{"id":9463,"date":"2026-08-17T10:50:26","date_gmt":"2026-08-17T08:50:26","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9463"},"modified":"2026-08-17T10:50:26","modified_gmt":"2026-08-17T08:50:26","slug":"jeder-kubikmeter-zaehlt-wassernetze-zwischen-hitzesommer-und-neuer-trinkwv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/jeder-kubikmeter-zaehlt-wassernetze-zwischen-hitzesommer-und-neuer-trinkwv\/","title":{"rendered":"Jeder Kubikmeter z\u00e4hlt \u2013 Wassernetze zwischen Hitzesommer und neuer TrinkwV"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Sommer setzt die Trinkwasserversorgung vielerorts unter Druck. In mehreren Regionen haben Versorger ihre Kunden bereits zum Wassersparen aufgerufen, weil an hei\u00dfen Tagen zu viel Wasser gleichzeitig angefordert wird und die Netze an ihre Leistungsgrenze kommen. Der Verband kommunaler Unternehmen best\u00e4tigt punktuell erh\u00f6hte Belastungen, wenn viele Menschen zeitgleich viel Wasser verbrauchen; es gehe weniger um grunds\u00e4tzliche Knappheit als um Situationen, in denen die Systeme kurzfristig an Kapazit\u00e4tsgrenzen sto\u00dfen. Umso schwerer wiegt in solchen Phasen jeder Kubikmeter, der durch Leckagen im Netz verloren geht. Zugleich stellt die novellierte Trinkwasserverordnung neue Anforderungen an den Netzbetrieb. Vor diesem Hintergrund stellt sich f\u00fcr Stadtwerke und Zweckverb\u00e4nde die Frage, wie sich gewachsene Verteilnetze mit vertretbarem Aufwand digital ert\u00fcchtigen lassen. Die Partner <a href=\"https:\/\/ebero-fab.com\/\">EBERO FAB<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.3s-antriebe.de\/\">3S Antriebe<\/a> beschreiben das intelligente Wasserverteilnetz, oft \u201eSmart Water Grid&#8220; genannt, anhand von vier eng miteinander verzahnten Komponenten. Am Anfang steht ein fl\u00e4chendeckendes Online-Monitoring, das Druck und Durchfluss, erg\u00e4nzend auch Tr\u00fcbung und Temperatur regelm\u00e4\u00dfig erhebt und um Verbrauchsdaten der Kunden erg\u00e4nzt. Diese Daten kalibrieren permanent das hydraulische Modell des Netzes und machen es zum digitalen Zwilling, in dem sich jedes Ereignis und jede Ma\u00dfnahme simulieren l\u00e4sst. Auf dieser Grundlage berechnen Algorithmen Empfehlungen f\u00fcr einen optimierten Betrieb. Umgesetzt werden die ermittelten Fahrweisen durch ferngesteuerte Armaturen im Netz. Alle vier Komponenten sind nach Angaben der Partner verf\u00fcgbar und lassen sich nachr\u00fcsten. F\u00fcr den digitalen Zwilling gen\u00fcgten Importe aus dem vorhandenen hydraulischen Modell oder den GIS-Daten in die Plattform des Partners Qatium. Zur Kalibrierung w\u00fcrden, sofern nicht vorhanden, an geeigneten Stellen einige Druck- und Durchflussmessungen eingebunden. Liegen zus\u00e4tzlich Verbrauchsdaten vor, etwa als CSV-Dateien oder \u00fcber Smart Meter, steht die digitale Replika des Netzes allen Mitarbeitenden zur Verf\u00fcgung, die im Netz arbeiten. Absperrungen und ihre Auswirkungen lassen sich vorab testen, ebenso eine m\u00f6gliche Druckabsenkung unter Ber\u00fccksichtigung der L\u00f6schwasserversorgung und von Bedarfsschwankungen. Das System alarmiert bei unerwarteten Ereignissen wie einem Druckabfall nach Rohrbruch und unterst\u00fctzt Sp\u00fclma\u00dfnahmen zur Wasserqualit\u00e4t. Deutlich wird der Nutzen bei den Wasserverlusten. Mit mindestens einer Durchflussmessung lasse sich jede Nacht der Nullverbrauch dokumentieren; da der Verbrauch bekannt sei, erg\u00e4ben sich die Verluste als Differenz. Werden Verluste festgestellt, erm\u00f6glichen ferngesteuerte Armaturen ein Step-Testing, mit dem sich eine Leckage einer Sub-Zone zuordnen l\u00e4sst. K\u00fcnftig soll ein Algorithmus auf Basis von Druckmessungen die wahrscheinlichste Position einer Leckage bestimmen, sodass die Detailortung und Reparatur am n\u00e4chsten Morgen gezielt erfolgen k\u00f6nnen. Leckagen lie\u00dfen sich so deutlich fr\u00fcher und mit geringerem Aufwand beheben. Ein wesentlicher Kostenfaktor entf\u00e4llt bei der Nachr\u00fcstung der Armaturen. Die batteriebetriebenen Stellantriebe von 3S ben\u00f6tigen weder Kabelinfrastruktur noch Schachtbauwerke und lassen sich auf Bestandsarmaturen ohne Versorgungsunterbrechung installieren \u2013 auch schwer erreichbare Armaturen k\u00f6nnen so ohne Eingriffe in die Infrastruktur automatisiert werden. Im Einsatz ist die Technik unter anderem in Gelsenkirchen, Bottrop und Berlin. Wer die Wasserversorgung in Eigenregie oder \u00fcber Stadtwerke betreibt und bereits \u00fcber ein hydraulisches Modell oder gepflegte GIS-Daten verf\u00fcgt, kann mit \u00fcberschaubarem Aufwand beginnen und das System Schritt f\u00fcr Schritt um Messungen, Algorithmen und Automatisierung erweitern. Neben geringeren Wasserverlusten stehen dabei Resilienz, der Schutz der kritischen Versorgungsinfrastruktur sowie Energie- und CO2-Einsparungen im Ergebnis. (DEKOM, 17.08.2026) <a href=\"https:\/\/www.3s-antriebe.de\/ueber-uns\/\">Ganzer Artikel hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Sommer setzt die Trinkwasserversorgung vielerorts unter Druck. In mehreren Regionen haben Versorger ihre Kunden bereits zum Wassersparen aufgerufen, weil an hei\u00dfen Tagen zu viel Wasser gleichzeitig angefordert wird und die Netze an ihre Leistungsgrenze kommen. 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