{"id":9518,"date":"2026-09-22T11:29:29","date_gmt":"2026-09-22T09:29:29","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9518"},"modified":"2026-09-23T09:51:54","modified_gmt":"2026-09-23T07:51:54","slug":"papierfabrik-hainsberg-in-freital-dritte-insolvenz-seit-2017","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/papierfabrik-hainsberg-in-freital-dritte-insolvenz-seit-2017\/","title":{"rendered":"Papierfabrik Hainsberg in Freital \u2014 dritte Insolvenz seit 2017"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Februar 2026 musste die Papierfabrik Hainsberg zum dritten Mal nach 2017 und 2023 Insolvenz anmelden. Rund 85 Arbeitspl\u00e4tze h\u00e4ngen an einer Fortf\u00fchrung des 1838 gegr\u00fcndeten Betriebs, der bis zuletzt Recyclingpapiere f\u00fcr den Druck- und Verpackungsmarkt produzierte. Freitals Oberb\u00fcrgermeister Uwe Rumberg beschreibt die Lage als dramatisch \u2014 und die Papierfabrik als symptomatisch f\u00fcr einen ganzen Standort. \u201eDie aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen erf\u00fcllen mich mit gro\u00dfer Sorge und Betroffenheit \u2014 aber auch Wut&#8220;, sagt Rumberg. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Papierfabrik sei nicht der einzige Freitaler Betrieb in Schwierigkeiten. Das Ziegelwerk Eder habe geschlossen, das Glaswerk sei gerade noch von Investoren aus der Insolvenz gerettet worden, das Edelstahlwerk k\u00e4mpfe. Alle diese Unternehmen sicherten hunderte Arbeitspl\u00e4tze, auch bei Zulieferern und im Handwerk, und seien bedeutende Gewerbesteuerzahler. \u201eWenn diese Betriebe ins Wanken geraten oder gar schlie\u00dfen, hat das gravierende Folgen f\u00fcr die betroffenen Familien und f\u00fcr die Kaufkraft vor Ort&#8220;, so der Oberb\u00fcrgermeister. Auf die Frage, welche M\u00f6glichkeiten einer Stadt in dieser Lage bleiben, antwortet Rumberg n\u00fcchtern: \u201eLetztlich kaum welche.&#8220; Man k\u00f6nne Gespr\u00e4che f\u00fchren, zwischen Partnern vernetzen und versuchen, an den Rahmenbedingungen etwas zu \u00e4ndern. Beihilferechtliche Grenzen setzten dem kommunalen Handeln enge Grenzen. Die Ursachen der Krise verortet Rumberg jenseits des kommunalen Einflussbereichs. Energieintensive Industriebetriebe litten seit Jahren unter im internationalen Vergleich extrem hohen Strom- und Gaspreisen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu k\u00e4men wachsende B\u00fcrokratie und langwierige Genehmigungsverfahren. \u201eW\u00e4hrend andere Wirtschaftsregionen mit gezielten Programmen und Investitionsanreizen arbeiten, geraten unsere Betriebe zunehmend ins Hintertreffen&#8220;, kritisiert er. Es d\u00fcrfe nicht sein, dass mittelst\u00e4ndisch gepr\u00e4gte Industriestandorte \u201edie Zeche f\u00fcr eine Politik zahlen, die hohe Transformationsziele formuliert, aber die \u00f6konomische Realit\u00e4t vieler Betriebe aus dem Blick verliert&#8220;. Klimaschutz und Nachhaltigkeit seien wichtige Ziele und im Vergleich zu 1989 in Sachsen bereits deutlich vorangekommen \u2014 sie m\u00fcssten aber wirtschaftlich tragf\u00e4hig und sozial ausgewogen gestaltet werden. F\u00fcr das Areal der Papierfabrik gebe es erste Interessenten und Fortf\u00fchrungsszenarien, berichtet Rumberg. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als Stadt habe man vor allem das Interesse, dass das Gel\u00e4nde nicht verfalle und wieder einer wirtschaftlichen Nutzung zugef\u00fchrt werde. Der kommunale Einflussrahmen sei allerdings gering; entscheiden k\u00f6nne man vor allem dort, wo st\u00e4dtebauliche oder infrastrukturelle Belange ber\u00fchrt w\u00fcrden. Bundesweit r\u00fccken ehemalige Industriestandorte mit gewachsener Energieinfrastruktur derzeit in den Blick von Projektentwicklern \u2014 etwa f\u00fcr Batteriespeicher im Utility-Scale-Bereich. Seit der Privilegierung solcher Anlagen durch \u00a7 35 Abs. 1 Nr. 11 und 12 BauGB Ende 2025 und der Gewerbesteuer-Zuordnung, die 90 Prozent des Aufkommens in der Standortgemeinde bel\u00e4sst, werden Fl\u00e4chen mit vorhandenem Netzanschluss und geeigneter Fl\u00e4chenkulisse systematisch gesucht. Rumberg zeigt sich gegen\u00fcber solchen Optionen zur\u00fcckhaltend. Bisher l\u00e4gen keine Anfragen vor, man sei f\u00fcr Gespr\u00e4che aber prinzipiell offen. \u201eDas muss grunds\u00e4tzlich die Privatwirtschaft regeln&#8220;, betont er. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seinen Appell richtet der Oberb\u00fcrgermeister an Freistaat, Bund und EU: Es brauche wettbewerbsf\u00e4hige Energiepreise, konsequenten B\u00fcrokratieabbau, schnellere Genehmigungsverfahren und steuerliche Entlastungen. \u201eWer industrielle Wertsch\u00f6pfung in Deutschland erhalten will, muss die Standortbedingungen sp\u00fcrbar verbessern&#8220;, fordert Rumberg. Es solle und m\u00fcsse auch k\u00fcnftig noch Produkte \u201eMade in Freital&#8220; geben. \u00a0(DEKOM, 22.09.2026) <a href=\"https:\/\/www.freital.de\/Wirtschaft\/Standortinformationen\/Branchenschwerpunkte\/?utm_source=gemini\">Mehr Infos zum Standort Freital hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Februar 2026 musste die Papierfabrik Hainsberg zum dritten Mal nach 2017 und 2023 Insolvenz anmelden. Rund 85 Arbeitspl\u00e4tze h\u00e4ngen an einer Fortf\u00fchrung des 1838 gegr\u00fcndeten Betriebs, der bis zuletzt Recyclingpapiere f\u00fcr den Druck- und Verpackungsmarkt produzierte. 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