{"id":9604,"date":"2026-10-05T13:59:59","date_gmt":"2026-10-05T11:59:59","guid":{"rendered":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/?p=9604"},"modified":"2026-10-08T11:37:15","modified_gmt":"2026-10-08T09:37:15","slug":"digitaler-oepnv-ticketvertrieb-ueber-externe-plattformen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/infosilo.info\/dekom\/digitaler-oepnv-ticketvertrieb-ueber-externe-plattformen\/","title":{"rendered":"Digitaler \u00d6PNV-Ticketvertrieb \u00fcber externe Plattformen"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vertrieb von \u00d6PNV-Tickets verlagert sich zunehmend ins Digitale. Neben den Apps der Verkehrsverb\u00fcnde gewinnen externe Plattformen als zus\u00e4tzliche Vertriebskan\u00e4le an Bedeutung. Das Leipziger Unternehmen Vesputi hat mit der Mobilitybox eine standardisierte Schnittstelle entwickelt, \u00fcber die sich offizielle \u00d6PNV-Tickets in externe digitale Anwendungen einbinden lassen \u2014 von Hotel-Apps bis zu Arbeitgeber-Mobilit\u00e4tsportalen. <a href=\"https:\/\/www.vesputi.com\/\">Vesputi<\/a> geh\u00f6rt seit April 2026 zum britischen Technologiekonzern Tracsis und stellt derzeit Fahrplandaten f\u00fcr mehr als 256.000 Haltestellen in Deutschland bereit. Das Gr\u00fcnderteam um Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Linus Frank arbeitet weiterhin von Leipzig aus an der Skalierung der Plattform.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gespr\u00e4ch mit dem DEKOM erl\u00e4utert Frank, welche Rolle Aufgabentr\u00e4ger bei der digitalen \u00d6ffnung des Ticketvertriebs spielen und wie der Einstieg f\u00fcr Landkreise und St\u00e4dte in der Praxis aussehen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em><strong>DEKOM: Ihre <a href=\"https:\/\/www.vesputi.com\/#Mobilitybox\">Mobilitybox<\/a> b\u00fcndelt \u00d6PNV-Fahrplandaten und Ticketvertrieb in einer standardisierten Schnittstelle. Welche Rolle spielen dabei die Aufgabentr\u00e4ger in Landkreisen und kreisfreien St\u00e4dten \u2014 und an welcher Stelle braucht es deren aktive Mitwirkung, damit die Anbindung an bestehende Vertriebswege gelingt?<\/strong><\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Linus Frank:<\/strong> Aus unserer Sicht sollten Aufgabentr\u00e4ger vor allem den gemeinsamen Rahmen schaffen, um die Fahrgastzahlen im \u00d6PNV zu steigern. Welche Zielgruppen wollen wir zus\u00e4tzlich erreichen? Welche Angebote sollen leichter zug\u00e4nglich werden? Und welche Partner vor Ort k\u00f6nnen dazu beitragen? Daraus ergibt sich eine wichtige moderierende Rolle zwischen Verkehrsunternehmen, Verbund und m\u00f6glichen Partnern aus Tourismus, Wirtschaft oder Veranstaltungsbereich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die konkrete Vertriebsanbindung erfolgt mit dem Verkehrsunternehmen. Gemeinsam wird eine sinnvolle Auswahl des Ticketangebots getroffen, das anschlie\u00dfend in die Mobilitybox integriert wird. Dabei sind die bestehenden Tarif- und Vertriebsbestimmungen ma\u00dfgeblich. Tracsis \u00fcbernimmt die technische Integration und die Betreuung des Vertriebsnetzwerks; das Verkehrsunternehmen bleibt Kundenvertragspartner.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aktive Mitwirkung w\u00fcrden wir deshalb besonders am Anfang sehen: bei der gemeinsamen Zielsetzung, beim Zusammenbringen der Beteiligten und bei der Entscheidung, zus\u00e4tzliche Vertriebswege zu erm\u00f6glichen. Es geht nicht darum, dass ein Landkreis selbst eine weitere Ticketing-Infrastruktur entwickeln muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em><strong>DEKOM: Viele Verkehrsverb\u00fcnde betreiben eigene Apps und Vertriebssysteme. Gleichzeitig nutzen B\u00fcrgerinnen und B\u00fcrger im Alltag ganz andere Plattformen \u2014 von der Hotelbuchung bis zum Mobilit\u00e4tsbudget des Arbeitgebers. Wie l\u00e4sst sich dieser Widerspruch zwischen verbundeigenem Vertrieb und plattform\u00fcbergreifender Erreichbarkeit aus Ihrer Sicht aufl\u00f6sen?<\/strong><\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Linus Frank:<\/strong> Wir sehen darin keinen Widerspruch. Eine eigene Verkehrs-App und der Vertrieb \u00fcber Drittplattformen erf\u00fcllen unterschiedliche Aufgaben. Die eigene App bleibt der wichtigste Zugang f\u00fcr Menschen, die das lokale Angebot bereits kennen und dort ans\u00e4ssig sind. Externe Plattformen er\u00f6ffnen zus\u00e4tzliche Kontaktpunkte \u2013 etwa dann, wenn jemand eine \u00dcbernachtung bucht oder das Mobilit\u00e4tsangebot seines Arbeitgebers nutzt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir beschreiben diesen Ansatz als \u201eMobility-as-a-feature&#8220;: Der Ticketkauf wird zu einer Funktion innerhalb eines ohnehin genutzten digitalen Dienstes. Bei a&amp;o Hostels k\u00f6nnen G\u00e4ste beispielsweise im Buchungsprozess ein \u00d6PNV-Ticket ausw\u00e4hlen und anschlie\u00dfend im digitalen Reiseg\u00e4stebuch der App abrufen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist die Perspektive: Wir wollen Menschen f\u00fcr das System \u00d6PNV gewinnen, nicht zwingend f\u00fcr eine bestimmte App. Der eigene Vertrieb wird dadurch erg\u00e4nzt. Ziel sind zus\u00e4tzliche Zug\u00e4nge und neue Kundengruppen \u2013 nicht lediglich die Verlagerung bestehender Verk\u00e4ufe von einem Kanal in einen anderen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em><strong>DEKOM: Wenn ein Landrat oder eine B\u00fcrgermeisterin morgen beschlie\u00dft, den \u00d6PNV-Zugang im Gemeindegebiet digital zu \u00f6ffnen \u2014 welche konkreten Schritte stehen am Anfang, und welche H\u00fcrden erleben Sie in der Praxis am h\u00e4ufigsten?