{"id":9526,"date":"2026-09-22T11:32:55","date_gmt":"2026-09-22T09:32:55","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9526"},"modified":"2026-09-23T09:53:50","modified_gmt":"2026-09-23T07:53:50","slug":"wasserverluste-im-netzbetrieb-werden-zur-berichtspflichtigen-groesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/wasserverluste-im-netzbetrieb-werden-zur-berichtspflichtigen-groesse\/","title":{"rendered":"Wasserverluste im Netzbetrieb werden zur berichtspflichtigen Gr\u00f6\u00dfe"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einer der trockensten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen geht zu Ende. Dutzende Kommunen haben Entnahmeverbote erlassen und die Bev\u00f6lkerung zum Wassersparen aufgerufen. Doch auch bei den Versorgern selbst steckt erhebliches Einsparpotenzial im laufenden Betrieb. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Beispiel ist der Austausch von Armaturen und Hausanschl\u00fcssen im Trinkwassernetz. Nach dem herk\u00f6mmlichen Verfahren wird daf\u00fcr die Hauptleitung abgesperrt und der betroffene Abschnitt geleert. Die angeschlossenen Haushalte sind in dieser Zeit ohne Wasser. Nach dem Einbau der neuen Armatur wird die Leitung gesp\u00fclt, bis die Wasserqualit\u00e4t wieder stimmt. Erst dann geht sie zur\u00fcck in den Normalbetrieb. Der gesamte Vorgang dauert vier bis f\u00fcnf Stunden, findet h\u00e4ufig nachts statt, um die Versorgungsunterbrechung tags\u00fcber zu vermeiden, und kostet neben dem Personal auch das abgelassene Wasser \u2014 vollst\u00e4ndig aufbereitet, aber unwiederbringlich verloren. Pro Vorgang gehen nach Branchenangaben mehrere tausend Liter Trinkwasser auf diese Weise verloren. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die <a href=\"https:\/\/www.armex.de\/\">ArmEx Solutions GmbH<\/a> aus Norderstedt hat ein patentiertes Werkzeug entwickelt, das diesen Aufwand weitgehend beseitigt. Der sogenannte Armaturenwechsler tauscht die Armatur unter vollem Betriebsdruck, ohne dass die Leitung abgesperrt oder geleert werden muss. Der Wechsel selbst dauert Sekunden, eine Sp\u00fclung danach entf\u00e4llt. Die angeschlossenen Haushalte merken nichts, weil die Versorgung durchgehend stabil bleibt. Nach Angaben des Herstellers bleiben so je Vorgang bis zu 10.000 Liter aufbereitetes Trinkwasser im Netz. Die Hamburger Wasserwerke arbeiten seit mehreren Jahren mit dem Verfahren. Das Ger\u00e4t ist mit Armaturen g\u00e4ngiger Hersteller kompatibel und funktioniert auf den \u00fcblichen Rohrmaterialien. Das Verfahren spart auch Zeit. Statt f\u00fcnf Stunden Einsatz mit Nachtschicht und Anliegerinformation ist die Arbeit in Minuten erledigt und die Baugrube am selben Tag geschlossen. Das ist besonders dort sp\u00fcrbar, wo die Netze altern und die Zahl der Reparaturen steigt, w\u00e4hrend Fachpersonal fehlt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Netzerneuerungsrate liegt in vielen Kommunen unter einem Prozent im Jahr \u2014 unter dem, was der DVGW f\u00fcr die Substanzerhaltung empfiehlt. Die Leitungen bleiben also l\u00e4nger im Betrieb, und der Instandhaltungsbedarf w\u00e4chst. Das verlorene Wasser hat auch einen CO\u2082-Fu\u00dfabdruck. Trinkwasser wird gewonnen, aufbereitet und \u00fcber das Netz verteilt \u2014 jeder dieser Schritte verbraucht Energie. Nach Branchendaten liegt der Energieeinsatz in der deutschen Wasserversorgung bei rund 0,5 Kilowattstunden pro Kubikmeter. Wer bei einem einzigen Armaturenwechsel bis zu 10.000 Liter im Netz h\u00e4lt, spart also auch die Energie, die f\u00fcr Gewinnung, Aufbereitung und Transport dieses Wassers eingesetzt wurde. \u00dcber die Gesamtzahl der j\u00e4hrlich anfallenden Armaturen- und Hausanschlusswechsel summiert sich der Effekt. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Hinzu kommt ab 2028 ein regulatorischer Rahmen. Die <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/eli\/dir\/2020\/2184\/oj?locale=de\">EU-Trinkwasserrichtlinie 2020\/2184<\/a> schreibt eine Bewertung der Netzverluste nach dem Infrastruktur-Wasserverlustindex ILI vor. Dieser Index vergleicht die tats\u00e4chlichen Verluste mit dem technisch Unvermeidbaren. Die Europ\u00e4ische Kommission legt bis Januar 2028 einen Schwellenwert fest; wer ihn \u00fcberschreitet, muss binnen zwei Jahren einen Aktionsplan vorlegen. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Deutschland liegt laut BDEW mit rund sechs Prozent Verlust europaweit gut. Das Wasser, das bei Reparaturen abflie\u00dft, wird allerdings nach dem <a href=\"https:\/\/www.dvgw-regelwerk.de\/technische-regel\/arbeitsblatt-w-392\/20b295\">DVGW-Arbeitsblatt W 392<\/a> als betrieblicher Eigenverbrauch gebucht, nicht als Verlust. Es taucht in der Quote bisher nicht auf. Ob der kommende Schwellenwert diesen Eigenverbrauch einschlie\u00dfen wird, ist noch offen. Unabh\u00e4ngig davon ist er eine reale Kostengr\u00f6\u00dfe \u2014 und ein Glaubw\u00fcrdigkeitsthema gegen\u00fcber einer Bev\u00f6lkerung, die zum Wassersparen aufgerufen wird. (DEKOM, 14.09.2026) <a href=\"https:\/\/www.armex.de\/#Produkte\">Mehr Infos hier\u2026<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einer der trockensten Sommer seit Beginn der Wetteraufzeichnungen geht zu Ende. Dutzende Kommunen haben Entnahmeverbote erlassen und die Bev\u00f6lkerung zum Wassersparen aufgerufen. Doch auch bei den Versorgern selbst steckt erhebliches Einsparpotenzial im laufenden Betrieb. 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