{"id":9435,"date":"2026-07-06T11:22:21","date_gmt":"2026-07-06T09:22:21","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9435"},"modified":"2026-07-06T11:22:21","modified_gmt":"2026-07-06T09:22:21","slug":"waermeplanung-nach-der-frist-ist-vor-der-frist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/waermeplanung-nach-der-frist-ist-vor-der-frist\/","title":{"rendered":"W\u00e4rmeplanung: Nach der Frist ist vor der Frist"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem 30. Juni haben die gro\u00dfen St\u00e4dte ihre W\u00e4rmeplanung vorgelegt. Aus demselben Gesetz folgt f\u00fcr W\u00e4rmenetzbetreiber bereits die n\u00e4chste Frist. Jeder Betreiber eines W\u00e4rmenetzes muss bis zum 31. Dezember 2026 einen W\u00e4rmenetzausbau- und Dekarbonisierungsfahrplan vorlegen, so schreibt es Paragraf 32 des W\u00e4rmeplanungsgesetzes vor. Betroffen sind alle Netze \u00fcber einem Kilometer L\u00e4nge, die nicht bereits vollst\u00e4ndig aus erneuerbaren Energien oder unvermeidbarer Abw\u00e4rme gespeist werden. F\u00fcr die meisten Stadtwerke und Eigenbetriebe mit eigener Fernw\u00e4rme steht damit ein n\u00e4chster Schritt mit festem Datum an. Der Fahrplan ist ein verbindliches Planungsdokument. Anlage 3 des W\u00e4rmeplanungsgesetzes schreibt die Inhalte vor \u2014 eine Bestandsaufnahme des Netzes, einen Transformationspfad entlang der gesetzlichen Zwischenziele von 30 Prozent erneuerbarer W\u00e4rme bis 2030 und 80 Prozent bis 2040 sowie den Nachweis, wie das Netz bis 2045 klimaneutral wird. Der fertige Fahrplan geht an die nach Landesrecht zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde und wird auf der Internetseite des Betreibers ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Novelle vom 27. Mai 2026 hat die Frist allein f\u00fcr industrielle Prozessw\u00e4rmenetze auf Ende 2030 verschoben. F\u00fcr kommunale Fernw\u00e4rme bleibt es beim Jahresende 2026. Bis zum Fr\u00fchjahr 2026 lie\u00df sich die Pflicht \u00fcber eine F\u00f6rderung erf\u00fcllen. Wer einen Transformationsplan nach der Bundesf\u00f6rderung f\u00fcr effiziente W\u00e4rmenetze beantragte, deckte damit die Anforderung des Paragrafen 32 und erhielt die H\u00e4lfte der Erstellungskosten erstattet. Seit dem 1. April 2026 ist dieser Weg geschlossen. Das Bundesamt f\u00fcr Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle f\u00f6rdert Transformationspl\u00e4ne \u00fcber das Modul 1 der BEW nicht mehr, weil eine gesetzliche Pflicht nach dem Bundeshaushaltsrecht nicht zugleich Gegenstand einer F\u00f6rderung sein darf. Antr\u00e4ge mit Eingang bis zum 31. M\u00e4rz 2026 wurden noch bearbeitet. Wer diese Frist verstreichen lie\u00df, erstellt den Fahrplan ohne Zuschuss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach Paragraf 71j des Geb\u00e4udeenergiegesetzes darf ein Eigent\u00fcmer in einem ausgewiesenen W\u00e4rmenetzausbaugebiet eine \u00dcbergangsheizung einbauen und den Anschluss aufschieben, sofern der Netzbetreiber einen Fahrplan im Einklang mit der W\u00e4rmeplanung vorgelegt hat. Fehlt dieser Fahrplan, fehlt dem Eigent\u00fcmer diese Option.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Datengrundlage entscheidet \u00fcber die Qualit\u00e4t des Fahrplans. Geb\u00e4udescharfe Verbrauchswerte, eine aktuelle Netztopologie und eine Potenzialanalyse f\u00fcr Geothermie, Abw\u00e4rme oder Gro\u00dfw\u00e4rmepumpen bilden die Grundlage f\u00fcr einen tragf\u00e4higen Pfad. Genau hier setzt <a href=\"https:\/\/greenventory.de\/kommunen-stadte\/\">greenventory<\/a> an. Das Freiburger Unternehmen, ein Spin-off des Fraunhofer ISE und des KIT, f\u00fchrt die verstreuten Datenquellen eines Versorgungsgebiets in einem digitalen Abbild zusammen und hat nach eigenen Angaben bereits \u00fcber 500 Projekte umgesetzt. &nbsp;\u201eEine fundierte Datengrundlage ist der entscheidende Hebel f\u00fcr die Planungsqualit\u00e4t. Nur durch eine pr\u00e4zise Abbildung der Ist-Situation und die Einbindung vielf\u00e4ltiger Datenquellen lassen sich W\u00e4rmenetze und ihre Dekarbonisierung zukunftsorientiert planen. M\u00f6gliche Datenl\u00fccken schlie\u00dfen wir effizient durch fundierte Annahmen auf Basis unserer Projekterfahrung und anerkannter Fachliteratur. So entsteht auch bei komplexer Datenlage ein belastbarer Fahrplan\u201c, betont Hendrik Wulfert, Projektingenieur W\u00e4rmewende bei greenventory.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus dieser Grundlage entsteht der Transformationspfad, den der Fahrplan verlangt. Die Elektrifizierung der W\u00e4rmeversorgung erh\u00f6ht zugleich den Strombedarf und verbindet die W\u00e4rmeplanung mit der Planung der Stromnetze. \u201eIdealerweise wird bereits die W\u00e4rmeplanung breiter gedacht und es wird die Transformation der Strom- und Gasnetze mitbetrachtet. Eine solche sektor\u00fcbergreifende Energieleitplanung erm\u00f6glicht beispielsweise den potenziellen Aufbau eines W\u00e4rmenetzes im System mit den anderen Netzsparten zu betrachten und dar\u00fcber zu wirtschaftlich optimierten und gesellschaftlich akzeptierten Varianten f\u00fcr eine klimaneutrale W\u00e4rmeversorgung zu kommen\u201c, so Dr.-Ing. Sven Killinger, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer und Mitgr\u00fcnder von greenventory. (DEKOM, 06.07.2026) <a href=\"https:\/\/www.kww-halle.de\/service\/magazin\/warten-oder-starten-die-novellierung-des-waermeplanungsgesetzes-2026\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mit dem 30. 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