<\/strong><\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Linus Frank:<\/strong> Unser Vorschlag w\u00e4re, mit einem konkreten Vertriebsziel zu starten, nicht mit einer neuen App oder einer m\u00f6glichst langen Funktionsliste. Sollen G\u00e4ste einfacher Tickets kaufen k\u00f6nnen? Geht es um Besch\u00e4ftigte lokaler Unternehmen oder um Besucherinnen und Besucher von Veranstaltungen? Daraus lassen sich passende Partner und ein sinnvoller Umfang des Ticketangebots ableiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anschlie\u00dfend sollten mit Verkehrsunternehmen und gegebenenfalls Verbund die Rollen, Vertriebsbestimmungen und organisatorischen Abl\u00e4ufe gekl\u00e4rt werden. F\u00fcr die technische Umsetzung wird das ausgew\u00e4hlte Ticketangebot in das Hintergrundsystem der Mobilitybox integriert. Digitale Partner k\u00f6nnen es anschlie\u00dfend \u00fcber das Entwicklerportal in ihre Anwendungen einbinden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleichzeitig hat die Region damit ein Hintergrundsystem, das auch von z.B. Fu\u00dfballvereinen oder auch f\u00fcr eine App f\u00fcr den lokalen Weihnachtsmarkt genutzt werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Umsetzungen mit unseren bestehenden Partnern zeigen eine wichtige H\u00fcrde: die Sorge, neben dem laufenden Betrieb ein weiteres aufwendiges IT-Projekt stemmen zu m\u00fcssen. Oft besteht anfangs Zweifel, ob die personellen und technischen Ressourcen ausreichen w\u00fcrden. Die Integrationen und der laufende Betrieb werden jedoch durch unser Team gestemmt und gliedern sich bei den Verkehrsbetrieben in die bestehenden Prozesse ein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong><em><strong>DEKOM: Wie k\u00f6nnen Landkreise lokale Partner und erg\u00e4nzende Mobilit\u00e4tsangebote besser mit dem digitalen Zugang zum Linienverkehr verbinden?<\/strong><\/em><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Linus Frank:<\/strong> Ein Ansatz ist, bei den digitalen Kontaktpunkten anzusetzen, die vor Ort bereits bestehen. Nicht jeder zus\u00e4tzliche Zugang zum \u00d6PNV braucht eine neue Endkunden-App. Tickets k\u00f6nnen auch in Angebote eingebunden werden, die Menschen wegen einer Reise, einer Veranstaltung oder ihres Arbeitsplatzes ohnehin nutzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Mobilitybox ist dabei nicht auf \u00fcberregionale Plattformen beschr\u00e4nkt. Ein Beispiel ist ein lokaler Fu\u00dfballklub, der \u00d6PNV-Tickets in seiner eigenen App anbietet. F\u00fcr einen Landkreis k\u00f6nnte daraus die Idee entstehen, gezielt mit lokalen Freizeit- oder Tourismuspartnern zusammenzuarbeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eigene Anwendungen wie On-Demand-Shuttles sind ein weiterer m\u00f6glicher Anwendungsbereich des Backends. Auch f\u00fcr On-Demand-Services und Bikesharing-Anwendungen gibt es Ankn\u00fcpfungspunkte. (DEKOM, 05.10.2026) <a href=\"https:\/\/www.vesputi.com\/\">Mehr Infos hier&#8230;<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u00dcber Vesputi<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vesputi ist ein B2B-Technologieunternehmen aus Leipzig, spezialisiert auf die digitale Integration von Nahverkehrsangeboten. Mit der Mobilitybox hat Vesputi ein standardisiertes Hintergrundsystem entwickelt, das Verkehrsbetriebe mit Partnern wie Hotels, Airlines und Eventveranstaltern verbindet. Seit der \u00dcbernahme durch Tracsis plc im April 2026 ist die Mobilitybox Teil eines internationalen Portfolios von Technologiel\u00f6sungen f\u00fcr den Schienen- und Verkehrssektor. Tracsis unterst\u00fctzt t\u00e4glich Millionen von Reisenden weltweit, von Software und Hardware bis hin zu Datenanalyse und Beratung. Weitere Informationen:\u00a0<a href=\"https:\/\/tracsis.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/tracsis.com<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Vertrieb von \u00d6PNV-Tickets verlagert sich zunehmend ins Digitale. Neben den Apps der Verkehrsverb\u00fcnde gewinnen externe Plattformen als zus\u00e4tzliche Vertriebskan\u00e4le an Bedeutung. Das Leipziger Unternehmen Vesputi hat mit der Mobilitybox eine standardisierte Schnittstelle entwickelt, \u00fcber die sich offizielle \u00d6PNV-Tickets in externe digitale Anwendungen einbinden lassen \u2014 von Hotel-Apps bis zu Arbeitgeber-Mobilit\u00e4tsportalen. 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