambulanten als auch im station\u00e4ren Bereich alle pflegebedingten Kosten abdecken. Nur so k\u00f6nne die Versorgungssicherheit unabh\u00e4ngig vom Einkommen oder Wohnort garantiert und das Pflegesystem aus der aktuellen Krise gef\u00fchrt werden. (DEKOM\/Der Parit\u00e4tische, 23.03.2026) <a href=\"https:\/\/www.der-paritaetische.de\/alle-meldungen\/neue-studie-hunderttausende-von-verdeckter-pflegearmut-betroffen\/\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Gro\u00dfteil der pflegebed\u00fcrftigen Menschen in Deutschland, die in den eigenen vier W\u00e4nden versorgt werden und unter der Armutsgrenze leben, nimmt gesetzlich zustehende finanzielle Unterst\u00fctzung nicht in Anspruch. 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