{"id":9481,"date":"2026-09-01T10:23:12","date_gmt":"2026-09-01T08:23:12","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9481"},"modified":"2026-09-01T10:23:12","modified_gmt":"2026-09-01T08:23:12","slug":"langsamer-anstieg-des-frauenanteils-in-deutschen-parlamenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/langsamer-anstieg-des-frauenanteils-in-deutschen-parlamenten\/","title":{"rendered":"Langsamer Anstieg des Frauenanteils in deutschen Parlamenten"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Drittel der Sitze in deutschen Parlamenten wird von Frauen gehalten, und dieser Wert bewegt sich seit fast zwei Jahrzehnten nur in Zehntelschritten. Eine aktuelle Auswertung des Statistischen Bundesamts zum 1. September 2026 best\u00e4tigt das Bild. In den Landesparlamenten liegt der Anteil weiblicher Abgeordneter im Bundesschnitt bei 33,4 Prozent, ein leichtes Plus von 0,2 Prozentpunkten gegen\u00fcber dem Vorjahr. Die Landtagswahl in Baden-W\u00fcrttemberg im M\u00e4rz 2026 hat diesen Anstieg beg\u00fcnstigt, w\u00e4hrend der Frauenanteil im rheinland-pf\u00e4lzischen Landtag nach der dortigen Wahl im selben Monat leicht gesunken ist. 2008, als die Werte erstmals im Gleichstellungsatlas erschienen, lag der Anteil bei 32,3 Prozent. Zwischen den Bundesl\u00e4ndern liegen die Werte weit auseinander. Am niedrigsten f\u00e4llt der Anteil im Bayerischen Landtag mit 24,6 Prozent aus, vor Sachsen mit 27,5 Prozent und Sachsen-Anhalt mit 27,8 Prozent. Am ausgeglichensten ist das Verh\u00e4ltnis in Hamburg mit 48,8 Prozent, gefolgt von Bremen mit 42,5 Prozent sowie Schleswig-Holstein und Berlin mit jeweils 37,7 Prozent. Im Bundestag liegt der Frauenanteil bei 32,4 Prozent und damit 2,4 Prozentpunkte unter dem Wert der vergangenen Wahl. Am geringsten f\u00e4llt die Repr\u00e4sentanz auf der kommunalen Ebene aus. In den Kreistagen der Landkreise sowie in den Stadtr\u00e4ten der Stadtkreise und kreisfreien St\u00e4dte lag er im Durchschnitt bei 30,7 Prozent, ein Zuwachs von 0,5 Prozentpunkten gegen\u00fcber dem Vorjahr. L\u00e4ngerfristig ist die Entwicklung hier deutlicher als auf Landesebene, 2008 waren 25,6 Prozent der Abgeordneten in kommunalen Vertretungen weiblich. Die kommunale Ebene liegt damit zwar am unteren Ende, hat den Abstand zu Bund und L\u00e4ndern \u00fcber die Jahre aber verkleinert. F\u00fcr Kommunalpolitiker und kommunale Entscheider ist das mehr als eine Randnotiz, weil Kreistage und Stadtr\u00e4te f\u00fcr viele der erste Schritt in ein politisches Mandat sind und damit die Basis bilden, aus der sich Landes- und Bundestagslisten speisen. Hinzu kommt, dass Mandate auf dieser Ebene ehrenamtlich ausge\u00fcbt werden und Sitzungstermine am Abend liegen, was die Vereinbarkeit mit Beruf und Familie erschwert, ein Faktor, der bei der Kandidatensuche in vielen Parteien und W\u00e4hlervereinigungen l\u00e4ngst diskutiert wird. Wie stark sich das \u00e4ndert, h\u00e4ngt auch von der Listenaufstellung vor Ort ab. Einige Parteien setzen bereits auf parit\u00e4tisch besetzte Listen oder gezielte Mentoring-Programme f\u00fcr Kandidatinnen. Ein gesetzlich verankertes Parit\u00e4tsgebot, wie es in einzelnen Landtagswahlgesetzen diskutiert wurde, existiert f\u00fcr die kommunale Ebene bundesweit nicht. Verfassungsgerichte in Brandenburg und Th\u00fcringen hatten entsprechende Regelungen f\u00fcr die Landesebene in der Vergangenheit ohnehin gekippt. (DEKOM\/DESTATIS, 01.09.2026) <a href=\"https:\/\/www.destatis.de\/DE\/Presse\/Pressemitteilungen\/Zahl-der-Woche\/2026\/PD26_36_p002.html\">Ganze PM hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Drittel der Sitze in deutschen Parlamenten wird von Frauen gehalten, und dieser Wert bewegt sich seit fast zwei Jahrzehnten nur in Zehntelschritten. Eine aktuelle Auswertung des Statistischen Bundesamts zum 1. September 2026 best\u00e4tigt das Bild. 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