{"id":9569,"date":"2026-09-28T12:03:43","date_gmt":"2026-09-28T10:03:43","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9569"},"modified":"2026-09-28T12:03:43","modified_gmt":"2026-09-28T10:03:43","slug":"glasfaserausbau-im-burgenland-bankettfraesverfahren-nach-din-18220-im-regelbetrieb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/glasfaserausbau-im-burgenland-bankettfraesverfahren-nach-din-18220-im-regelbetrieb\/","title":{"rendered":"Glasfaserausbau im Burgenland: Bankettfr\u00e4sverfahren nach DIN 18220 im Regelbetrieb"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Tiefbaukosten sind zum zentralen Kostentreiber im Glasfaserausbau geworden. Laut der aktuellen BREKO-Marktanalyse 2026, erstmals erstellt von IW Consult, berichten drei von vier Netzbetreibern von steigenden Tiefbaukosten. Erstmals seit zehn Jahren f\u00fchrte der Kostenanstieg bei den Telekom-Wettbewerbern zu leicht r\u00fcckl\u00e4ufigen Investitionszahlen. Der Tiefbau macht nach Branchendaten rund 75 Prozent der Gesamtkosten eines FTTH-Anschlusses aus. Bei klassischer Grabung liegen die Meterkosten zwischen 70 und 120 Euro. Bei der Verlegung nach DIN 18220 kommt auf rund 45 Euro pro Meter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Gesetzgeber hat auf den Kostendruck reagiert. Das TKG erlaubt seit der Modernisierung 2021 den Einsatz alternativer Verlegeverfahren. Die DIN 18220 gilt seit Juli 2023 als anerkannte Regel der Technik und schafft damit den verbindlichen Rahmen f\u00fcr Trenching-, Fr\u00e4s- und Pflugverfahren. Das TKG-\u00c4nderungsgesetz 2026 soll Genehmigungsverfahren weiter vereinfachen und verk\u00fcrzt die Zustimmungsfrist von drei auf zwei Monate. In der Praxis allerdings lehnen Stra\u00dfenbauverwaltungen Verlegeverfahren nach DIN 18220 vielerorts noch ab \u2014 aus Sorge um den Substanzerhalt ihrer Stra\u00dfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dr.-Ing. Richard Bosl, Leiter der Bau- und Gebietsabteilung am Staatlichen Bauamt Regensburg und Mitverfasser der DIN 18220, hatte im <a href=\"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/glasfaserausbau-nach-din-18220-behoerdenperspektive-auf-moderne-verlegeverfahren\/\">DEKOM-Interview vom 22. September<\/a> dieser Haltung widersprochen. Die Norm definiere einen technischen Standard, der eine Zustimmung erm\u00f6glichen solle. Entscheidend seien die Planungsqualit\u00e4t, die Wahl des geeigneten Legekorridors und der Nachweis normgerechter Verf\u00fcllbaustoffe. Im Landkreis Cham, wo ein kommunaler Eigenbetrieb seit 2019 ein Glasfasernetz baut, werde mit Zustimmung seines Bauamts gepfl\u00fcgt und gefr\u00e4st. Antr\u00e4ge im Zweifel abzulehnen, so Bosl, sollte es nicht geben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wie normkonforme Verlegung nach DIN 18220 im laufenden Betrieb aussieht, zeigt derzeit ein <a href=\"https:\/\/www.meinbezirk.at\/oberpullendorf\/c-lokales\/effiziente-verlegung-weniger-beeintraechtigung-fuer-einwohner_a8915346\">Projekt im \u00f6sterreichischen Burgenland<\/a>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zwischen Kobersdorf und Weppersdorf wird seit Anfang September ein rund 16 Kilometer langer Abschnitt des Landesbackbones gebaut. Auf knapp 13 Kilometern kommt dabei das <a href=\"https:\/\/www.layjet.at\/technologie\">LAYJET-Bankettfr\u00e4sverfahren<\/a> zum Einsatz \u2014 ein Verfahren, das im \u00f6sterreichischen Normenwerk seit 2020 und in der deutschen DIN 18220 seit 2023 verankert ist.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Laut Betreiberangaben sind mit der Fr\u00e4stechnik bis zu 1.500 Meter am Tag m\u00f6glich. Im aktuellen Abschnitt werden durchschnittlich rund 700 Meter verlegt. Die Trasse wird w\u00e4hrend der Arbeiten per GPS vermessen und unmittelbar lagerichtig dokumentiert. Die restlichen drei Kilometer entstehen konventionell durch Grabung, Bohr- und Pflugverfahren. Das LAYJET-Verfahren wurde von Stra\u00dfenbauexperten gemeinsam mit der TU Wien und der TU Graz entwickelt und von der TU M\u00fcnchen gepr\u00fcft. Nach Unternehmensangaben sind in \u00d6sterreich und Deutschland bereits mehrere tausend Kilometer damit verlegt worden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bosl hatte im Interview auf ein Kernproblem der Gew\u00e4hrleistung hingewiesen. Sch\u00e4den nach Jahren eindeutig der Telekommunikationslinie zuzuordnen sei f\u00fcr den Stra\u00dfenbaulasttr\u00e4ger aufw\u00e4ndig, weil auch der \u00fcbrige Stra\u00dfenbestand h\u00e4ufig M\u00e4ngel aufweise. Eine Bestandsdokumentation, wie sie DIN 18220 vorsehe, liege daher im Interesse aller Beteiligten. Im Burgenland geh\u00f6rt die GPS-Echtzeit-Dokumentation der Trasse zum Standardverfahren \u2014 ein Ansatz, der exakt der Empfehlung der Norm entspricht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wirtschaftslandesrat Leonhard Schneemann unterstrich bei einem Ortstermin in Kobersdorf, der Glasfaserausbau erfordere neben Investitionen auch den Einsatz moderner Verlegetechnologien, um Beeintr\u00e4chtigungen f\u00fcr Stra\u00dfen und Verkehr gering zu halten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Steigende Tiefbaukosten und knapper werdende Investitionsmittel machen einen effizienteren Glasfaserausbau zur wirtschaftlichen Notwendigkeit. Das Burgenland-Beispiel zeigt, was in Deutschland vielerorts noch auf Vorbehalte st\u00f6\u00dft. Normkonforme Fr\u00e4sverlegung im Stra\u00dfenbankett als Regelbetrieb, abgesichert durch wissenschaftliche Begleitung und laufende Dokumentation. (DEKOM, 28.09.2026) <a href=\"https:\/\/www.layjet.at\/home.0.html\">Mehr Infos zu Layjet hier&#8230;<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Tiefbaukosten sind zum zentralen Kostentreiber im Glasfaserausbau geworden. Laut der aktuellen BREKO-Marktanalyse 2026, erstmals erstellt von IW Consult, berichten drei von vier Netzbetreibern von steigenden Tiefbaukosten. Erstmals seit zehn Jahren f\u00fchrte der Kostenanstieg bei den Telekom-Wettbewerbern zu leicht r\u00fcckl\u00e4ufigen Investitionszahlen. Der Tiefbau macht nach Branchendaten rund 75 Prozent der Gesamtkosten eines FTTH-Anschlusses aus. 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