{"id":9259,"date":"2026-04-13T13:59:35","date_gmt":"2026-04-13T11:59:35","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9259"},"modified":"2026-04-13T13:59:35","modified_gmt":"2026-04-13T11:59:35","slug":"kritische-infrastruktur-bdew-fordert-ueberpruefung-von-transparenzpflichten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/kritische-infrastruktur-bdew-fordert-ueberpruefung-von-transparenzpflichten\/","title":{"rendered":"Kritische Infrastruktur: BDEW fordert \u00dcberpr\u00fcfung von Transparenzpflichten"},"content":{"rendered":"\n<p>Gesetzliche Pflichten zur Ver\u00f6ffentlichung von Infrastrukturdaten k\u00f6nnen unter ver\u00e4nderten Bedrohungsbedingungen ungewollt zum Sicherheitsrisiko werden. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert deshalb eine grundlegende Neubewertung bestehender Transparenzanforderungen f\u00fcr Strom- und Gasnetzbetreiber. Konkret geht es darum, dass Rechtsvorschriften Netzbetreiber dazu verpflichten, Informationen \u00fcber ihre Infrastruktur \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich zu machen. Was urspr\u00fcnglich dem Ziel der Markttransparenz diente, birgt unter den Bedingungen hybrider Bedrohungen erhebliche Risiken: \u00d6ffentlich einsehbare Lagepl\u00e4ne, Kapazit\u00e4tskarten und Netzentwicklungsdaten lassen sich gezielt f\u00fcr Angriffe auf die Versorgungsinfrastruktur nutzen. Versch\u00e4rft wird dieses Problem durch technologische Entwicklungen. Digitale Kartendienste und KI-gest\u00fctzte Auswertungstools erm\u00f6glichen heute eine systematische Erschlie\u00dfung solcher Daten in einer Geschwindigkeit und Pr\u00e4zision, die vor wenigen Jahren noch nicht m\u00f6glich war. Was fr\u00fcher zeitaufwendige Recherche erforderte, ist heute weitgehend automatisiert auswertbar. Der BDEW benennt konkrete Regelungsbereiche, bei denen \u00dcberpr\u00fcfungsbedarf besteht: Infrastrukturatlas, Kapazit\u00e4tskarten, Netzentwicklungspl\u00e4ne sowie Informationszugangsrechte und Vergabeverfahren. BDEW-Hauptgesch\u00e4ftsf\u00fchrerin Kerstin Andreae betont, dass es nicht um einen R\u00fcckzug von Transparenz gehe, sondern um deren verantwortungsvolle Ausgestaltung: Offenlegungspflichten d\u00fcrften nicht dazu f\u00fchren, dass Angreifer systematisch verwertbare Informationen \u00fcber sicherheitskritische Anlagen gewinnen k\u00f6nnen. F\u00fcr kommunale Unternehmen hat das Thema unmittelbare Relevanz. Stadtwerke und kommunale Netzbetreiber unterliegen denselben gesetzlichen Pflichten wie gro\u00dfe Fernleitungs- und \u00dcbertragungsnetzbetreiber. Die Frage, welche Infrastrukturinformationen wie und an wen weitergegeben werden m\u00fcssen, stellt sich damit auch auf der lokalen Ebene. Der Vorsto\u00df des BDEW erg\u00e4nzt das seit M\u00e4rz 2026 in Kraft getretene KRITIS-Dachgesetz, das erstmals ressort\u00fcbergreifende Mindeststandards f\u00fcr den Schutz kritischer Infrastrukturen gesetzlich verankert. W\u00e4hrend das KRITIS-Dachgesetz Schutzpflichten definiert, m\u00fcssen parallel auch die Pflichten zur Offenlegung sicherheitsrelevanter Informationen auf den Pr\u00fcfstand. (DEKOM\/BDEW, 10.04.2026) <a href=\"https:\/\/www.bdew.de\/presse\/schutz-kritischer-infrastrukturen-erfordert-umgehend-besseren-umgang-mit-sicherheitsrelevanten-informationen\/\">Ganze PM hier\u2026<\/a>\u00a0\u00a0 <a href=\"https:\/\/www.bdew.de\/media\/original_images\/2026\/04\/09\/bdew-vorschlage-zur-neubewertung-von-transparenzpflichten-9.pdf\">BDEW Papier hier\u2026<\/a><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gesetzliche Pflichten zur Ver\u00f6ffentlichung von Infrastrukturdaten k\u00f6nnen unter ver\u00e4nderten Bedrohungsbedingungen ungewollt zum Sicherheitsrisiko werden. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) fordert deshalb eine grundlegende Neubewertung bestehender Transparenzanforderungen f\u00fcr Strom- und Gasnetzbetreiber. Konkret geht es darum, dass Rechtsvorschriften Netzbetreiber dazu verpflichten, Informationen \u00fcber ihre Infrastruktur \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich zu machen. 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