{"id":9516,"date":"2026-09-22T11:28:40","date_gmt":"2026-09-22T09:28:40","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9516"},"modified":"2026-09-22T11:28:40","modified_gmt":"2026-09-22T09:28:40","slug":"arbeitgeber-und-gewerkschaften-fordern-verbindliche-bildungsziele-und-hoehere-investitionen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/arbeitgeber-und-gewerkschaften-fordern-verbindliche-bildungsziele-und-hoehere-investitionen\/","title":{"rendered":"Arbeitgeber und Gewerkschaften fordern verbindliche Bildungsziele und h\u00f6here Investitionen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb\u00e4nde und der Deutsche Gewerkschaftsbund haben am 22. September 2026 in Berlin ein gemeinsames Impulspapier vorgelegt. Darin verlangen die Sozialpartner, bis 2035 die Zahl junger Menschen ohne Basiskompetenzen, Schul- oder Berufsabschluss deutlich zu senken. Die Forderungen reichen vom beschleunigten Ausbau der Kindertagesbetreuung \u00fcber einen Qualit\u00e4tsrahmen f\u00fcr den Ganztag bis zur verbindlichen Vermittlung von KI-Kompetenzen entlang der gesamten Bildungskette. F\u00fcr St\u00e4dte und Gemeinden als Schultr\u00e4ger und Kita-Betreiber hat das Papier unmittelbare Relevanz. Die gemeinsame Bildungskonferenz von Arbeitgebern und Gewerkschaften baut auf einer Stellungnahme aus dem Jahr 2024 auf. Schon damals hatten BDA und DGB eine Bildungsoffensive mit messbaren Zielen und klarer Aufgabenverteilung zwischen Bund, L\u00e4ndern und der kommunalen Ebene gefordert. Dass beide Seiten ihre Forderungen zwei Jahre sp\u00e4ter unver\u00e4ndert erneuern, l\u00e4sst sich als Signal verstehen, wie wenig sich aus Sicht der Sozialpartner bewegt hat. Im Zentrum des Impulspapiers steht ein Bekenntnis zur allgemeinen Schulpflicht. BDA und DGB begr\u00fc\u00dfen den j\u00fcngsten Bundesratsbeschluss zur Bekr\u00e4ftigung der Schulpflicht und betonen, Bildungseinrichtungen seien unverzichtbare Orte gemeinsamen Lernens und demokratischer Wertebildung. Wer an der Schulpflicht r\u00fcttele, wolle, dass Kinder aus diesem Erfahrungsraum herausfielen, hei\u00dft es in dem Papier. Beim Thema Finanzierung dringen die Sozialpartner auf eine langfristige Strategie mit bedarfsgerechter Ausstattung. Die von Bund und L\u00e4ndern vereinbarte \u201eRoadmap&#8220; f\u00fcr bessere Bildungsqualit\u00e4t m\u00fcsse weiter konkretisiert und mit verbindlichen Meilensteinen versehen werden. Die Bildungssteuerung solle datenbasiert arbeiten, Handlungsbedarfe fr\u00fchzeitig erkennen und Fortschritte transparent machen. Lehrkr\u00e4fte sollen dabei nicht nur Datenempf\u00e4nger sein, sondern die gewonnenen Erkenntnisse f\u00fcr die individuelle F\u00f6rderung nutzen k\u00f6nnen. F\u00fcr Schultr\u00e4ger und Jugendhilfetr\u00e4ger vor Ort besonders relevant sind die Passagen zur fr\u00fchkindlichen Bildung und zum Ganztag. Trotz regional r\u00fcckl\u00e4ufiger Geburtenzahlen bestehe insgesamt weiterhin ein hoher Bedarf an Kitapl\u00e4tzen, konstatiert das Papier. Familien, die bislang keine Kita-Angebote nutzten, m\u00fcssten gezielter erreicht, Zugangsh\u00fcrden abgebaut werden. Beim Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in Grundschulen fordern BDA und DGB einen gemeinsamen Qualit\u00e4tsrahmen, tragf\u00e4hige p\u00e4dagogische Konzepte und ausreichend Fachkr\u00e4fte. Ganztagsangebote lie\u00dfen sich gut mit kulturellen und sportlichen Bildungsangeboten verkn\u00fcpfen, auch erste Berufsbegegnungen seien dort sinnvoll integrierbar. Den Fachkr\u00e4ftemangel im Bildungssystem adressiert das Papier mit dem Ruf nach attraktiveren Arbeitsbedingungen, Entwicklungsperspektiven und einer l\u00e4ngerfristigen Personalstrategie. Multiprofessionelle Teams sollen als fester Bestandteil der Qualit\u00e4tsentwicklung ausgebaut werden. Gleichzeitig brauche es Entlastungsma\u00dfnahmen, damit p\u00e4dagogische Fachkr\u00e4fte mehr Zeit f\u00fcr die unmittelbare Arbeit mit Kindern und Jugendlichen h\u00e4tten. Breiten Raum nimmt die Digitalisierung ein. Der Digital Pakt 2.0 m\u00fcsse jetzt in den L\u00e4ndern z\u00fcgig umgesetzt werden, damit Schulen die notwendigen Mittel erhielten. KI-Kompetenzen sollen verbindlich in die Curricula aufgenommen werden. Die Sozialpartner betonen dabei, der KI-Einsatz m\u00fcsse immer an p\u00e4dagogischen Kriterien ausgerichtet bleiben und d\u00fcrfe echte Fach- und Lehrkr\u00e4fte nicht ersetzen. Auch die berufliche Orientierung und die beruflichen Schulen finden sich unter den zehn Forderungen. Jugendberufsagenturen sollen gest\u00e4rkt werden und junge Menschen ohne Anschlussperspektive aktiv begleiten. Berufliche Schulen br\u00e4uchten eine moderne Ausstattung und ausreichend qualifizierte Lehrkr\u00e4fte, um ihrer Rolle als Partner der dualen Ausbildung gerecht zu werden. F\u00fcr Verwaltungsspitzen und Ratsmitglieder lohnt sich der Blick in das Impulspapier vor allem dort, wo es um die Einbindung der kommunalen Ebene geht. Die Sozialpartner fordern ausdr\u00fccklich, St\u00e4dte und Gemeinden als \u201ezentrale Akteure und Tr\u00e4ger der lokalen Bildungslandschaft&#8220; eng in die Umsetzung einzubeziehen. Ob beim Kita-Ausbau, beim Ganztag oder bei der digitalen Infrastruktur an Schulen \u2014 die im Papier skizzierten Vorhaben landen am Ende auf den Schreibtischen der Fach\u00e4mter. (DEKOM, 22.09.2026) <a href=\"https:\/\/arbeitgeber.de\/impulspapier-bda-und-dgb-bildungskonferenz-2026\/\">Gemeinsame Erkl\u00e4rung von BDA und DGB hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverb\u00e4nde und der Deutsche Gewerkschaftsbund haben am 22. September 2026 in Berlin ein gemeinsames Impulspapier vorgelegt. Darin verlangen die Sozialpartner, bis 2035 die Zahl junger Menschen ohne Basiskompetenzen, Schul- oder Berufsabschluss deutlich zu senken. 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